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"Sind keine farblosen Benchmarkkleber"

Der Volksbank-Pacific-Invest wird seit Anfang 2007 von Ulrich Baumann verwaltet. Seit damals erzielte dieser ein Plus von 26,1 % und schlug den der MSCI AC Asia Pacific Index um beachtliche 16,3 %. Aber auch langfristig überzeugt der Fonds. Managers | 31.05.2007 06:21 Uhr

So liegt er über den 5-Jahres-Zeitraum anhand der Sharpe Ratio auf Platz 2/41 Asien Pazifik Fonds. e-fundresearch hat den Experten, der sich nur dem DWS Top 50 Asien geschlagen geben musste, zu seinen Einschätzungen befragt.

Asien vor USA und Europa

e-fundresearch: Asiatische Aktien liegen dieses Jahr mit einem Plus von rund fünf Prozent hinter Europa (MSCI Europe +9,6 Prozent) oder dem Weltaktienindex MSCI World mit +7,3 Prozent und auch den USA (S&P 500 +6 Prozent) zurück. Mit welchem weiteren Verlauf rechnen Sie bis Jahresende?

Baumann: Ich rechne in der zweiten Jahreshälfte mit einer dynamischeren Entwicklung von asiatischen Aktien gegenüber amerikanischen und europäischen. Grunde dafür sind gute Arbeitsmarktdaten aus Japan und die Möglichkeit für schnellere Zinserhöhungen in Japan.

"Eigenartige" Gewichtung Japans im MSCI AC Asia Pacific Index

e-fundresearch:  Langfristig - etwa auf Sicht der letzten 20 Jahre - wurden Asien-Anleger mit einer mageren nominellen Rendite von rund drei Prozent (MSCI AC Asia Pacific Index 1987-2007) enttäuscht. Trotz des niedrigeren Wirtschaftswachstums etwa in Europa oder den USA, schnitten diese Börsen deutlich besser ab. Warum?

Baumann: Das ist nur durch einen "fatalen Mix" von der japanischen Börsenentwicklung und dessen "eigenartige" Gewichtung im MSCI AC Asia Pacific Index zu erklären. Der Nikkei 225 hat von 1983 bis 1989 fast 400 Prozent zugelegt und nach dem All-time-high und einer großen Blasenbildung im Jahre 1989 konsolidiert der japanische Markt eigentlich bis heute noch. Diese Aktien- und Immobilienüberbewertung wurde eben in den letzten 18 Jahren abgebaut- japanische Aktien sind relativ günstig und die Immobilienpreise steigen auch wieder, nur das Zinsniveau ist noch unnatürlich niedrig. Durch die starke Gewichtung Japans im Index  – diese liegt jetzt noch um die 70 Prozent – ist natürlich die eigentliche starke Dynamik Asiens total verzerrt und spiegelt eigentlich nur die Probleme Japans wieder und nicht die aufstrebenden Märkte Südostasiens, China oder Australien.  

Niemand auf der Welt ist in japanischen Aktien übergewichtet

e-fundresearch: Japan ist einer ihrer großen Untergewichte auf Länderebene. Wie lautet Ihr Ausblick für japanische Aktien für die kommenden Jahre und welche Rolle spielt dabei der Yen-Carry Trade?

Baumann: Meine durchwegs langfristige Einschätzung des japanischen Aktienmarktes reflektiert sich bis dato noch nicht im VB-Pacific-Invest. Ich versuche im Fonds Länder mit der größtmöglichen Kursdynamik am stärksten zu gewichten um eine möglichst nette Performance für unsere Investoren zu erwirtschaften. Ein Markt, der Jahrzehnte lang geschlafen hat, während andere mit Vollgas unterwegs waren, hat natürlich enormes Aufholpotential. Ich denke, dass niemand auf der Welt in japanischen Aktien übergewichtet ist und kaum grosse Wetten auf einen starken Yen laufen hat - all das stimmt mich eigentlich langfristig sehr positiv für den japanischen Markt. Der Yen-Carry Trade ist eigentlich ein japanisches Phänomen, da Japaner selbst aufgrund der Nullzinspolitik ihre Gelder lieber in neuseeländischen Anleihen anlegen als an der heimischen Börse.

Aufgrund der Globalisierung kann sich heutzutage jeder vom österreichischen Häuselbauer bis zum brasilianischen Hedgefondsmanager im billigen Yen verschulden. Der Yen-Carry Trade spült noch extreme Liquidität in nicht-japanische Aktienmärkte, die eigentlich gar nicht gebraucht wird. Ich rechne mit viel schnelleren Zinserhöhungen seitens der Bank of Japan, einem Erstarken des Yen vor allem gegenüber dem Euro und sollten vielleicht einmal Japaner mit ihren Überseeinvestitionen Verluste erleiden, dann könnten sie ihren eigenen Markt wieder entdecken. Der Yen-Carry Trade ist aus europäischer Sicht schon extrem ausgereizt und die Yen Schwäche ist fundamental nicht gerechtfertigt.

Malaysische Immobilien sagenhaft günstig

e-fundresearch: Malaysien zählt bis dato zu den Börsen mit der besten Performance des Jahres 2007. Was sind die Gründe und wie lautet Ihr Ausblick bzw. wie sind Sie momentan dort positioniert?

Baumann: Malaysien profitierte vor allem von gestiegenen Palmölpreis als auch von steigenden Tourismuseinnahmen. Dies sind die zwei stärksten wirtschaftlichen Faktoren im Inland. Wesentlich sind aber die starken und richtigen wirtschaftlichen Weichenstellungen der Regierung. So wurde z.B. der Grundstückskauf für Ausländer liberalisiert und hier erwarte ich mir auch in den nächsten Jahren extreme Wertsteigerungen, da malaysische Immobilien sagenhaft günstig sind.

Auch durch den neunten Malaysischen Plan - vielleicht mit dem Fünf Jahres Plan in China zu vergleichen - wird extrem viel Geld in die Infrastruktur gepumpt und ausländische Investitionen werden weiter gefördert. Deshalb sehe ich Fonds nicht nur in Malaysien stark übergewichtet, sondern auch vor allem in Firmen, die im Bau- und Immobiliengeschäft tätig sind.

Wir sind keine Benchmarkkleber

e-fundresearch: Der Volksbank-Pacific-Invest liegt seit dem Fondsmanagerwechsel Anfang 2006 mit 26,1 Prozent im Plus und schlug den MSCI AC Asia Pacific Index damit um 16,3 Prozent. Was waren die Gründe?

Baumann: Mir ist es extrem wichtig, Performance unabhängig von diversen Benchmarks zu schaffen. Insofern waren und sind bzw. werden Länder-/Sektoren- und Aktiengewichtungen des VB-Pacific-Invest oft stärker von einer Benchmark abweichen. Wir verstehen uns als Stockpicker und nicht als farblosen Benchmarkkleber. Aktives Management verbunden mit einem starken technischen Ansatz und ein Maß an Freiheit auch seine Investmententscheidungen umsetzen zu dürfen, macht die Attraktivität dieses Fonds aus. So bin ich auch nicht der Meinung, dass Asien zu 70% aus einer Japan-Gewichtung besteht, sondern konzentriere mich auch auf viele Länder die etwas "underresearched" sind (siehe Malaysien),als auch auf Bereiche, die oft kaum in einer Benchmark vertreten sind (z.B. Umweltschutz), aber langfristig hohes Potential besitzen.

Malaysien, Thailand, Singapur und Korea gefällt

e-fundresearch: Was sind momentan Ihre aktivsten Wetten in Ihrem Fonds vs. Ihrer Benchmark MSCI AC Asia Pacific?

Baumann: Die Assetallokation ist ein recht dynamischer Prozess, d.h. Ländergewichte werden oft taktisch übergewichtet oder bei Erreichung eines Zielniveaus bzw. eines Verkaufssignals reduziert. Tendenziell ist der Fonds aber im Moment noch verhalten zu japanischen Aktien, während Malaysien, Thailand, Singapur relativ stark übergewichtet sind. Korea gefällt mir zunehmend und wird auch weiter verstärkt.

e-fundresearch: Wie lautet Ihr Ausblick für den chinesischen Aktienmarkt und wie beurteilen Sie die teilweise Aufhebung der Investitionsbeschränkungen für Chinesen im Ausland? Wie beurteilen Sie die Entscheidung Chinas beim IPO von Blackstone teilzunehmen?

Baumann: Angesichts der vielen Crashvorhersagen für den chinesischen Aktienmarkt kann ich ja fast nicht mehr bearisch werden (Anm. lacht). Betrachtet man alleine nur das Kurs-Gewinn-Verhältnis in Shenzen und Shanghai (KGV:rund40), dann muss man von einem überbewerteten Markt sprechen. Jedoch ist die Gewinndynamik der Unternehmen noch immer sensationell hoch, viele Bewertungen sind aufgrund illiquider staatlicher Firmen verzerrt und die Börsenkapitalisierung in Relation zum BIP noch in den Kinderschuhen.

Natürlich kann es in solchen Märkten schon zu starken Korrekturen kommen, aber der Markt in Shenzen ist alleine heuer um 130 Prozent gestiegen. Ein "Crash" mit 30 Prozent Korrektur hat im Gegensatz zu Europa oder den USA keine Auswirkungen auf die Wirtschaft oder die Vermögensbildung der Chinesen. Die hohe Sparquote der Chinesen wird weiterhin den Markt antreiben und die Aufhebung von Investitionsbeschränkungen sind ein Versuch diese Liquidtät – nach dem erfolglose Versuche den Markt, mittels anderen Instrumenten abzukühlen, versagt haben – in andere Kanäle umzuleiten. Diese Maßnahmen sind absolut richtig und werden meiner Ansicht schon zum 10 Jahres Jubiläum Hong Kongs noch weiter liberalisiert werden.

Das Blackstone Investment seitens China sehe ich als eine notwendige Strategie Chinas. China hat über 1200 Milliarden Dollar an Währungsreserven und braucht weiterhin Rohstoffe, Agrargüter und Know how und natürlich auch eine Streuung dieses Dollarrisikos. Die USA hatte Ende der 80er Jahre Angst vor dem japanischen Kapital (obwohl politisch verbündet),jetzt kommt das chinesische Kapital in die USA und findet dort aber oft direkt keine Möglichkeit der Anlage, da sie oft politisch  verhindert wird. Deshalb werden wir weiter stärkere Engagements Chinas in Südamerika und Afrika sehen. Das Engagement Chinas bei Blackstone ist strategisch sinnvoll und symbolisiert nicht nur den Einfluss Chinas als Global  Player.

Asien: Enormer Nachholbedarf im Binnenkonsum  

e-fundresearch: Mit welcher langfristigen Performance rechnen Sie bei asiatischen Aktien und wie lauten Ihre konkreten Ratschläge für Anleger?

Baumann: Ein großer Performancetreiber bei asiatischen Aktien wird der enorme Nachholbedarf im Binnenkonsum sein. In einer globalisierten  Welt sollten alle Regionen davon profitieren können, jedoch hat keine entwickelte Region diese langfristige Dynamik wie Asien. In Kombination mit einem Wiedererstarken des japanischen Marktes und einer weiteren Aufwertung asiatischer Währungen gegenüber Euro und Dollar wird die lange Periode der asiatischen Underperformance gegenüber Europa und den USA ihr Ende finden. Aufgrund des aktiven Managements, der flexiblen, nicht benchmarkgebundenen Asset Allokation des VB-Pacific-Invests und der wirklich hohen internationalen Performance kann ich selbst, auch wenn ich nicht Fondsmanager wäre, doch nur besten Gewissens den VB-Pacific-Invest empfehlen, oder?

e-fundresearch: Vielen Dank für das Gespräch!

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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