Zweimal pro Woche - Kostenlos per E-Mail. Jeden Werktag neu - Kostenlos per E-Mail.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Stagflation: Übles Dilemma, aber nicht das Ende

Im Zuge steigender Inflation und stagnierender Wachstumsraten ist seit einigen Monaten wieder der Begriff „Stagflation“ in aller Munde. Die Stimmung an den Finanzmärkten hat sich in letzter Zeit drastisch und rapide eingetrübt. Kommentatoren bei Bankhäusern wie RBS und Fortis prophezeien bereits eine massive Wirtschaftskrise. Markets | 10.07.2008 15:11 Uhr

"Das ist nach unserer Einschätzung allerdings etwas übertrieben. Zwar müssen wir uns wohl auf eine längere Phase verlangsamten Wachstums einstellen", so Ad van Tiggelen, Senior Strategist bei ING Investment Management. In einigen Volkswirtschaften mag es sogar zu einer vorübergehenden Rezession kommen. Dabei kann aber keinesfalls die Rede von einer lähmenden Stagflation sein, wie dies in den 1970er Jahren der Fall war, die als eines der schlimmsten Jahrzehnte für Aktienmärkte in die Annalen der Wirtschaftsgeschichte eingingen.

Ad van Tiggelen: "Betrachten wir zunächst einmal die Wachstumsaussichten. Es scheint, dass wir jetzt die zweite Phase der „abgebrochenen“ Rezession von 2002 erleben. Seinerzeit brach die Unternehmenstätigkeit ein, aber die Verbraucher wurden durch aggressive Zinssenkungen bei der Stange gehalten. Extrem niedrige Zinsen schufen die Bedingungen für eine Blase auf dem Wohnimmobilien- und Verbraucherkreditmarkt. Das sind jetzt genau die Bereiche, in denen der Katzenjammer jetzt am größten ist."

Die Folgen dieser Entwicklung wirken nach

Just aus diesem Grunde ist der gegenwärtige Wirtschaftsabschwung in erster Linie durch rückläufigen Konsum bedingt. Angeschlagenes Verbrauchervertrauen und die damit einhergehende Konsumzurückhaltung benötigen einen längeren Zeitraum zur Erholung als Unternehmensinvestitionen. Dies gilt umso mehr, wenn die Sparquoten so niedrig sind, wie dies derzeit der Fall ist. Die Tatsache, dass die Gewinnspannen der Wirtschaft sich immer noch auf einem außerordentlich hohen Niveau bewegen, lässt mittelfristig anhaltende Abwärtskorrekturen der Gewinnprognosen erwarten. Dieser Prozess sollte mindestens bis Mitte 2009 andauern. Die Aktienmärkte preisen bereits einen Rückgang der Erträge um rund 20 Prozent (vom Höchst- bis zum Tiefststand) ein. Damit beweisen sie einen Realismus, der vielen Analysten in der Finanzbranche leider abgeht.

Der Artikel wird nach der Anzeige fortgesetzt.

Konjunturabschwung und gleichzeitige Anstieg der Inflationsrate

Der Konjunkturabschwung an sich ist natürlich unerfreulich, aber durchaus nicht katastrophal. Andererseits stellt der gleichzeitige Anstieg der Inflationsrate eine echte Gefahr für die Wirtschaft dar. Bis jetzt gibt es allerdings wenig Grund, eine Wirtschaftskrise heraufzubeschwören oder die gegenwärtige Situation mit den krisengeschüttelten Siebzigern zu vergleichen. Auf den entwickelten Märkten wird die Inflation nahezu ausschließlich von der Preisentwicklung bei Lebensmitteln und Energie angetrieben. Das Lohn- und Gehaltswachstum hält sich immer noch in Grenzen. Im Gegensatz zu den Siebzigern hat die Arbeitnehmerschaft in der modernen globalisierten – und weniger gewerkschaftlich organisierten – Welt wohl nicht mehr die Macht, eine Lohn-/Preisspirale anzustoßen.

Wahrscheinlich wird der negative Einfluss der Lebensmittel- und Energiepreise auf die Inflation sukzessive nachlassen. Die Unterschiede zu vorgegangenen Rezessionen dürften dann schwinden. Um bis 2010 einen ähnlich negativen Effekt auf die inflationäre Entwicklung aufrechtzuerhalten, müsste der Ölpreis auf 250 US-Dollar pro Barrel steigen und die Preise für Lebensmittelrohstoffe müssten sich verdoppeln. Das ist eher unwahrscheinlich. Ernstere Sorgen macht die Inflationsspirale in den Schwellenländervolkswirtschaften, wo Lebensmittel und Energie einen größeren Anteil am Inflationskorb ausmachen. Diese Länder exportieren ihre Inflation durch höhere Preise für die in Industrieländer ausgeführten Lebensmittel und Leistungen. Dabei handelt es sich sozusagen um eine Trendumkehr, denn vor ein paar Jahren hieß der Exportschlager dieser Länder noch Deflation.

Was bedeutet das also für die Aktienmärkte?

Für eine nachhaltige Erholung an diesen Märkten ist es noch zu früh. Damit ist erst ein paar Monate vor Erreichen der Ertragstalsohle, also irgendwann in 2009, zu rechnen. Sollten die Rohstoffpreise indes deutlich nachlassen, so könnte sich eine Erholung auch schon früher abzeichnen. Dies scheint momentan das wahrscheinlichste Szenario zu sein, falls sich die Weltkonjunktur weiter abschwächt. Die Unternehmenserträge könnten dadurch noch weiter fallen.

"Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass die Märkte sich über die nächsten Monate innerhalb einer breiten Trading-Range bewegen werden. Die Abwärtskorrekturen bei den Ertragserwartungen sollten dabei das Aufwärtspotenzial begrenzen, während die niedrigen Bewertungen gleichzeitig das Abwärtsrisiko deckeln", so Ad van Tiggelen.

Bis zum Jahresende werden die Aktienkurse nur wenig Spielraum haben, um die Verluste der ersten Jahreshälfte wettzumachen. 2008 wird daher wohl als eines der schwierigsten Jahre für Aktien in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass damit allerhand Bandbreite für eine Erholung in 2009 besteht.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Für diesen Suchebgriff konnten wir leider keine Ergebnisse finden!
Fonds auf e-fundresearch.com

Weitere Informationen zu diesem Fonds Kennzahlen per 31.01.2021 / © Morningstar Direct
Bereiche auf e-fundresearch.com
NewsCenter auf e-fundresearch.com
Kontakte auf e-fundresearch.com

{{ contact.email }}

{{ contact.phonenumber }}

{{ contact.secondary_phonenumber }}

{{ contact.address }}

Weitere Informationen im {{ contact.newscenter.title }} Newscenter
Artikel auf e-fundresearch.com