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Bald Sommer an den Kapitalmärkten?

Der Januar begann für die Marktteilnehmer vielversprechend, doch im Laufe der ersten Wochen des neuen Jahres kam eine neue Kaltfront an den Kapitalmärkten auf. Banken mussten erneut milliardenschwere Abschreibungen vornehmen, die sich mittlerweile weltweit auf fast 1,1 Billionen US-Dollar summieren. Markets | 10.02.2009 04:30 Uhr

Die Industrie verzeichnete rückläufige Aufträge, was die Produktion sowie die Kapazitätsauslastungen sinken ließ. Und der US-Immobilienmarkt zeigte noch kein Anzeichen einer Trendwende. Schwache Konjunkturindikatoren seitens Verbraucher- und Arbeitsmarkt bestätigten den globalen Konjunkturabschwung.

Erste Schwalben

Doch am Konjunkturhimmel zeigten sich bereits erste Schwalben. Einige Frühindikatoren, wie die Erwartungskomponente des ifo-Index oder des ZEW-Indikators sowie der Richmond Fed Manufacturing Index, verbesserten sich. Auslöser waren vermutlich die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken, die zu greifen scheinen. So verengte sich im Interbankenhandel neben dem Risikoaufschlag auf das Dreimonatsgeld auch der „Ted-Spread“, der die Differenz zwischen der Rendite für den Dreimonats-Libor und der Rendite für US-amerikanische Dreimonatsschatzwechsel (T-Bills) wiedergibt, auf ein Fünfmonatstief.

"Bad Bank"

Eine weitere vertrauensbildende Maßnahme scheint sich in den USA mit der Diskussion um eine staatliche „Bad Bank“ abzuzeichnen, die dem Finanzsystem risikobehaftete Wertpapiere abkaufen soll. Allerdings machen ein paar Schwalben noch keinen Sommer. Eine generelle Entwarnung in puncto Konjunktur auszurufen wäre zu früh. Denn die im Januar gestartete Berichtssaison könnte in ihrem Höhepunkt im Februar den Marktteilnehmern erneut dunkle Wolken bescheren, da vermutlich – rezessionsbedingt – mit weiteren negativen Revisionen bei den Analystenschätzungen zu rechnen ist, was zu einem weiteren Belastungstest für die Märkte werden könnte.

Bodenbildung in Sicht

Jedoch ist der negative Gewinnzyklus fortgeschritten und die Geldpolitik sollte zumindest langsam wirken, was für eine Bodenbildung spricht. Dazu kommt: Das Vertrauen der Marktteilnehmer dürfte angesichts deutlich reduzierter Bewertungen, hoher Dividendenrenditen sowie hoher Kassenbestände langsam wieder zurückgewonnen werden und sollte den Sommer an die Kapitalmärkte zurückholen. Daher empfiehlt es sich, Aktien und Anleihen noch taktisch untergewichtet zu allokieren.


Lesen Sie den gesamten Kapitalmarktbrief für den Februar 2009, unter anderem mit Einschätzungen zu den verschiedenen Assetklassen, als PDF - zum Download im Infocenter. 

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