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Studie zur DNA von Familienbetrieben

Nachhaltigkeit, Ethik und Werteorientierung als zentrale Anliegen. Dass Familienunternehmen eine gemeinsame “DNA“ haben zeigt eine Studie, die von der Weissman Gruppe in Zusammenarbeit mit der Bank Gutmann durchgeführt wurde. Auch an der Börse sind Familienunternehmen erfolgreich, wie Studien der Universität St. Gallen und Bellevue Asset Management zeigen. Markets | 23.11.2012 02:00 Uhr

Familienunternehmen sind mächtige Treiber der Wirtschaft: 75 Prozent der europäischen und sogar 80 Prozent der österreichischen Unternehmen liegen in Familienhand. In Österreich tragen sie 50 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei, im europäischen Durchschnitt sind es 45 Prozent.

Famiilienunternehmen auch an der Börse erfolgreich

Familienunternehmen werden auch als verlässliche Partner für Anleger gesehen. Aktienkurse von eigentümergeführten Unternehmen zeigen im Durchschnitt eine Outperformance, wie Studien von Prof. Dr. Thomas Zellweger, Center for Family Business der Universität St. Gallen, zeigen. Bellevue Asset Management unterstützt das Center for Family Business als Praxispartner (Interview mit Prof. Dr. Zellweger).

Studie zu Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Die Weissmann Gruppe befragte im Rahmen ihrer Studie 101 Unternehmen, die bereits seit Jahrzehnten tätig sind. Davon kommt etwa die Hälfte aus Österreich (54), der Rest aus Südtirol (24), der Schweiz (13) und Deutschland (10).

Basierend auf ihren Erfahrungen mit Unternehmen in Familienhand haben die Studienautoren neun Thesen definiert und im Rahmen von strukturierten Interviews überprüft. Themenstellungen waren der “Kampf“ um die besten Mitarbeiter, Fragen zu Wertschöpfung und Ethik, der Stellenwert der Unternehmenskultur, Nachhaltigkeit und Umweltorientierung, Digitalisierung und Nutzung von Social Media, die Rolle der asiatischen Märkte, die Nutzung von Kernkompetenzen sowie Fragen der Finanzierung. Zentral war auch die Frage, ob die Unternehmen in Zukunft in Familienhand bleiben und von der Familie weitergeführt werden.

Dazu Markus Weishaupt, geschäftsführender Gesellschafter, Weissman Austria GmbH: “Die Studie gibt uns einen wertvollen Einblick, wie Familienunternehmen funktionieren. Ihre Bedeutung wird vielfach unterschätzt. Sie sind eine ganz wesentliche Stütze der Wirtschaft. Dabei folgen sie ganz eigenen Gesetzen, die ihren Erfolg ausmachen.”

Aktiv im Bemühen um die besten Mitarbeiter – Multikulturalität als Chance

Knapp 60 Prozent der Befragten rechnen mit einem Anstieg des Altersdurchschnitts ihrer Mitarbeiter um mindestens fünf Jahre in den kommenden zehn Jahren. Relativ gering ist in den untersuchten Unternehmen die Frauenquote: Nur knapp ein Viertel beschäftigt mehr als 50 Prozent Frauen. Immer mehr Unternehmen investieren in gezielte Maßnahmen, um die Vereinbarkeit von Karriere und Familie zu fördern. Um die besten Arbeitskräfte am Markt anzusprechen, haben viele Unternehmen variable Entlohnungssysteme, Erfolgsbeteiligungsmodelle, Bonus- und Prämiensysteme sowie ansatzweise auch Mitarbeiterbeteiligungsmodelle geschaffen. 75 Prozent der Befragten (in Österreich sogar 89 Prozent – der höchste Wert der vier Länder) erachten die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter als Entwicklungschance, nur etwa 15 Prozent sehen Multikulturalität eher als Hemmschwelle.

Erfolgreich mit Nachhaltigkeit und Ethik

90 Prozent der Befragten sehen in der Nachhaltigkeit den richtigen Ansatz für den künftigen Erfolg. Als wesentliches Erfolgskriterium wurde auch die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit genannt, wobei ethische Überlegungen dabei eine große Rolle spielen: Fast acht von zehn Befragten sehen in ethischem Verhalten einen Wettbewerbsvorteil. Dies gilt auch für Unternehmen, die am Weltmarkt tätig sind. Die stärkste Zustimmung zu dieser These kam übrigens von den österreichischen Unternehmen (83 Prozent). Es folgten Deutschland mit 80, Südtirol mit 75 und die Schweiz mit 69 Prozent.

Digitalisierung bringt keine Änderung des Geschäftsmodells

In ihren IT-Lösungen sind die Unternehmen bereits weit fortgeschritten. Fast zwei Drittel der Unternehmen erwarten aber nicht, dass die weitere Digitalisierung auch zu einer Änderung ihres Geschäftsmodells führt. 55% der befragten Unternehmen sind bereits auf Social Media tätig. Allerdings haben nur ganz wenige Unternehmen einen strategischen Plan für Social Media und investieren zielbewusst in diese neue Kommunikationsform.

Unternehmen bleiben in der Familie

72 Prozent der Befragten rechnen fest damit, dass ihr Unternehmen auch in Zukunft in Familienbesitz bleiben wird, weitere 15 Prozent meinen, dass es “eher“ so sein wird, und nur 11 Prozent erwarten das gar nicht. Geographisch sind die Österreicher mit fast 95 Prozent positiven Aussagen am zuversichtlichsten, die Schweizer mit 38 Prozent negativen Einschätzungen am skeptischsten. Geht es jedoch um die Führung des Unternehmens, so meinen nur 54 Prozent der Befragten, dass sie sicher in Familienhand bleibt, weitere 24 Prozent sagen “eher ja“.

Asien: strategischer Absatzmarkt statt billiger Einkaufsquelle

Die Hauptmärkte der befragten Unternehmen sind der Heimmarkt, das deutschsprachige Ausland und Europa. Immerhin etwa ein Viertel ist auch in Übersee tätig. Interessant ist, dass anders als in der Vergangenheit die asiatischen Länder heute weniger als billige Einkaufsquelle gesehen werden, sondern als interessanter Absatzmarkt. Weiters scheint China seine Attraktivität als billiger Produktionsstandort zugunsten anderer asiatischer Länder wie Vietnam zu verlieren.

Führungsrolle in den eigenen (Nischen-)Märkten

87 Prozent der Unternehmen erklärten, dass sie in ihren Märkten eine führende Rolle spielen. Unter den befragten 101 Unternehmen befanden sich laut eigener Aussage zwölf Weltmarktführer, die jedoch allesamt in Nischenmärkten tätig sind. Das Erfolgsrezept dieser Unternehmen ist die Konzentration auf Kernkompetenzen wie Innovations-, Technologie- und Vernetzungskompetenz, Kundennähe und über Generationen entwickelte Branchenkenntnisse. Dazu kommen erfahrene Unternehmerpersönlichkeiten mit “gewachsenem Bauchgefühl“ und eine ausgeprägte Unternehmenskultur.

Umweltorientierung als Credo und als Chance

Für 44 Prozent der Unternehmen ist die ökologische Ausrichtung ein “Credo“, das in ihren Betrieben auch gelebt wird. Weitere 36 Prozent sehen in umweltgerechtem Wirtschaften eine Entwicklungschance für die Zukunft. Nur 21 Prozent erkennen im “grünen Trend“ weder das eine, noch das andere. Immerhin 51 Prozent der Befragten sehen in der Umweltorientierung auch einen Wettbewerbsvorteil, 22 verneinen das. Am zurückhaltendsten bei diesem Punkt zeigten sich die österreichischen Unternehmen: Nur 43 Prozent glauben an einen Wettbewerbsvorteil, gegenüber 62 Prozent in der Schweiz, 60 in Deutschland und 58 in Südtirol.

Unternehmenskultur als Wettbewerbsvorteil

Eine starke, im Alltag gelebte Unternehmenskultur wird von nahezu allen Befragten (96 Prozent) als Wettbewerbsvorteil erlebt. Als wichtigste Werte wurden Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Leistungsstreben, Freundlichkeit, Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen, Loyalität, Langfristigkeit, Respekt und Wertschätzung, Authentizität, Handschlagqualität, Familie und Tradition genannt.

Finanzierung aus eigener Kraft

Ein Drittel der befragten Unternehmen finanziert sich ausschließlich aus dem eigenen Cashflow, 63 Prozent wählen eine Mischung aus Cashflow und klassischem Bankdarlehen. Kapitalerhöhungen über private Mittel werden am ehesten von kleineren Unternehmen mit weniger als 20 Mio. Euro Umsatz gewählt.

Von ihrer Bank erwarten Familienunternehmen eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Kompetente Beratung, faire Konditionen, Loyalität und Transparenz stehen hier im Mittelpunkt. “Wir arbeiten viel mit Familienunternehmen und hören ihre Erfolgsgeschichten, Wünsche und Sorgen“, so Matthias Albert, Partner und Mitglied des Vorstandes der Bank Gutmann. “Ein großes Thema ist die Nachfolge. Viele Unternehmen sind darauf zu wenig vorbereitet. Um sie hier zu unterstützen, braucht es Verständnis und eine generationsübergreifende Betreuung.”

Familienunternehmen haben eine gemeinsame “DNA“

Insgesamt können die speziellen Charakteristika von Familienunternehmen in zehn Eigenschaften zusammengefasst werden. Diese sind auch für ihren Erfolg maßgeblich.

- Langfristige, nachhaltige Ausrichtung durch eine gesunde und bedachte Führung
- Konvergenz von Eigentum und Führung, rasche Entscheidungen, persönliche Beziehung zu den Inhabern
- Gefestigte, gelebte traditionelle Werte
- Einsatz, Kompetenz und Loyalität der Mitarbeiter
- Innovation bei Produkten und Dienstleistungen
- Höchste Qualität von Produkten und Dienstleistungen
- Der Kunde im Mittelpunkt
- Internationalität (vor allem bei den größeren Unternehmen)
- Eng definiertes Produkt- und Leistungsangebot (spezialisierte Nischenanbieter)
- Finanzstärke mit hoher Liquidität und hohem Eigenkapital

Daten zur Studie

Die qualitative Erhebung wurde im Zeitraum Oktober 2011 bis August 2012 von der Weissman-Gruppe in Zusammenarbeit mit der Bank Gutmann durchgeführt (strukturierte Interviews).

An der Studie beteiligten sich 101 Unternehmen, davon 53 Prozent aus Österreich, 24 Prozent aus Südtirol, 13 Prozent aus der Schweiz und zehn Prozent aus Deutschland. 62 Prozent kommen aus dem Produktionssektor, 17 Prozent beschäftigen sich mit Handel und 21 Prozent mit Dienstleistung.

29 Prozent fallen in die Kategorie bis 20 Mio. Euro Jahresumsatz, 24 Prozent erzielen 20 bis 40 Mio., 32 Prozent 40 bis 150 Mio. und 16 Prozent über 150 Mio. Euro Jahresumsatz. Die Unternehmen der kleinsten Kategorie beschäftigen im Durchschnitt 63 Mitarbeiter, bei den anderen Kategorien sind es durchschnittlich 214, 509 bzw. 2.691 Mitarbeiter.

Ausgewählt wurden Unternehmen, die nachweislich schon seit Jahrzehnten tätig sind. Das Durchschnittsalter der teilnehmenden Unternehmen beträgt 76 Jahre – wobei das älteste Unternehmen auf das Jahr 1650 zurückgeht.

Weitere Informationen zur Studie.







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