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Dark Trading bei Aktien - CFA Studie

Aktien werden immer häufiger über alternative Plattformen, oftmals über so genannte Darkpools, gehandelt. Gemäss einer Studie des CFA Institute kann darunter die Marktqualität leiden. Den Privatanleger gilt es zu schützen. Markets | 11.12.2012 11:56 Uhr
Rhodri Preece, CFA Institute
Rhodri Preece, CFA Institute

Die Volumen beim ausserbörslichen Aktienhandel haben über die letzten Jahre stark zugenommen. Dies hat zu zunehmenden Bedenken bezüglich der abnehmenden Transparenz, dem sinkenden Zugang zu Finanzanlagen und der Wettbewerbssituation von traditionellen Börsen geführt. Insbesondere, da bei Darkpool‐Transaktionen die Aufträge in der Regel vor der Abwicklung nicht öffentlich zugänglich sind. Beispiele für entsprechende Handelsplätze sind Liquidnet, Chi‐X und UBS MTF.

Das Darkpool‐Handelsvolumen in den EU‐Ländern und der Schweiz verdoppelte sich seit Juni 2010 von 30 auf 60 Mrd. Euro. Der Anteil an der gesamten Handelsaktivität hat sich gar verdreifacht. In den USA verdoppelte sich der Marktanteil des OTC‐Geschäfts am gesamten USAktienhandel zwischen dem ersten Quartal 2009 und dem zweiten Quartal 2011 auf rund 31 Prozent, davon haben Darkpools einen Anteil von 8 bis 13 Prozent. Regulatoren weltweit sowieVerbände wie das CFA Institute äusserten bereits ihre Bedenken, da sich die zunehmenden Darkpool‐Aktivitäten nachteilig auf die Transparenz, den Zugang für Investoren und den Wettbewerb auswirken könnten.

Eine aktuelle Studie des CFA Institute untersucht den Einfluss von Darkpools bezüglich Qualität des Aktienmarktes. Qualitätsmerkmale sind dabei unter anderen die Geld‐Brief‐Spanne und die Markttiefe. Die Studie zeigt, dass bei einer Zunahme des Dark‐Tradings bei einer Aktie zunächst die Marktqualität steigt. Wenn jedoch der Hauptteil des Volumens über nicht zugängliche Plattformen gehandelt wird, nimmt die Marktqualität ab.

Die Studie empfiehlt, dass regulatorische Massnahmen den fairen Wettbewerb unterstützen sollten. Zudem gilt es, Investoren, die ihre Trades auf öffentlichen Plattformen tätigen, zu schützen. Im Detail bedeutet dies:

  • Bei einer Internalisierung der Aufträge von Privatpersonen sollten den Anlegern deutlich niedrigere Konditionen angeboten werden. Ausserdem erhalten Anleger, die ihre Aufträge an Börsen öffentlich zugänglich platzieren, einen gewissen Schutz.
  • Die Regulatoren sollten die Volumenzunahmen in Darkpools überwachen und bei zu starkem Wachstum mit Massnahmen eingreifen.
  • Nicht öffentliche Plattformen sollten von sich aus das Reporting über ihre Aktivitäten verbessern und die Transparenz fördern, damit Anleger und Regulatoren fundierter über deren Nutzen entscheiden können.


Rhodri Preece, CFA, Direktor der Einheit Capital Markets Policy des CFA Institute, kommentiert: „Wir sind überzeugt, dass bei der Umsetzung dieser Massnahmen die öffentlich zugänglichen Handelsaufträge geschützt würden und Privatpersonen, die nicht öffentliche Handelssysteme nutzen, von Preisvorteilen profitieren könnten. Nebst der Aufrechterhaltung des Wettbewerbs und der höheren Transparenz würden die Marktintegrität und das Vertrauen der Anleger gefördert.“

Der Artikel wird nach der Anzeige fortgesetzt.

Anbei die vollständige Studie zum Download im PDF-Format.

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