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Peter E. Huber: "Mit Helikoptergeld zur Hyperinflation"

„Die Notenbanken scheinen mit ihrem Latein am Ende, und die Märkte sehen es genauso“, fasst Peter E. Huber, Fondsmanager und Vorstand von StarCapital, die derzeitige Lage in seinem aktuellen Aktienmarktausblick zusammen. Markets | 12.04.2016 15:40 Uhr
©  e-fundresearch.com / StarCapital
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Die letzten geldpolitischen Kraftakte haben laut Huber keinerlei positive Auswirkungen auf die Börsen mehr gehabt. Es sei klar, dass die Staatsschuldenkrise einer Lösung bedürfe, wenn man wieder zu einem gesunden Wirtschaftswachstum zurückkehren und die Herausforderungen der Zukunft meistern will. Die Schuldenkrise lasse sich auf traditionelle Weise nicht mehr lösen, dazu sei sie viel zu weit fortgeschritten. Das Helikopter-Geld – bislang ein theoretisches Gedankenexperiment – und die damit in Verbindung stehende Inflationierung bilden eine vermeintliche Lösung, die derzeit hoch-kontrovers diskutiert wird.

Huber warnt eindringlich vor den Risiken des Helikopter-Geldes

In der öffentlichen Diskussion tauchen die Schlagworte „Helikoptergeld“ und „Bargeldabschaffung“ derzeit gehäuft auf. „Dies ist kein Zufall, wurden sie doch von Politik und Notenbanken initiiert, um die Reaktion der Öffentlichkeit zu testen und diese auf das bevorstehende ‚Endspiel‘ vorzubereiten“, meint Huber, der vor den Risiken des Helikopter-Geldes eindrücklich warnt. Die gewünschte Inflation, so Huber, käme irgendwann ins Rollen, wenn die Leute erkennen, dass „das Geld nichts anderes ist als bedrucktes Papier“ und sie anfangen würden es auszugeben. Dies könne bei einem Pro-Kopf-Betrag von bereits 10.000 € oder erst bei 100.000 € geschehen. Fraglich sei die Begrenzung auf das willkürlich gesetzte Inflationsziel von zwei Prozent. Viel gravierender ist jedoch der damit einhergehende Vertrauensverlust. Dieser führe zu einer Hyperinflation.  

Die Staaten haben den von den Notenbanken geschaffenen Spielraum nicht genutzt...

Das bevorstehende „Endspiel“ sei die Konsequenz einer historischen Entwicklung vom sogenannten Deficit Spending der Industrieländer, über die Geld- und Zinspolitik Greenspans um die Jahrtausendwende bis hin zum globalen Finanzkollaps nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008. "Inzwischen sei eine Situation eingetreten, die in den vergangenen Jahren von StarCapital mehrfach mit den Stichworten „Nullwachstum, Nullzinsen, Nullinflation“ prophezeit wurde", erklärt Huber. Die Staaten haben den von den Notenbanken geschaffenen Spielraum nicht genutzt, sondern sich im Gegenteil immer höher verschuldet. Die globalen Schulden sind seit 2007 von 141 Billionen $ auf aktuell rund 200 Billionen $ gestiegen. Das Beispiel Japan mit einer Finanzierung von 80% der Staatsausgaben durch den Aufkauf von Staatsanleihen zeige, dass die Notenbanken unverblümt zur Staatsfinanzierung übergegangen seien. Auch die EZB lege unverdrossen neue Maßnahmen des Quantitative Easing auf. 

Die Zeche für die Schuldenkrise zahlen am Ende die Gläubiger und nicht die Schuldner

„Die Wirkung ist gleich Null“, resümiert Huber, der auch den positiven Effekt von immer höheren Negativzinsen für fragwürdig hält. Damit bleiben nur noch zwei Lösungsmöglichkeiten: Der Schuldenschnitt, der auch in Form von Nullzinsen bei endlosen Laufzeiten daherkommen kann oder die Inflationierung und damit die Entwertung der Schulden. Die Notenbanken werden es weiter über finanzielle Repression versuchen, d.h. steigende Inflation bei weiter niedrigen Zinsen. Und auch wenn ihnen die Inflationierung bisher nicht geglückt ist, haben Zentralbanken durch geschenkte Kredite statt Leihgaben durchaus die Möglichkeit Inflation zu erzeugen. Wann dies genau eintritt, lasse sich allerdings schwer abschätzen. Marode Systeme tendieren dazu, sich sehr lange stabil zu halten. Huber fasst die Situation für Anleger indes als eher günstig zusammen. Das deflationäre bzw. disinflationäre Umfeld begünstige insbesondere hochverzinsliche Anleihen knapp unterhalb der Investmentqualität. Dieser Trend komme überwiegend durch die Überkapazitäten zustande, die im Rahmen der Globalisierung geschaffen wurden und auf die Preise drücken. Der Rat geht zu Sensibilität gegenüber Veränderungen und zu Positionen in Sachwerten (Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe). Der Zug für Immobilien-Anlagen sei jedoch schon abgefahren. Für den Investmentexperten von StarCapital steht die allgemeine Lage fest: „Die Zeche für die Schuldenkrise zahlen am Ende die Gläubiger und nicht die Schuldner“. 

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