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Columbia Threadneedle Experte: "Chinesische Unternehmen können Gewinne trotz Konjunkturabkühlung steigern"

In China könnten nach Einschätzungen von Soo Nam NG, Head of Asian Equities bei Columbia Threadneedle, einige Unternehmen ihre Gewinne trotz des allgemein schwächeren Wirtschaftswachstums erhöhen – etwa durch Kostensenkungen oder den Zugewinn von Marktanteilen. So gebe es ironischerweise trotz der allgemeinen Wachstumsverlangsamung immer noch Bereiche, die stärker wüchsen als je zuvor. Markets | 18.05.2016 11:58 Uhr
Soo Nam NG, Head of Asian Equities, Columbia Threadneedle Investments / ©  Columbia Treadneedle Investments
Soo Nam NG, Head of Asian Equities, Columbia Threadneedle Investments / © Columbia Treadneedle Investments

"China sieht sich nach wie vor mit einer Reihe von besorgniserregenden Problemen konfrontiert, zum Beispiel notleidende Kredite im Bankensystem, Überkapazitäten in einigen Sektoren und Korruption. Die Zentralregierung hat sich dieser Herausforderungen allerdings schon vor ein paar Jahren angenommen und konnte einige Erfolge erzielen, besonders seit dem Regierungsantritt von Präsident Xi Jin Ping. Seine Antikorruptionspolitik hat beispielsweise einiges zur Verbesserung der Parteidisziplin beigetragen. Das wird weitreichende Auswirkungen auf die Haushaltsdisziplin und Rechenschaftspflicht der Regierung haben, die meiner Ansicht nach die Hauptursache für Überkapazitäten im Land sind.

Eine weitere mittel- bis langfristig positive Entwicklung ist, dass die chinesischen Entscheidungsträger in vielen Bereichen Reformen angestoßen haben, von der Finanzliberalisierung bis zur Steuerung der Wirtschaft. Wenn die Politik jetzt keine Fehler macht, wird es in China meiner Ansicht nach zu keinem Crash kommen.

Eine gesunde Wirtschaft braucht gesunde Banken, und ich glaube nicht, dass die Probleme im Bankensektor tatsächlich so schlimm sind wie 2001. Dennoch verdränge ich nicht die Risiken, denn die sind klar vorhanden. Es ist wahrscheinlich, dass die Banken mit mehr notleidenden Krediten konfrontiert werden (zum Beispiel aus dem Bergbausektor), aber China hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es in der Lage ist, Probleme frühzeitig zu erkennen und so tickende Zeitbomben zu entschärfen. Ich sehe keinen Grund zu der Annahme, dass die chinesischen Entscheidungsträger jetzt oder in den kommenden Jahren weniger wachsam sein sollten.

Angesichts des BIP-Wachstums von 6,9%, das China im letzten Jahr erzielt hat und dem Tempo der Abschwächung in den vergangenen drei Jahren, halte ich das Ziel von 6,5% für das BIP-Wachstum 2016 für sowohl realistisch als auch erreichbar. Chinas Führung versteht die Funktionsweise einer modernen Wirtschaft viel besser als ihre Vorgänger und verfügt über die politische Macht, ihre Pläne auch umzusetzen. In den vergangenen Jahren lag ihr Fokus auf nachhaltigem Wachstum, weswegen stärkere Wachstumsanreize für die Wirtschaft ausblieben. Das bedeutet, dass noch Spielraum bestehen dürfte, um falls nötig das Ziel von 6,5% zu übertreffen.

Die Entwicklung hin zu effizienteren staatlichen Unternehmen hält an, während der Privatsektor seit vielen Jahren die treibende Kraft für die Wirtschaft darstellt. Das gilt für börsennotierte Unternehmen, und zwar nicht nur in neuen Wirtschaftssektoren, sondern in allen Bereichen, in denen Produktinnovationen über den Fortbestand von Unternehmen entscheiden.

Hinsichtlich des Arbeitsmarkts ist anzumerken, dass das verlangsamte Wachstum der letzten Jahre in China nicht zu sozial destabilisierenden Problemen im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit geführt hat. Vielleicht werden durch die Ausweitung des Dienstleistungssektors genug neue Stellen geschaffen, um die Verluste in Sektoren mit Überkapazitäten aufzufangen.

Wie geht es für den Yuan weiter?

Die Chinesische Volksbank (PBOC) konnte über recht lange Zeit eine allmähliche Stärkung des Yuan aufrechterhalten, obwohl sie seit 2014 begonnen hat, auch eine gewisse Fluktuation und Schwächung gegenüber dem US-Dollar zuzulassen. Wir reden hier über einen Rückgang von weniger als 10% seit Anfang 2014. Im größeren Zusammenhang gesehen, ist der Yuan eine starke, gut regulierte Währung. In den vergangenen 12 Monaten hat die PBOC den Yuan entlang einer fast flachen Linie gegenüber dem Dollar geführt – bis zum August 2015, als sie eine Abschwächung von 3% zuließ. Das löste viele Bedenken über ihre Absicht und Fähigkeit aus, den Yuan zu verteidigen und führte zu einer Reihe spekulativer Leerverkäufe im Markt.

Diese Bedenken wurden durch den Rückgang um 1,5% zu Beginn des Jahres noch verschärft, aber nach Intervention der PBOC holte der Yuan alle im Laufe des Jahres gegenüber dem Dollar verzeichneten Verluste wieder auf. Die Botschaft ist deutlich: Die PBOC wird den Yuan weiterhin gegenüber negativen Marktkräften schützen. Das ist ein gutes Zeichen, da die PBOC, wie wir wissen, Stabilität einem Abwertungswettlauf vorzieht. Mit Blick auf die Zukunft glaube ich, dass die PBOC Währungsschwankungen bis zu einem gewissen Grad tolerieren wird, solange dies nicht zu einem Vertrauensverlust führt.

Lehren aus den Ereignissen zu Beginn des Jahres

Der Asien-Pazifik-Raum ohne Japan hat seit Anfang des Jahres alle Verluste aufgeholt. Der Rückgang im Januar kam recht unerwartet, besonders da es bereits im 2. Halbjahr 2015 eine Korrektur gab. Die neuen Auslöser waren die Unsicherheit bezüglich des Yuan und der Absturz der Ölpreise.

Wenn man daraus eine Lehre ziehen kann, dann im Hinblick auf den Umgang mit Marktstörfaktoren und bessere Reaktionsmechanismen, um „Angstattacken“, die wir erlebt haben, entgegenzuwirken. Es wäre für die Anleger von Vorteil, wenn sie mehr dafür sensibilisiert wären, was in den Märkten bereits eingepreist ist, und was nicht. Dies würde ihnen mehr Sicherheit geben, um auch in solchen Phasen Chancen zu nutzen.

In China verzeichnen zum Beispiel der Onlinehandel und die Versicherungsbranche ein gutes Wachstum. Interessanterweise konnte man beobachten, dass eine höhere Anzahl von Unternehmen Dividenden an Anleger auszahlten, da sie aufgrund des verlangsamten Wachstums nicht mehr so aggressiv investierten. In einigen Fällen hat sich der Wettbewerb auch abgeschwächt und die Erträge sind trotz des langsameren Wachstums stabiler geworden.

Der Markt sollte sich mehr Sorgen um Gewinne als um makroökonomisches Wachstum machen. Auch wenn das Wachstum sich abschwächt, könnten einige Unternehmen dennoch durch Kostensenkungen oder den Zugewinn von Marktanteilen ihre Gewinne erhöhen. So gibt es ironischerweise trotz der allgemeinen Wachstumsverlangsamung immer noch Bereiche, die stärker wachsen als je zuvor. Dies gilt zum Beispiel für einige der chinesischen Online-Unternehmen, wie Alibaba, Baidu und Tencent, die auch weiterhin Gewinne aus ihren jüngsten Investitionen realisieren werden. Die Realität einer zweigleisigen Wirtschaft in China bedeutet für Anleger, dass sie selektiv vorgehen müssen. Es ist also nicht empfehlenswert, den ganzen Markt zu kaufen. In anderen Worten bedeutet das, dass EFTs vermutlich weniger gut abschneiden werden als ein aktiver Anlageansatz."

Soo Nam NG, Head of Asian Equities, Columbia Threadneedle Investments


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