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Altersvorsorge Herbstdialog: Rentenpolitik sollte Wohlstandspolitik sein

"Die Pensionspolitik muss sich weg von Klientel- bzw. Wahlinteressen hin zu einer nachhaltigen Pensions- und damit zu einer Wohlstandspolitik wenden." So der Appell einer hochkarätigen Experten-Pressekonferenz, die anlässlich des heutigen "Altersvorsorge Herbstdialogs" in Wien veranstaltet wurde. Markets | 19.10.2016 12:03 Uhr
©  Barbara Bertolini / Fotografin Sabine Klimpt
© Barbara Bertolini / Fotografin Sabine Klimpt

Fotos Podium, von links nach rechts:

- Hanspeter Konrad, Zürich, Direktor ASIP-Schweizer Pensionskassenverband

- Bjørn Hamre, Oslo, Vorstand Norwegischer Pensionsfonds und Kommunale Landesversicherung KLP

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- KR Mag. Andreas Zakostelsky, Wien, Obmann Fachverband Pensionskassen der WKO

- Dr. Adam Lessing, Wien, Head of Central and Eastern Europe, Fidelity International

- Heribert Karch, Berlin, CEO aba-Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge, Berlin

- Mag. Karin Keglevich-Lauringer, Geschäftsführerin von Special Public Affairs GmbH


In der neuesten Renten-Studie der Allianz sind Schweden, Dänemark und Norwegen, die schon lange eine Pensionsreform umgesetzt haben, unter den Spitzenreitern in der Nachhaltigkeit ihres Systems. Obgleich Österreich den fünften Rang bei den Pensionsausgaben innehat, liegt man hier abgeschlagen auf dem 28. Platz. Dieses System ist auf Dauer nicht finanzierbar, die Wichtigkeit der betrieblichen Altersvorsorge (BAV) muss von der Politik anerkannt und gefördert werden. Diesem Schwerpunkt widmet sich der ‚Institutionelle Altersvorsorge Herbstdialog‘. Initiatorin der Konferenz ist Barbara Bertolini, die sich ganz dem Thema Altersvorsorge verschrieben hat (siehe auch aktuelles e-fundresearch.com Interview mit Barbara Bertolini). Der Herbstdialog ist bereits eine Folgeveranstaltung des im Frühsommer dieses Jahres stattgefundenen Institutionellen Altersvorsorge- und Investorengipfels. Der Diskurs geht nun weiter ins Detail, mit der Erwartung erster Arbeitsergebnisse.


„Der Mittelstand hat Angst vor dem Abstieg im Alter und Angst ist Gift für eine Gesellschaft. Den Menschen aus politischem Kalkül vorzugaukeln, alles sei in Ordnung, ist politische Illusion“, so Heribert Karch, Vorsitzender der aba-Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge, Berlin, im Rahmen der Pressekonferenz zum ‚Internationalen Altersvorsorge Herbstdialog‘. Karch fordert ein, dass sich die Politik mehr über Wohlstand im Alter, als über Altersarmut unterhalten sollte. „Eine gute Rentenpolitik hält die Gesellschaft stärker zusammen als viele andere Politikfelder“, mahnt Karch.

Rentenpolitischer Konsens in Deutschland und Österreich besteht weitgehend darin, dass die Politik hier nicht mehr Gestalter, sondern Getriebener der Pensionspolitik ist – einer Politik, die mit Wohlstandsförderung nichts zu tun hat. Aber es gibt keinen Grund warum Wohlstand im Alter, wenn man die zweite Säule stärkt, in einer reichen Gesellschaft nicht möglich sein sollte. Die Weltbank hat dazu bereits 1996 in ihrem Bericht die betriebliche Altersvorsorge als Wohlstandsbringer und als probates Mittel für die Meisterung der demographischen Herausforderungen bezeichnet. Es geht um einen neuen Finanzierungskonsens, – eigentlich um den konsequenten Ausbau von Vorhandenem, also einer ganzheitlichen Sicht und nicht um ein Ausspielen der Säulen untereinander.

Karch plädiert, dass der Staat den Bürger dort unterstützen soll, wo er auch etwas zurückbekommt. Steuerliche Förderungen der BAV schaffen dem Staat anstatt Verlusten aufgeschobene Steuereinnahmen – eine Art risikofreies Investment in die Zukunft. Dabei muss man lediglich über die nächste Wahlperiode hinausblicken. Denn die steuerliche Veranlagung der Betriebsrente, die der Staat heute gewährt, erhält er im Alterseinkommen verzinst wieder zurück. Da der demografische Alterungsprozess mit großer Sicherheit eintritt, wäre die Investitionssicherheit höher als bei jedem Unternehmen.

Jugendstudie MetallRente Deutschland (www.metallrente.de/jugendstudie)

In der Studie 2016 des deutschen MetallRente Versorgungswerkes, zeigt sich vor allem, dass die Jugendlichen grundsätzlich bereit sind für das Alter vorzusorgen. Das funktioniert jedoch bei freiwilliger Einzahlung in Sparprogramme nicht ausreichend. Obwohl 54 Prozent regelmäßig sparen, fließt dieses Sparguthaben eher in Freizeitaktivitäten. Markant ist, dass die Jugendlichen sich, wenn es um das Sparen für die Altersvorsorge geht, mehrheitlich eine Institutionalisierung anstelle einer Individualisierung wünschen. „Das kann man nachvollziehen“, so Karch. Denn als junger Mensch hat man andere Sorgen, als sich monatlich um etwaige Sparquoten fürs Alter kümmern zu müssen. 65 Prozent der Befragten stimmten einer automatisierten Sparregel zu, mit einer zusätzlichen Opt-out Möglichkeit erhöht sich die Zustimmung auf 82 Prozent und wenn dies betrieblich noch unterstützt würde, steigt die Zustimmung sogar auf 90 Prozent. Selbst niedrige Einkommensgruppen würden das automatisierte System bevorzugen. Die Studie belegt den Mangel an finanzieller und wirtschaftlicher Kompetenz der Generation Y. Es fällt vielen jungen Menschen in Deutschland schwer, das Drei-Säulen-Modell überhaupt zu verstehen. Rund 91 Prozent der Befragten wünschen sich eine jährliche, leicht verständliche Information über ihre Rentenansprüche. Die betriebliche Altersvorsorge ist bei 39 Prozent der Befragten bekannt, währenddessen 27 Prozent nur die Riesterrente kennen.

Der Gesetzgeber sollte daher mehr auf die betriebliche Altersvorsorge setzen und den Aufbau eines Kapitalstocks fördern, denn man darf sich nicht der politischen Illusion hingeben und glauben, dass die staatliche Rente allein den Wohlstand im Alter erhalten kann. Dazu bedarf es aber auch einer steuerlichen Vereinfachung des Systems, denn mittelständische und kleine Unternehmen scheitern derzeit an der Komplexität, das sieht man auch in Österreich so. Die Möglichkeit, vom Arbeitgeber zu verlangen, dass ein gewisser selbstbestimmter Anteil des Gehalts für die Altersvorsorge verwendet werden kann, sollte nicht behindert, sondern gefördert werden, denn es stellt ein probates Mittel dar, eine Pensionsnachhaltigkeit zu erzeugen, die dringend nötig ist.

„Die betriebliche Altersvorsorge in Österreich muss in den kommenden Jahren weiter stark ausgebaut werden. Die Angebote der so genannten 2. Säule des österreichischen Pensionssystems sollten als Ergänzung der staatlichen Pension gefördert werden, stellen sie doch ein probates Mittel dar, eine Pensionsnachhaltigkeit zu erzeugen, die wir dringend brauchen. Es muss uns rasch gelingen, möglichst viele Österreicher – insbesondere die heutige Jugend – ins System der betrieblichen Altersvorsorge aufzunehmen, um auch künftigen Generationen den Erhalt ihres Lebensstandards im Alter zu ermöglichen“, ergänzt Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands Pensionskassen der WKÖ und Generaldirektor der VBV-Gruppe. Er erinnert auch daran, dass man bei der Altersvorsorge nicht ausschließlich auf die kurzfristige Performance-Maximierung achten sollte. Die Pensionskassen, mit einer durchschnittlichen Rendite von 5,07 Prozent in den letzten drei Jahren, zeigen vor, dass auch in einem Niedrigzinsumfeld Rendite zu erzielen ist.

Reform Altersvorsorge 2020 – Vorbildcharakter Schweiz

In der Schweiz gibt es seit 1972 ein Drei-Säulen-Rentensystem, das großzügig steuerlich unterstützt wird und aufgrund seiner Ausgewogenheit zwischen umlagefinanzierten staatlichen Renten der ersten Säule (AHV und IV), kapitalgedeckten Renten der zweiten Säule (berufliche Vorsorge, BVG) und kapitalgedeckten Renten der dritten Säule hinsichtlich sozialer Sicherheit international als beispielhaft gilt. „Das Zusammenspiel der drei Säulen wirkt ökonomisch langfristig stabilisierend, gerade weil es die Solidarität zwischen den Generationen und die Selbstverantwortlichkeit und die Eigeninitiative kombiniert“, berichtet Hanspeter Konrad, Direktor ASIP- Schweizer Pensionsverband.

Aufgrund der demografischen Alterung und der anhaltend niedrigen und negativen Zinsen, welche zunehmend die Finanzierbarkeit privater und öffentlicher Altersvorsorge erschweren, müssen die Sozialwerke verstärkt werden. „Mit der Reform ‚Altersvorsorge 2020‘, hat der schweizerische Bundesrat eines der wichtigsten gesellschaftspolitischen Reformprojekte des Jahrzehnts vorgelegt, dessen Ziel es ist, die AHV und die zweite Säule umfassend, jedoch sozialverträglich zu reformieren“, deponiert Konrad. Insbesondere geht es dabei um die Bewahrung der Solidarität zwischen den Generationen, indem die Finanzierungslast nicht zu stark auf die jungen Erwerbstätigen abgewälzt wird. Die Schweizer Politik hat den Reformprozess eingeleitet um Gestalter zu sein und den Jungen Perspektiven aufzeigen. „Es muss das Interesse des Staates sein, die Menschen zur Selbstvorsorge zu motivieren“, betont Konrad, denn „man darf dabei nicht vergessen, dass durch solche Maßnahmen auch Geld im Land gehalten wird.“

In Norwegen gibt es keine große Pensionsdebatte, da wurde bereits vor zehn Jahren eine nachhaltige Pensionsreform durchgeführt, das zeigt sich auch am hervorragenden fünften Platz der Allianzstudie. „Die betriebliche Rentenversicherung wurde obligatorisch eingeführt, mit einer gesetzlich geregelten Langlebigkeitsanpassung und erhöhten Rückstellungen“, berichtet Bjørn Hamre, Vorstand der Norwegischen Pensionsfonds und Kommunale Lebensversicherung, Oslo.

Rendite auch im Niedrigzinsumfeld

Das Nullzinsumfeld stellt Pensionskassen, Versicherungen und andere institutionelle Anleger vor erhebliche Herausforderungen: Ertragszusagen, die – als sie eingegangen wurden – noch unproblematisch erschienen, sind jedoch im aktuellen Umfeld mit risikoarmen Staatsanleihen nicht mehr erfüllbar. „Während täglich alte Hochkupons im Portfolio abreifen, sinkt der durchschnittliche Garantiezins aus den Verpflichtungen nur sehr langsam. In dieser sich rapide öffnenden Schere sind Standardportfolios mit ihrer Mischung aus Euro Renten und Aktien überfordert. Gefragt sind jetzt sowohl Beimischungen komplexerer Produkte (Infrastruktur, asiatische Hochzinsanleihen, Kredite) und Standardlösungen als auch maßgeschneiderte, z.B. Solvency II optimierte Lösungen. Da ist auch die Politik gefordert, das zu verstehen. Man kann nicht Rendite fordern und ein sich Anpassen an die Finanzmarkt-Realität gesetzlich unterbinden“, so Dr. Adam Lessing, Head of Central and Eastern Europe Fidelity International. 

Alle waren sich einig: Altersvorsorge bedarf politischen Mutes und Gestaltungswillen. Eine kapitalgedeckte Wohlstandspolitik für eine gute Pension sollte die neue Benchmark sein, um Gesellschaften zusammenzuhalten. 

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