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Die Debatte über sogenanntes Helikoptergeld als ultimatives Mittel der EZB ist aktuell wieder etwas abgekühlt. In Deutschland und der ganzen Eurozone sehen Verbraucher die Wirksamkeit von Gratis-Geld skeptisch. Nehmen würden sie es trotzdem. Markets | 25.10.2016 12:35 Uhr
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In Deutschland, wo die unkonventionellen monetären Maßnahmen der EZB grundsätzlich eher kritisch gesehen werden, halten nur 14% der Befragten einer repräsentativen Befragung der ING-DiBa Helikoptergeld für eine schlechte, 48% hingegen für eine gute Idee. In den anderen 7 Ländern der Eurozone, in denen die Befragung durchgeführt wurde, befürworten durchschnittlich sogar 55% eine solche Maßnahme.

Allerdings glauben die meisten Befragten nicht, dass die EZB mit Helikoptergeld auch wirklich ihr Ziel von mehr Wachstum und Inflation erreichen würde. In Deutschland nehmen das gerade mal 31% (Wachstum) bzw. 35% (Inflation) an.

Die meisten Befragten würden auch Geld, das vom Himmel fällt, eher sparen als ausgeben. Mario Draghi müsste schon sehr viele Hubschrauber starten lassen und rund um die Uhr fliegen lassen, will er mit Hilfe von Helikoptergeld seine geldpolitischen Ziele erreichen.

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Wenn sich die EZB diese Woche zu ihrer nächsten geldpolitischen Entscheidung trifft, hat sich die Diskussion über Helikoptergeld etwas abgekühlt. Die Wirtschaft der Eurozone scheint stabiler zu sein als erwartet und auch die Inflation sackt nicht weiter ab. Kurze Verschnaufpause für die EZB. Trotzdem wird die Diskussion über Helikoptergeld als ultimatives Mittel – wenn das jetzige QE-Programm doch nicht ausreicht – wieder aufleben, sobald die Konjunkturzahlen enttäuschen.


In einer repräsentativen Umfrage hat die ING-DiBa Verbraucher in 13 europäischen Ländern, davon 8 Euro-Mitgliedsländer, nach ihren Gedanken und Einschätzungen zu Helikoptergeld befragt. Es gibt natürlich etliche Definitionen dieses Begriffs. In der Umfrage wird Helikoptergeld definiert als Szenario, in dem jeder Person im Alter von 18 Jahren oder darüber ein Jahr lang ein monatlicher Betrag von 200 Euro (oder dem entsprechenden Gegenwert in Landeswährung) zur Verfügung gestellt wird.

Wirksamkeit wird angezweifelt – nur eine Minderheit erwartet stärkeres Wachstum oder höhere Inflation

So erwarten hierzulande nur 31%, dass sich als Resultat einer solchen Maßnahme ein stärkeres Wirtschaftswachstum einstellen würde – 39% nehmen demgegenüber an, dass Helikoptergeld keine Auswirkung auf die ökonomische Entwicklung hätte. Im Eurozonen-Durchschnitt ist dieses Verhältnis mit 42% zu 32% annähernd umgekehrt. Dennoch gibt es mit Spanien und Italien lediglich zwei Länder, in denen die Befragten mehrheitlich ein höheres Wirtschaftswachstum erwarten würden.

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Eine höhere Inflationsrate, die ja das erklärte Ziel der Europäischen Zentralbank ist, würden in Deutschland rund 35%, in den anderen Eurozonen-Ländern durchschnittlich 34% erwarten; hier wie dort nehmen hingegen 42% an, dass die EZB auch mit Helikoptergeld die Inflation nicht erhöhen kann. Für die EZB ist das sicherlich eine schlechte Nachricht, da so auch die Inflationserwartungen ziemlich unberührt bleiben würden. Und die Inflationserwartungen sind im Augenblick ja eine für die EZB sehr wichtige Zielgröße.

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Obwohl also die Effekte, auf die die Zentralbanker bei Ausgabe von Helikoptergeld hoffen würden, überwiegend angezweifelt werden, steht man der Durchführung einer solchen Maßnahme durchaus aufgeschlossen gegenüber – in 8 Ländern der Eurozone sprechen sich durchschnittlich 55% der Befragten dafür aus. Auch die generell eher EZB-kritischen Deutschen machen dabei keine Ausnahme. Fast die Hälfte der Befragten hierzulande hält die Ausgabe von Geld durch die EZB an die Bevölkerung für eine gute oder sehr gute Idee. Nur eine Minderheit von rund 14% sieht ein solches Konzept als schlechte oder sehr schlechte Idee an.

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Die Diskrepanz zwischen diesen scheinbar nicht zusammenpassenden Ergebnissen erklärt sich vielleicht daraus, wie die Konsumenten mit dem sogenannten Helikoptergeld umgehen würden.

Befragt nach der Verwendung eines Betrages von 200 Euro, der ein Jahr lang jeden Monat zur Verfügung gestellt würde, gibt nur eine Minderheit von 26% deutschlandweit und 28% im Eurozonen-Durchschnitt an, dass der Großteil dieses Geldes in den Konsum fließen würde. Aber selbst diese Minderheit würde die Wirtschaft nur zum Teil ankurbeln, denn mehr als die Hälfte davon würde lediglich notwendige Ausgaben bestreiten, die ohnehin angefallen wären, wie Miete bzw. Hypothekenraten, Lebensmittel oder Versicherungsbeiträge.

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Der Großteil aller Deutschen und Europäer würde den Geldsegen hingegen auf dem Konto belassen, anlegen oder damit bestehende Schulden reduzieren. Dieses Ergebnis hat nicht nur mit der Tatsache zu tun, dass Europäer sparsam sind, sondern wahrscheinlich auch mit der Angst, dass eigentlich nichts im Leben umsonst ist. Viele sind doch skeptisch, dass das Hubschraubergeld auch wirklich bleibt und nicht von anderer Stelle wieder weggenommen wird. In jedem Land ist der Anteil der Befragten, die mit dem Zentralbankgeld sparsamer umgehen würden als mit einem Geldgeschenk aus anderer Quelle, nämlich deutlich höher als der Anteil derer, die in diesem Fall mehr ausgeben würden.

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Unter dem Strich bleibt bei unserem hypothetischen Hubschraubergeld ein Einmaleffekt für die Wirtschaft von nicht ganz 2% des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone. Unter der Annahme, dass diejenigen Befragten, die mit dem zusätzlichen Geld ohnehin notwendige Ausgaben bestreiten, die dafür ursprünglich eingeplanten Mittel lieber auf die hohe Kante legen, anstatt sie auszugeben, wäre es sogar nur knapp die Hälfte. Und das mit einem Aufwand, der sich auf rund 8% des BIP beläuft. Unklar ist außerdem, in welchem Maße Ausgaben, die auf lange Sicht ohnehin getätigt worden wären, lediglich vorgezogen und somit im Konsum der Folgejahre fehlen würden. EZB Präsident Draghi müsste also sehr viele Hubschrauber aufsteigen lassen, wenn er die Wirtschaft nachhaltig stärken will.

Vielleicht wirkt es, vielleicht auch nicht – aber auf dem Kontoauszug sieht es gut aus

Dass die überwiegende Verwendung des zur Verfügung gestellten Geldes zum Sparen, Anlegen oder zur Schuldenreduzierung die erhoffte Auswirkung auf Inflation und Wirtschaftswachstum verringert, ist anscheinend auch den Befragten klar, die ja überwiegend angaben, keine Steigerung bei Wirtschaftswachstum oder Inflation zu erwarten. Doch führt dies nicht dazu, dass die Maßnahme als solche abgelehnt wird – ganz offensichtlich würden die Verbraucher das Geld gerne annehmen, auch wenn sie sich davon lediglich einen persönlichen und keinen gesamtwirtschaftlichen Vorteil versprechen.

So ergibt sich das bemerkenswerte Bild, dass die wohl radikalste Maßnahme, die die EZB ergreifen könnte, in ganz Europa und sogar im Draghi-kritischen Deutschland auf breite Zustimmung stoßen würde – allerdings aus den gleichen Gründen, die die Wirksamkeit dieser Maßnahme zweifelhaft erscheinen lassen.

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