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Aktienmärkte trotzen politischer Nervosität

Ungeachtet der bevorstehenden Wahlen in wichtigen EU-Staaten und Donald Trumps unberechenbarer Politik geht es an den Aktienmärkten derzeit bergauf. "Während die Entwicklung in den verschiedenen Regionen der Welt zuletzt relativ einheitlich ausfiel, gab es bei den Anlagesektoren größere Unterschiede. Informationstechnologie und Gesundheit konnten stark profitieren", erklärt Christian Nemeth, Vorstandsmitglied und Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Markets | 24.03.2017 16:09 Uhr
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Waren die steigenden Kurse an den globalen Aktienmärkten seit Ende der letzten großen Rezession im Jahr 2009 in erster Linie der expansiven Geldpolitik wichtiger Zentralbanken geschuldet, sind mittlerweile steigende Konjunktur- und Inflationserwartungen dafür verantwortlich. „Beide zusammen bestimmen das nominale Wirtschaftswachstum, das wiederum der wichtigste Faktor für die Gewinnentwicklung der Unternehmen ist. Man kann also sagen, dass die Kurse jetzt nicht mehr aufgrund der Geldpolitik der Notenbanken, sondern aus den richtigen Gründen steigen“, kommentiert Christian Nemeth, Vorstandsmitglied und Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich AG, diese Entwicklung. Zuletzt legten die globalen Aktienmärkte erneut kräftig zu, wobei die Entwicklung in den Regionen der Welt relativ einheitlich ausfiel. Sektoral gab es sehr wohl Unterschiede, Informationstechnologie und Gesundheit zählten zu den Spitzenreitern. 

Christian Nemeth, Vorstandsmitglied und Chief Investment Officer, Zürcher Kantonalbank Österreich AG
Christian Nemeth, Vorstandsmitglied und Chief Investment Officer, Zürcher Kantonalbank Österreich AG

Anleihen- und Rohstoffmärkte mit Licht und Schatten

Anders als bei Dividendenpapieren geht die Entwicklung an den Anleihenmärkten zumindest teilweise auch nach unten. So sanken in den vergangenen Wochen die Renditen der als sicher geltenden Staatsanleihen, etwa jene der Schweiz oder Deutschlands. Im Gegensatz dazu stiegen die Renditen von Bonds jener Länder, in denen die politische Ausrichtung zur Disposition steht. „Wir halten bei den Anleihen die Duration weiterhin kurz und empfehlen Beimischungen aus den Bereichen Emerging Markets und High Yield“, erklärt Nemeth. Ähnlich durchwachsen wie Anleihen entwickelten sich zuletzt die Rohstoffe. Während die Edelmetallpreise stark zulegen konnten, tritt Erdöl auf der Stelle und die Agrarrohstoffe sind mehrheitlich im Minus. 

Zinserhöhungen in den USA, solides Wachstum in der Eurozone

Aus Sicht der Zürcher Kantonalbank Österreich AG sollten das positive konjunkturelle Momentum und die anziehende Inflation der US-Notenbank Fed genügend Spielraum für den weiteren Normalisierungsprozess bei den Leitzinsen geben. Die Privatbank rechnet daher weiterhin mit drei Zinsschritten im Jahr 2017. Die Europäische Zentralbank EZB bleibt 2017 indessen expansiv, das Wachstum in der Eurozone entwickelte sich zuletzt solide. Im vierten Quartal 2016 wuchs die Wirtschaft um 0,4 %. Deutschland lag genau im Durchschnitt der Eurozone, Österreich durfte sich über einen Zuwachs von 0,6 % freuen und lag damit ex aequo mit Portugal auf Platz drei. Nur die Slowakei mit einem Plus von 0,8 % und Spanien mit 0,7 % verzeichneten ein größeres Wachstum. Weit weg von einer wirtschaftlichen Normalisierung sind die Griechen mit -0,4 %. Noch schlechter erging es nur der finnischen Wirtschaft. In Summe nahm das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone im vergangenen Jahr übrigens um 1,7 % zu. 

Aktien: Mehrere Regionen haben ihren Reiz

Für die Assetklasse Aktien spricht nach wie vor einiges. Die Gewinnaussichten der Unternehmen bleiben erhellt, lediglich politische Ereignisse könnten das erfreuliche Aktienumfeld beeinflussen. Bei ihrer Anlagepolitik lässt die auf Private Banking in Österreich und Deutschland spezialisierte Zürcher Kantonalbank Österreich AG die regionalen Aktienquoten unverändert. Gute Argumente gibt es für Titel aus verschiedenen Regionen. „Für die USA sprechen das konjunkturelle Momentum sowie der starke US-Dollar. Europa ist dafür aus Bewertungssicht deutlich tiefer und sollte über den Export profitieren. Die günstigste Bewertung weisen die Emerging Markets auf und solange es hier zu keinen massiven Verwerfungen bei den Kapitalströmen kommt, sollten auch die Schwellenländer von den rosigen Wirtschaftsaussichten profitieren“, erläutert Nemeth. 

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