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ESG-Expertin: Stimmrechtsnutzung von essentieller Bedeutung

Aktives Engagement: Warum das Ausüben des Stimmrechts für verantwortungsbewusste Anleger von zentraler Bedeutung sein sollte, erklärt Hanna Waltsgott, Responsible Investment Analyst bei Kempen Capital Management, anhand konkreter Beispiele. Markets | 18.05.2017 13:36 Uhr
Hanna Waltsgott, Responsible Investment Analyst, Kempen Capital Management / ©  Kempen Capital Management
Hanna Waltsgott, Responsible Investment Analyst, Kempen Capital Management / © Kempen Capital Management

"Für Kempen Capital Management (Kempen) ist das Ausüben des Stimmrechts von zentraler Bedeutung für ein verantwortungsvolles Investieren und aktives Engagement. Die Stimmabgabe ist einerseits Teil unserer treuhänderischen Verantwortung, bei jeder Anlageentscheidung die Interessen und Werte des Kunden im Blick zu haben. Dementsprechend setzen wir unser Stimmrecht im Sinne der Investmentziele und -politik unserer Fonds ein. Darüber hinaus haben wir hierdurch die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf unterschiedliche strategische, finanzielle und gesellschaftliche Themen zu nehmen. Wir dürfen im wahrsten Sinne des Wortes bei wichtigen Aspekten der Unternehmensführung mitreden. Die so getroffenen Entscheidungen können sich direkt auf die Aktionäre auswirken, z. B. wenn es um die strategische Ausrichtung des Unternehmens geht, sich aber auch auf Aspekte wie Umwelt, Sozialverträglichkeit und Unternehmensführung (Environment, Social & Governance – ESG-Themen) beziehen. Nicht zuletzt ist die Wahrnehmung des Stimmrechts Wesensmerkmal eines demokratischen und funktionierenden Governance-Systems. 

Beispiel
Im vergangenen Jahr stellten Aktionäre des US-Pharmakonzerns Merck einen Aktionärsantrag in dem es um die Frage ging, wie nicht verbrauchte Medikamente sicher und ohne gefährliche Auswirkungen für Umwelt und Gesellschaft entsorgt werden können. Die Argumentation solcher Anträge ist meist sehr komplex, und unser Portfoliomanager war sich zunächst nicht sicher, ob er dafür oder dagegen stimmen sollte. Gemeinsam mit dem Responsible Investment Team trugen wir alle Argumente zusammen und beschlossen, im Einklang mit den United Nations Principles for Responsible Investment (UN-Prinzipien für verantwortungsvolles Anlegen) für den Antrag zu votieren. Allerdings ist bei solchen Fragen kein standardisiertes Vorgehen möglich. Jeder Staat hat seine eigenen Vorschriften, und auch die Märkte und Unternehmen sind von Land zu Land unterschiedlich. Daher unterziehen wir die Anträge von Aktionären stets einer Einzelfallprüfung. 

Kempen-Abstimmungspolitik
Kempen blickt auf eine langjährige Tradition als verantwortungsbewusste Vermögensverwaltungsgesellschaft mit langfristigem Anlagehorizont zurück. Hieraus können wir eine Reihe von Prinzipien ableiten, die uns beim bewussten Einsatz unseres Stimmrechts als Orientierung dienen und ein konsistentes Abstimmungsverhalten in den unterschiedlichen Investmentteams von Kempen gewährleisten. Einer dieser Grundsätze betrifft die Governance-Struktur: Wir glauben, dass die Entscheidungsfindung in einer Unternehmenskultur erfolgen sollte, die Nachhaltigkeit und langfristige Wertschöpfung fördert. Ein Beispiel ist die Vergütungspolitik: Anreize sollten so gesetzt werden, dass die Interessen der Geschäftsführungsmitglieder Hand in Hand mit denen der Aktionäre und anderen Interessenvertreter gehen. Wir empfehlen, die Vergütung an Ergebnisse zu koppeln, die dem Unternehmen langfristig einen Mehrwert bringen. Dadurch werden sowohl kurzfristig orientiertes Handeln als auch Fluktuationen in der Wertentwicklung durch (zu) hohe Risiken vermieden. 

Ein weiterer Grundsatz bezieht sich auf die Rechenschaftspflicht: Wir setzen Impulse für Transparenz, damit Aktionäre fundierte Anlageentscheidungen treffen können. Neben den genannten haben wir weitere fünf Grundsätze für die Stimmrechtsausübung festgelegt, um die Interessen unserer Kunden zu wahren und eine gute Unternehmensführung zu fördern. 

Zur Stimmabgabe verwenden wir die elektronische Abstimmungsplattform von Institutional Shareholder Services (ISS), einer auf Stimmrechtsvertretung spezialisierten internationalen Beratungsgesellschaft. Wir nutzen außerdem die Analysedaten von ISS, wobei die entscheidenden Überlegungen nach wie vor von unseren Portfoliomanagern in Zusammenarbeit mit dem Responsible Investment Team von Kempen angestellt werden. Einige Portfoliomanager von Kempen nehmen selbst an den Jahreshauptversammlungen oder außerordentlichen Hauptversammlungen teil, um persönlich ihre Stimme abzugeben oder um Einwände und Bedenken vorzubringen. Beispielsweise  kontaktierten die Fondsmanager den Vorstand von BESI (eines in verschiedenen Portfolien vertretenen niederländischen Halbleiterherstellers) vor der Hauptversammlung, um das Thema Vergütung zu besprechen. Der Vorschlag des Managements sah ein offenes Bonussystem ohne eindeutige Kriterien vor, das nicht im Einklang mit den Aktionärsinteressen stand. Aufgrund unseres Gesprächs korrigierte das Unternehmen den Vergütungsvorschlag, sodass die Portfoliomanager am Ende mit Ja stimmen konnten. Allerdings stimmten die Portfoliomanager auf derselben Hauptversammlung gegen die Wiederwahl des Vorstandsvorsitzenden, da seine Amtszeit deutlich länger war als es die üblichen Governance-Praktiken der Niederlande vorgaben. 

Alpha und Omega des Handelns als aktive Aktionäre
Aktives Engagement von Aktionären bedeutet, eine direkte Beziehung zum Unternehmen aufzubauen. Dabei spielt das Stimmrecht eine wichtige Rolle. Besonders wenn wir Bedenken gegen einen Vorschlag des Managements haben, versuchen wir unsere Unzufriedenheit im Vorfeld der Hauptversammlung zur Sprache zu bringen. Im Idealfall ergibt sich daraus ein ständiger und offener Dialog. Die Ausübung des Stimmrechts als Aktionär wirkt somit als Katalysator für positive Veränderungen."

Hanna Waltsgott, Responsible Investment Analyst, Kempen Capital Management


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