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Gastkommentar: Ist klassische Länderdiversifikation der Weisheit letzter Schluss?

Warum man sich bei der Asset Allocation wie ein Personalleiter verhalten sollte, erklärt James Swanson, Chief Investment Strategist bei MFS Investment Management, in einem Exklusiv-Gastkommentar: Markets | 18.07.2017 14:00 Uhr
©  Pexels.com
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Von James Swanson, Chief Investment Strategist, MFS Investment Management:

"Medienberichten zufolge haben amerikanische Aktieninvestoren in den letzten Monaten viel Kapital ins Ausland umgeschichtet – nach Europa und Japan, insbesondere aber in die Emerging Markets. 2017 verzeichneten Schwellenländeraktien bislang 29,4 Milliarden US-Dollar Zuflüsse. Im Vergleich dazu stehen Europa mit 18,3 und die USA mit 6,6 Milliarden US-Dollar Zuflüssen, gemäß EPFR Global Data. Aber ist diese Art der Länderdiversifikation wirklich der Weisheit letzter Schluss? Wenn US-Investoren ihren Heimatmarkt verlassen, haben sie dafür meist zwei Gründe: Bewertungen und Fundamentaldaten. Tatsächlich scheinen viele Aktienmärkte günstiger bewertet als der S&P 500. Aber im Vergangenheitsvergleich sind auch sie teuer. Wer glaubt, den hohen Bewertungen in den USA durch den Gang ins Ausland entgehen zu können, macht es sich zu einfach.
James Swanson, Chief Investment Strategist, MFS Investment Management
James Swanson, Chief Investment Strategist, MFS Investment Management

Und die Fundamentaldaten? In Europa, Japan und den Schwellenländern ist die Industrieproduktion gestiegen, ebenso wie der Konsum. Aber die chinesische Konjunktur lässt langsam nach und die Metallpreise, ein wichtiger Frühindikator, beginnen zu fallen. In China, aber auch in Großbritannien, Deutschland und selbst in den USA hält sich der Lohnanstieg in Grenzen, während die Lebenshaltungskosten kräftig anziehen. Eine solche Kombination gab es seit Jahren nicht mehr, und es liegt auf der Hand, dass sie den Konsum nicht gerade stützt. Aber auf den Konsum entfällt der Löwenanteil des Bruttoinlandsprodukts.

Die klassische Länderdiversifikation nützt wenig, wenn man dabei in teure Märkte mit mäßigen Fundamentaldaten investieren muss. Ohnehin kann man sich fragen, ob ein S&P 500-Portfolio nicht ebenso stark nach Ländern diversifiziert ist wie eines, das weltweit anlegt: Die S&P 500-Unternehmen erzielen heute 40 Prozent ihrer Umsätze außerhalb der USA. Bei europäischen und japanischen Indizes sieht es nicht anders aus.

Ich setzte daher auf ein anderes Diversifikationskonzept: Wenn ich ein Portfolio zusammenstelle, denke ich wie ein Personalleiter, der auch nicht einfach nur einen Querschnitt der Absolventen, sondern kreative und motivierte Mitarbeiter möchte. Mich interessieren disruptive Unternehmen – und nicht Firmen, für die die Innovationen anderer eine Bedrohung sind. Im Technologiesektor finde ich die Pioniere spannend, nicht die Nachzügler.

Interessante Unternehmen gibt es in allen Ländern – gut geführte Unternehmen mit diversifizierten und sicheren Umsätzen, einem starken Vertrieb und erfolgreichen neuen Produkten.  Unternehmen, die ihre Gewinne nicht für Aktienrückkäufe, sondern für zukunftsweisende Investitionen nutzen. Unternehmen, die die Gewinner von morgen sein können.

Die Länderstruktur eines Portfolios ist eben nicht alles."

James Swanson, Chief Investment Strategist, MFS Investment Management


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