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Gröschls Mittwochskommentar: 16/2018

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 18.04.2018 12:45 Uhr
Florian Gröschl, Absolute Return Consulting GmbH / ©  ARC GmbH
Florian Gröschl, Absolute Return Consulting GmbH / © ARC GmbH

Was uns bzw. mich über die letzten Jahre, schreiben wir´s mal freundlich, etwas irritiert hat, war, dass Nachrichten über potentielle Risiken, die früher in der Sekunde in der sie über den Ticker gelaufen sind, eingepreist worden wären, von den Märkten in vielen Fällen nahezu völlig ignoriert wurden. Dafür gibt´s natürlich eine Reihe von Erklärungsversuchen, die von emotionslosen Algo-Tradern (KIs ;-)) bis hin zum unerschütterlichen Glauben an die Allmacht der Zentralbanken reichen. Einen einzelnen Schuldigen wird man wohl schwer finden, aber möglicherweise liegt des Puddels Kern ein wenig woanders.

Dass wir im Zeitalter der Desinformation, des rosa Rauschens und der Feedbackräume leben, ist natürlich nichts Neues. Allerdings war mein Gefühl bisher, dass man als einigermaßen geübter Beobachter, der Zugang zu einer Diversität von Informationsquellen hat, mit einem gewissen Grundaufwand, wenn man es denn drauf anlegt, jeder Schlagzeile mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einen gewissen Wahrheitsgehalt zuordnen kann. Zum Beispiel: Tesla wird bis dann und dann so und soviele Einheiten vom Model 3  produzieren. Extrapoliert man nun das Eintreffen der diversen Versprechen von Herrn Musk, kann man mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich da eher um Träume als um Realitäten handelt…..

Auf geo-politischer Ebene hat sich das meiner Ansicht nach gänzlich verändert. Nehmen wir aus aktuellem Anlass den vermeintlichen syrischen Giftgasangriff auf Duma. (Hier hätte man in der Hitze des Gefechts natürlich auch einen Hoax entwickeln können, weil wer liest schon genau ob der Angriff jetzt auf Duma oder die Duma war… ;-)) Hatten wir früher CNN, die einfach gesagt haben, was wir zu glauben haben, fällt es aktuell schwer aus den vorliegenden Medienberichten mit einem einigermaßen vernünftigen Konfidenzniveau abzuleiten, ob es tatsächlich zum Einsatz von Giftgas gekommen ist. Die Historie der Assad´schen Kriegsführung spricht dafür, die veröffentlichten Interviews (zB im öst. Staatsfunk) eher dagegen, die Reaktion der Amerikaner, nach dem der letzte syrische Flieger sich auf russische Militärbasen zurückgezogen hat, Ziele der bestenfalls dritten Reihe zu bombardieren, eher auch.

Die kurzfristige Nicht-Umsetzung der neuen Russland-Sanktionen von US Seite würden auch darauf hindeuten, dass man sich auf US Amerikanischer Seite nicht ganz sicher ist. Aber warum dann überhaupt das ganze Theater, nur weil Trump wieder einmal unter Verbal-Diarrhoe gelitten hat? Und wie ist in diesem Fall das Verhalten Frankreichs  einzuordnen? Bei den Engländern ist die Sache klar, weil wenn sie´s nicht schaffen sich hinreichend an Amerika anzubiedern, droht das Vereinigte Königreich endgültig in die geopolitische Bedeutungslosigkeit abzurutschen, was der Inselbevölkerung kaum gefallen dürfte…

Aber Frankreich? Wenn Macron wirklich die EU umbauen will, was ihm angesichts der Seehofers etc in der deutschen Regierung wohl schwer fallen dürfte, warum sucht er dann nicht eine Linie mit Merkel? Geht´s ihm eventuell auch um´s eigene und das Ego der Grand Nation?

Offensichtlich ist, wie schon Weiland Sinowatz zu sagen pflegte, alles furchtbar kompliziert. Das war natürlich immer so, aber wie eingangs festgestellt, scheint es früher einfacher gewesen zu sein, die Interessen der einzelnen Agitatoren mit Wahrscheinlichkeiten zu belegen und das dann auf mögliche Markt bewegende Faktoren zu kondensieren. Naja und dann hat der Portfoliomanager halt zum Telefon gegriffen und gehandelt. Aber jetzt weiß er noch weniger, muss erst für 27 (Hausnummer! :-)) Fonds einen Pre-Trade-Check machen und dokumentieren, von dem er eh schon vorher weiß, was rauskommt, das Risikomanagement prüfen lassen und fünf Unterschriften von Legal & Compliance einholen, weil er vor einem halben Jahr mit der Cousine des Brokers einen Kaffee getrunken hat. Ich kenn mich ja nicht aus, aber vielleicht tut man dann eventuell nicht immer das was gut wäre, sondern nur das was unbedingt sein muss…

Und aus! :-)

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH


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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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