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Gröschls Mittwochskommentar: 49/2019

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 04.12.2019 10:34 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto

Das nahende Jahresende erkennt man unter anderem daran, dass sich die Chef - VolkswirtInnen und Strategen diverser Investmenthäuser in den Finanzmetropolen rund um den Globus und in Wien zu den alljährlichen Jahresausblicks-Veranstaltungen einfinden. Dass die Divergenzen nicht allzu groß sein können, blicken doch alle in den selben Kaffeesatz, ist nicht weiter verwunderlich, aber heuer ist der Konsens (mit ein paar wenigen, umso erfrischenderen Ausnahmen)  gefühlsmäßig schon sehr einhellig. Wir haben die Konjunkturdelle überstanden und jetzt wird alles wirklich richtig gut! Nun, noch guter kann es bezogen auf die Aktienmarktperformance wohl kaum werden, wobei hier die Vermutung nahe läge, dass hier eher die Überraschung der erneuten Lockerung der Geldpolitik durch die EZB und Fed und die unverbesserliche Hoffnung auf eine Einigung im US-chinesischen Handelskonflikt die Ursache für die prolongierte Euphorie gewesen sein könnten… ;-) 

Die Aussichten für letzteres haben sich in den letzten Tagen zumindest nicht verbessert, auch wenn der US Präsident um Schadensbegrenzung bemüht scheint. Dass die chinesische Führung die „Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten“ getrennt von den Handelsgesprächen betrachtet, ist illusorisch.

Den Zentralbanken wird es wohl zumindest nicht leicht fallen, erneut zu überraschen. Die Fed hat mit dem Aufweichen des Inflationsziels ja, sozusagen mit einem Softopening zu weiteren Easing-Maßnahmen, die Karten auch schon ein Stück weit(er) auf den Tisch gelegt. Die andere Richtung dürfte man ihr bei den montäglichen ISMs, wo eine Bodenbildung nur mit sehr viel Phantasie auszumachen ist, auch kaum durchgehen lassen. 

Jedenfalls ist ein breiter Konsens immer hinterfragenswürdig und meist ein Anzeichen dafür, dass es erstens anders kommt und zweitens als man denkt. ;-) Wobei man sich diesmal natürlich einmal mehr fragen muss, wohin mit der ganzen Liquidität. High Grade Staatsanleihen, insbesondere in Euro, dürften bei dem aktuellen Renditeniveau nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss sein. Sollten die US-Zinsen tatsächlich ordentlich fallen, ist long US Govies natürlich the place to be, nur dürfte der Dollar sich einer Konvergenz des europäischen und US Zinsniveaus wohl kaum entziehen können und darob irgendwann abstinken. Viel bleibt dann nicht mehr übrig, es sei denn, man verliert lieber mit Sicherheit 0,50 am Cash Konto als unter Unsicherheit wesentlich mehr am Markt. Dazu kommen natürlich noch diverse Vorschriften und Regularien à la Solvency II, PKG etc., die das Ganze auch nicht wirklich unkomplizierter machen….

Möglicherweise ist es Zeit, sich einzugestehen, dass das Experiment negativer Zinsen weder in der makroökonomischen Theorie noch in der gelebten Praxis (das Phrasenschwein freut sich ;-)) irgendeinen Sinn macht. Tatsächlich dürfte diese Erkenntnis eh schon gesickert sein, nur ist die Angst vor einem disruptiven Politikwechsel noch zu groß. Wenn der Karren dann irgendwann wirklich richtig an der Wand pickt, ist es sicher leichter die Dinge zu ändern… ;-) Löbliche Ausnahme oder aber vielleicht auch das Versuchskaninchen wird hier wohl die schwedische Riksbank sein, die das fünfjährige Experiment negativer Geldmarktzinsen am 19. Dezember (hoffentlich) wegen sportlicher Wertlosigkeit abbrechen wird. Ich vage hier mal die Prognose, dass die Welt (deswegen ;-)) erstmal nicht untergehen wird! :-)

Apropos untergehen (nein keine Sorge, keine COP25 Referenzen): Bei den britischen Wahlen am 12. Dezember schaut es leider immer weniger nach einer Überraschung aus. So wie die Dinge liegen, wird wohl Boris Johnson, wenn ihm nicht noch ein gröberer Lapsus passiert, das Rennen machen, wobei das schlimme dran ist, dass, wenn man sich die Ideen von Corbyn anschaut, man eigentlich froh sein muss, auch wenn es das finale Ende des Britischen Empires bedeuten könnte. Das hat sie nicht verdient die Queen! Der Gatte dement, der Sohn in einen Sex-Skandal verstrickt und der Premierminister eine gesamtheitlich zweifelhafte Erscheinung!

Ansonsten dreht sich die Welt, immer wärmer aber doch, auch diese Woche weiter. Österreich hat weiterhin keine neue Regierung, die NATO ist – hirntot oder nicht – siebzig und auch sonst gebe es einiges, worüber man sich den Kopf zerbrechen könnte, aber irgendwann muss Schluss sein! :-)

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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