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Emerging Markets: Ist 2020 Schluss mit dem Nachzüglerdasein?

Die Schwellenländer dümpeln nun schon eine ganze Dekade weit abgeschlagen vor sich hin. Während sich der Wert des S&P 500 in den letzten zehn Jahren verdreifacht hat, haben sich die Schwellenländer deutlich verschlechtert. „Aus unserer Sicht gibt es gute Gründe, weshalb sich Schwellenländeraktien in den nächsten zehn Jahren besser schlagen könnten", erklärt Raheel Altaf, Fondsmanager des Artemis Funds (Lux) – Global Emerging Markets, in einem Gastkommentar. Markets | 08.01.2020 12:46 Uhr
Raheel Altaf, Fondsmanager, Artemis Global Emerging Markets Fund / © Artemis
Raheel Altaf, Fondsmanager, Artemis Global Emerging Markets Fund / © Artemis

"Aktien aus Schwellenländern bestechen durch attraktive Fundamentaldaten. Doch 2019 wurden diese Vorzüge von makroökonomischen Faktoren und politischen Bedenken überschattet. Ein schwächeres Wirtschaftswachstum weltweit, der Mangel an Entschlossenheit in den handelspolitischen Verhandlungen zwischen den USA und China sowie wiederkehrende Phasen geopolitischer Unsicherheit – all dies drückte auf die Stimmung der Anleger, die Schwellenländeraktien noch immer als eine eher risikoreiche Anlage betrachten.  

Und so schnitten Aktien aus Industrieländern, vor allem den USA, deutlich besser ab als die Emerging Markets, obwohl diese mit positiven Gesamtrenditen aufwarten konnten. 

Magere zehn Jahre

Die Schwellenländer dümpeln nun schon eine ganze Dekade weit abgeschlagen vor sich hin. Während sich der Wert des S&P 500 in den letzten zehn Jahren verdreifacht hat, haben sich die Schwellenländer deutlich verschlechtert.  

Vergleichsweise magere zehn Jahre für Schwellenländeraktien

Quelle: Refinitiv Datastream; Stand: 31. Oktober 2019

Was sollten Anleger für das Jahr 2020 erwarten? 

Bestehende Herausforderungen sind möglicherweise bereits eingepreist

Es steht außer Frage, dass einige Schwellenländer in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn die handelspolitischen Spannungen dieses Jahr andauern oder gar zunehmen.  

Über Jahrzehnte ist der Integrationsgrad der Weltwirtschaft tendenziell immer weiter gestiegen. Hiervon haben auch die Schwellenländer direkt profitiert. Doch angesichts des wachsenden politischen Einflusses von Populisten wird diese Entwicklung mittlerweile infrage gestellt. Der langjährige Prozess der Globalisierung könnte sich nun umkehren. 

Die jüngste Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat die geopolitischen Unsicherheiten unterstrichen - und kann die Risikobereitschaft der Investoren dämpfen. 

Zugleich könnten Anleger dieser Bedrohung Rechnung getragen und sich bereits entsprechend positioniert haben. Da in den letzten zehn Jahren zumeist eine erhöhte Risikoaversion vorherrschte, floss weniger Kapital in als risikoreich erachtete Anlagen wie z. B. Emerging Markets. Bevorzugt wurden stattdessen sichere Häfen. Das zeigt sich auch in der Renditeentwicklung von Staatsanleihen und US-Aktien seit der globalen Finanzkrise.  

Doch für Stock Picker, deren Horizont nicht bei Schlagzeilen über Handelskriege, der Iran-Konflitk oder Trumps neusten Tweets endet, könnten die schlechten Nachrichten von heute die Chance von morgen sein. Insbesondere die asiatischen Volkswirtschaften haben Maßnahmen ergriffen, um sich gegen Nachfrageschocks aus den westlichen Ländern zu schützen, und verfügen deshalb inzwischen über eine höhere Selbständigkeit. 

Die Bewertungen sowie die Positionierung der Anleger deuten darauf hin, dass die geopolitischen Risiken bereits eingepreist sind. Wenn sich also das Wachstum besser entwickelt als erwartet oder die Spannungen nachlassen, könnten Schwellenländeraktien mit einem Mal attraktiv für Contrarian-Strategien werden.  

Fünf Gründe sprechen unseres Erachtens dafür, dass die relativen Renditen der Emerging Markets auf kurze Sicht steigen könnten.

1. Unterstützung durch China

In der letzten Zeit hat sich eine Verbesserung der Konjunkturdaten – insbesondere der Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe – abgezeichnet. Außerdem könnte Peking die politischen Zügel weiter lockern. Dies würde die Binnennachfrage und auch die Wirtschaftstätigkeit im Dienstleistungssektor zusätzlich stützen.  

2. Expansivere Geldpolitik

Emerging Markets sind potenzielle Nutznießer einer expansiveren Geldpolitik der Zentralbanken. Die jüngste Zinssenkung der Fed dürfte sich in einer weltweiten Lockerung der Finanzierungsbedingungen niederschlagen. Da vonseiten der Inflation allgemein keine Gefahr droht, könnte es in den Emerging Markets zu einer synchronen geldpolitische Lockerung kommen, die dann wachstumsstimulierend wirken dürfte.  

3. Möglichkeit eines Handelsabkommens 

Zweifellos ist die Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China auf kurze Sicht ein Risiko, doch wir gehen davon aus, dass die Spannungen im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen 2020 nachlassen werden.  

4. Unterstützung durch Bewertungen

Auch bei Schwellenländeraktien ist die Bewertung der alles entscheidende Faktor. Momentan werden die Titel zu Kursen etwas unterhalb des historischen Durchschnitts gehandelt. Damit unterscheiden sich die Emerging Markets von so manch anderen Aktienmärkten. Sie notieren nach wie vor mit hohem Abschlag zu Industrieländern.  

Dramatische Ausweitung der Bewertungslücke zwischen US-Aktien und Schwellenländeraktien

Quelle: Refinitiv Datastream; Stand: 31. Oktober 2019

5. Zunehmend aktionärsfreundliche Politik 

Anleger neigen zu der Ansicht, staatliche Unternehmen (SOEs) seien reine Instrumente der jeweiligen Regierungen, denen die Interessen von Minderheitsaktionären nicht wichtig genug sind. Doch hier zeichnet sich eine Veränderung zum Positiven ab. Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass sich mit einer verbesserten Corporate Governance Wertpotenzial schaffen lässt. So hat beispielsweise die russische Regierung das staatliche Unternehmen Gazprom dazu angehalten, die Dividenden der Aktionäre zu erhöhen. 

Die chinesische Regierung appelliert indes an ihre SOEs, mit gutem Beispiel voranzuschreiten und die Corporate Governance zu reformieren. Wir denken, dass diese Schritte Wertpotenzial erzeugen könnten und dass sich hierdurch nach gewisser Zeit der Bewertungsabschlag, zu dem diese Unternehmen üblicherweise gehandelt werden, allmählich verringern dürfte. 

Langfristige Überlegungen

Wir haben somit gute Gründe zu hoffen, dass bei den Renditen von Schwellenländeraktien relativ zu Titeln in Industrieländern dieses Jahr eine Erholung einsetzen wird. Gleichzeitig bietet sich etwas langfristiger orientierten Anlegern derzeit ein Chance zum Kauf, um das langfristige Potenzial der Emerging Markets zu nutzen. Dieses ist und bleibt unseres Erachtens beeindruckend. 

Die Argumente für ein langfristiges Engagement in Schwellenländern sind allgemein bekannt. Im Kern geht es darum, dass ein Investment in Emerging Markets die Chance bietet, an der wirtschaftlichen Entwicklung von Ländern zu partizipieren, deren BIP schneller wächst als das von Industrieländern.  

So ist beispielsweise zu erwarten, dass die langfristigen Renditen der besten Aktien aus dem Konsumsektor auf einer soliden Basis stehen, weil die Mittelschicht wächst und Produktmarken, die auf die binnenwirtschaftliche Nachfrage ausgerichtet sind, an Präsenz gewinnen.  

Drei aktuelle Chancen

Russische Aktien bieten eine mehr als doppelt so hohe Dividendenrendite wie andere Emerging Markets. Zahlreiche Unternehmen – allen voran Gazprom mit dem höchsten Renommee – gehen zu einer aktionärsfreundlicheren Politik über. 

Das KGV chinesischer Aktien bietet Aufwärtspotenzial, da die Kapitalmärkte schrittweise für internationale Anleger geöffnet werden. An Börsen in Festlandchina gehandelte A-Aktien dürften profitieren, denn ein größerer Pool von Anlegern erhält Zugang zu einem Markt, der durch hohes Ertragswachstum und attraktive Bewertungen gekennzeichnet ist. 

Die Suche nach sicheren Häfen oder das mechanische Kaufen der aktuellen Marktgewinner (Momentum-Strategien) hat dazu geführt, dass der Bewertungsabstand zwischen Value- und Growth-Titeln mittlerweile extrem groß ist. Value Stocks werden zu ungewöhnlich niedrigen Kursen gehandelt. Innerhalb der letzten 18 Monate stand zeitweise zu befürchten, dass sich dieser Abschlag verringert. Doch bislang gab es bei Value-Titeln noch keine anhaltende Outperformance-Phase. 

Im Übrigen sind die Bedingungen für Value Stocks in Emerging Markets ganz anders als für entsprechende Titel in Industrieländern. Aufgrund der günstigen demografischen Faktoren, der voranschreitenden Urbanisierung und des hohen Bedarfs an Infrastrukturinvestitionen gestalten sich die Aussichten für einen chinesischen Zementhersteller beispielsweise weitaus freundlicher als für dessen europäischen oder japanischen Konkurrenten. Auch chinesische Banken können auf ein deutlich attraktiveres Wachstum hoffen als beispielsweise Retailbanken in den reifen Märkten Europas."

Raheel Altaf, Fondsmanager des Artemis Funds (Lux) – Global Emerging Markets

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