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Gröschls Mittwochskommentar: 10/2020

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 04.03.2020 10:58 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto

So, da sitzen wir nun im Schwanensee und triefen nur so vor Unsicherheit. Es stellen sich natürlich eine Reihe von Fragen rund um die ganze Virusgeschichte. Allen voran die, wie viel wir eigentlich wissen. Hartnäckig halten sich die Gerüchte, dass das Ding doch eines von Rotbarts Geschöpfen ist und sein Ursprung doch nicht ganz natürlich ist. Macht das einen Unterschied? Naja, im Prinzip nicht, allerdings stellt es in Frage, inwieweit wir unsere Annahmen bezüglich der tatsächlichen Gefährlichkeit der Geschichte adaptieren müssen. Rein quantitativ ist die Lage, geht man von der Zahl der Neuinfektionen bzw. dem Rückgang derer in China und den veröffentlichten Mortalitätsraten aus, hoffnungslos aber nicht so ernst, dass wir uns zu Tode fürchten müssten.

Demgegenüber stehen relativ drastische Maßnahmen bei den Versuchen der Eindämmung der Neuinfektionen verschiedenster Regierungen, die allesamt nur bedingt Früchte tragen. Die Österreicher gehen mit ihrem Ansatz der häuslichen Quarantäne hier einen etwas anderen eigenen Weg, was entweder darauf hindeutet, dass ihnen auch nicht mehr Informationen vorliegen als dem Durchschnittsbürger (was durchaus möglich erscheint ;-)) oder dass sie sich in ihr Schicksal ergeben, weil´s eh wurscht ist… Mal sehen!  

Nicht ganz  so entspannt dürfte die Lage hingegen die US Notenbank sehen. Sie hat gestern Nachmittag den Leitzinssatz um 50 Basispunkte gesenkt, was vor allem anderen ein deutliches Indiz dafür ist, dass ihnen der Popsch aufs Grundeis geht. Das hat der Markt dann gleich auch richtig interpretiert und nach einem ersten Versuch zu steigen, den Mut verloren und sich verabschiedet. Ganz nebenbei sind die zehnjährigen US Zinsen unter ein Prozent gefallen, was auch niemandem wirklich hilft.  

Wir haben es also mit einer höchst undurchsichtigen Gemengelage zu tun, die sich insbesondere auf den US Konsumenten negativ auswirken wird. Der alten Weisheit folgend, dass wenn sich die USA einen Schnupfen einfangen, die Welt an SARS-CoV-2 erkranken wird, ist insbesondere in Zeiten wie diesen natürlich etwas abzugewinnen. Die Wirkungszusammenhänge – grob vereinfacht- lassen sich etwa folgendermaßen darstellen: Ein guter Teil des Networth des US Bürgers ist in Aktien geparkt (nicht so wie bei uns am Sparbuch ;-)). Fallen nun die Aktien fühlt sich das Volk ärmer, gibt weniger aus/spart mehr, die Unternehmen machen weniger Umsatz, verkleinern den Personalstand und die Hypotheken, Autokredite und Kreditkartenschulden werden nicht mehr bedient. Das wiederum ist gar nicht gut, weil, wie wir alle ja spätestens seit der GFC wissen, finden sich diese Forderungen gebündelt in diversen Strukturen wieder, die wiederum in einer Unzahl von Portfolios rund um den Globus verteilt sind. Wie das dann weiter gehen kann, werden sich die Veteranen noch erinnern können…  

Ein großer Unterschied zum Jahr 2008 ist natürlich, dass die Bankbilanzen wesentlich stärker sind, als sie damals waren, aber auch die Ertragsbasis ist bei einer flachen bis negativen Zinskurve natürlich nur mittelmäßig aufregend. Der Anteil der Finanzinstitute am Gesamtmarkt war damals wesentlich höher, nämlich ungefähr dort, wo die großen Tech-Titel sich jetzt rumtreiben. Nicht geändert hat sich allerdings, dass Banken eine binäre Geschichte sind, ein langsames Sterben wie bei einem Corporate, bei dem die Umsätze zurückgehen, das stückerlweise überschuldet und dann irgendwann Pleite ist, findet hier nicht statt. Wenn das Vertrauen weg ist, ist die Hütte zu und das kann in extremo innert von Stunden gehen…. Soweit zu den Geschichten aus dem Nähkästchen.  

Was also tun in Zeiten wie diesen? Händewaschen, Tee trinken (mit abgekochtem Wasser ;-)) und Abwarten was passiert. Grundsätzlich wird weithin auch zu Hamsterkäufen geraten, wobei man die Tierchen schon in größeren Mengen besitzen muss, damit´s ernährungstechnisch oder - über den Dynamo im Hamsterrad – bei der Energiegewinnung einen spürbaren Unterschied macht.

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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