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Gröschls Mittwochskommentar: 25/2020

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 17.06.2020 11:05 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto

Wie singen schon Starship 1987  - It's not over 'til it's over; It's not over 'til we get it right. (So viel zum musikalischen Bildungsauftrag für die früher oder später Geborenen! :-)) – Nun leider gilt dies aktuell mehr denn je, schaut man sich die Entwicklung der Covid-19 Fallzahlen rund um den Globus an. Wissend, dass das Thema ein ausgelutschtes und für viele ein völlig überstrapaziertes ist, hilft´s leider nix und es ist unter Umständen genau jetzt wichtig, die Wachsamkeit wieder zu erhöhen, nimmt die Geschichte, wenn wir zum Beispiel nach China blicken, wieder eine wenig erfreuliche Entwicklung, während die USA und Südamerika erst gar nicht rauskommen aus der ersten Welle.

Einer der meist zitierten (und mitunter vielleicht auch gelesenen ;-)) Artikel zum Thema war und ist wohl „The Hammer & the Dance“. Das mit dem Hammer hat zumindest in Europa bisher ganz gut funktioniert. Möglicherweise  zu gut, weil man sich hier vielerorts nun in Sicherheit wiegt und davon ausgeht, dass jetzt eh wieder alles normal ist. Nun, das ist wohl nicht so! Abgesehen von den bleibenden wirtschaftlichen Schäden, die man zwar versucht kurzfristig wegzudrucken, die uns aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nochmal einholen werden, ist auch die Infektionsgefahr weiterhin präsent. Der Übergang vom autoritär, meiner Ansicht nach hundertprozentig gerechtfertigten, verordneten Hammer zum eigenverantwortlichen Tanz, ist ein höchst schwieriger.

Dort, wo fester draufgehaut worden ist, ist die Toleranz bei der Eigen(fehl)leistung der Bevölkerung natürlich eine höhere. Dort, wo schon das nicht funktioniert hat, weil das Staatsoberhaupt zB vorgeschlagen hat Desinfektionsmittel zu trinken und keine Maske aufzusetzen bereit war, wäre der einzelne natürlich noch viel mehr gefragt. Nur, und ich glaub da können wir ruhig ehrlich zueinander sein, die Schwarmintelligenz unsere Spezies ist insbesondere in der Breite der Masse eine durchwegs reduzierte. Hinzukommt ein insbesondere in den letzten Jahren von eben diesen Autoritäten geschürtes Misstrauen gegenüber den traditionellen Medien, das viele in ihre eigenen Feedbackräume treibt, wo Leuten gefolgt wird, denen zu folgen ganz sicher keine schlaue Idee ist. Was tun wir also nun? – Na, bitte keinesfalls zu viel Tanzen, und wenn dann bitte nur mit möglichst wenig unterschiedlichen Partner*innen! :-)

Um die ganze Geschichte noch kurz in den persönlichen Kontext zu setzen bzw. zu erklären, warum der Bauch sich gar nicht wohl fühlt: Seit inzwischen mehreren Jahrzehnten verbringe ich einen wesentlichen Teil meiner Zeit damit Kurven zu betrachten (no, not what you think. ;-)). Nun mag man zur technischen Analyse stehen wie man will, aber – you can trust me on that :-) - ich erkenne einen Trend, eine Boden Bildung und ein Reversal, wenn ich es sehe. Insbesondere Trends beginnen immer langsam und – was vorallem für hoch infektiöse Viren gilt – beschleunigen sich nach und nach. Vergleichen wir das nun mit den Aktienmärken, die eh schon hoch bewertet scheinen, füttern wir diese weiter ordentlich mit Zentralbankgeld und leisten auch sonst noch durch diverse Ankündigungen dem weiteren Anstieg Vorschub ist das so, als ob wir dem Virus ab sofort wieder pro Woche vier Flieger von den USA nach China zur Verfügung stellen oder die Tourismus-Karawane nach Caorle zur Beach-Party schicken. Der wesentliche Unterschied ist allerdings, dass Aktienmärkte theoretisch ad infinitum steigen können….

Den Unterschied wird also einmal mehr das  Risikomanagment machen. Die zentrale Frage ist, wie bei allen Verteilungsannahmen: Was ist mein Erwartungswert, wie fett sind die Tails und – ja er unkt schon wieder – wie links schief ist meine zukünftige Verteilung. Daraus muss dann wohl jeder Markteilnehmer selber entwickeln, wieviel Gesellschaftsbeta brauch ich um einen potentiellen Totalverlust rechtfertigen zu können.

Ist doch schön, wenn wir das, was wir beim Illusionshandel (siehe letzten Mittwoch) gelernt haben, nun endlich auch mal im echten Leben anwenden können, oder. ;-) Die Sorge ist leider auch hier: Je tiefer wir hier in die Breite gehen, desto naiver werden die Marktteilnehmer und kaufen/tun Dinge, die sie inhaltlich vielleicht nur bedingt durchschauen zu Zeitpunkten, die vielleicht nicht mehr ganz opportun sind. Der wesentliche Unterschied zwischen den Aktienmärkten und dem Virus ist allerdings, dass letztendlich ein allgemeines Interesse an steigenden Märkten besteht, das zumeist positiv zur allgemeinen Wohlstandsentwicklung korreliert. Leider verhält sich das im viralen Fall genau umgekehrt. Je größer der Erfolg bei der Eindämmung der Neuinfektionen, desto größer ist der gesamtwirtschaftliche Schaden, was sich eigentlich – in einer normalen Welt, aber was ist schon normal ;-) – auch negativ auf die Aktienmärkte auswirken sollte. Kommt final zum Unglück dann auch noch Pech dazu, enden wir dann zu allem Überfluss auch noch in einer negativen Feedbackschleife…

That said, kann es eigentlich nur mehr besser werden! Oder? :-)

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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