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Gröschls Mittwochskommentar: 52/2020

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 23.12.2020 09:10 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto

So, das war 2020. Zumindest wenn man das Mittwochsmail als vorrangige Bezugsgröße heranzieht. :-) Another year over, And a new one just begun. (Lennon, John 1971) Normalerweise würde ich ja sagen, dass die künstliche Aufregung um die vermeintliche Zäsur am Jahreswechsel eine ist, die man tatsächlich vernachlässigen kann, weil warum soll am 1. Jänner irgendwas anders sein, als am 31. Dezember? Nun dieses Jahr tut sich aber doch ein bisserl was. Die Briten verlassen uns und das zu Bedingungen, die acht Tage davor – nach vier Jahren Herumgetue – noch immer nicht klar zu sein scheinen. Gut, nicht. 

Neu wird auch, wiewohl das nicht so ganz stichtagsabhängig ist, ein politisches Leben ohne die permanenten Nachrichten in einfacher Sprache von DJ Trump sein. Hier liegt die Vermutung nahe, dass die Veränderung für ihn jedenfalls schmerzhafter sein wird, als für den Rest der Welt. Den ganzen Trumpisme is not dead! – Verfechtern, kann ich persönlich nur mit leicht hochgezogener linker Augenbraue (wenn ich das tatsächlich könnte ;-)) und einem gewissen Maß an zweifelndem Kopfschütteln begegnen. Der König ist tot. Es lebe der König! Das Volk vergisst und die politischen Unterstützer verschwinden, sobald der Glanz der Macht verblasst. Wer will schon längerfristig auf der Seite des Verlierers stehen? Ob er 2024 zurückkommt, darf ob diverser, kolportierter rechtlicher, wirtschaftlicher und altersbedingter Imponderabilia bezweifelt werden, aber man weiß ja nie. Farewell Mr. President! Sehr vermissen werden wir Sie wohl nicht, auch wenn man – bei aller real-politischer Dramatik – Ihnen einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann.

Was uns jedenfalls auch nächstes Jahr, wahrscheinlich zumindest bis in den Sommer, bleiben wird ist die Seuche. Impfung hin, Lock down her, ganz verschwinden wird das Virus nicht, ob und inwieweit es anpassungsfähig an Versuche ist, es zB durch Impfungen, in den Griff zu kriegen, muss sich erst noch zeigen. Die neue britische Variante kann da zwar für den ersten Eindruck herhalten, wie viel Aufgeregtheit aktuell aber tatsächlich gerechtfertigt ist, lässt sich aufgrund der etwas unübersichtlichen Gemengelage rund um den Brexit meiner Ansicht nach noch nicht zweifelsfrei sagen. Der EU kam ein Vorwand/Grund(?) die Grenzen nach GB dicht zu machen und den Güterverkehr von und nach der Insel zum Erliegen zu bringen jedenfalls nicht gänzlich ungelegen. Riecht ein bisserl streng nach wartendem Fisch, oder? ;-) 

Was auch nicht weg ist am 1. Jänner und fort folgenden Tagen, Jahren und Jahrzehnten sind die Schulden die zur Seuchenbekämpfung allerorts gemacht wurden. Von den unverbesserlichen Optimisten sind im Wesentlichen zwei Argumentationslinien zu hören: 1. Die New Monetary Theorie ist super und wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, weil diesmal ist endgültig wirklich alles anders. Und 2. Alles kein Problem, wir machen einfach einen Schuldenschnitt und dann ist alles gut! Fürchte so einfach könnte es nicht werden. Die NMT hier zu kommentieren fehlt mir leider nach wie vor die Detailkenntnis, es gilt: Die Hoffnung stirbt – wie immer – zum Schluss. Die Schuldenschnitt-Geschichte mag zwar für einzelne Länder, ganz gut funktionieren, aber dem Gesamtgefüge tut sowas gewöhnlich nicht gut. Auch dürfte es schwer werden sich darauf zu einigen wer, wieviel Schulden abschreiben darf ohne dabei einen komparativen Vorteil gegenüber dem x-beliebigen anderen zu erlangen. Etc…

Was also most likely überbleibt, wenn der seuchenbedingte Tsunami sich zurückzieht, ist ein hohes Maß an Zerstörung auf allen wirtschaftlichen und sozialen Ebenen. Natürlich gibt es auch Kriegsgewinnler und wenn das dann noch die sind, die die (neuen) Medien repräsentieren, könnte man den Eindruck bekommen, es ist eh alles super und es geht eh allen gut. Leider ist die Realität abseits von Insta, Facebook, Snap etc unter Umständen eine andere. Der finanzielle Schaden ist dabei nur ein Aspekt, der – was für eine Ironie – unser auf Wachstum bzw. auf der Illusion desselben, aufgebaute System sogar unterstützen könnte. Schumpeter und so… Die verloren Zeit in der (Aus)Bildung der Kinder und Jugend insbesondere dort wo´s das geschrieben Wort milieu-bedingt grundsätzlich eh schon nicht so leicht hat, wird sehr schwer wieder aufzuholen sein. Dass das wiederum Implikationen auf Integration etc. hat, ist wohl selbsterklärend. Man kann das Glas also durchaus halb leer sehen, wenn man sich bemüht. ;-)

Aber da das Weihnachtsfest vor der Tür steht, wir uns alle umarmen und lieb haben wollen würden, dass aber heuer tatsächlich nicht – nicht einmal die liebe Familie ;-) – dürfen, beschließen wir das Mittwochsmail-Jahr mit einem Charles Dickens Zitat, dass ich aus einer elektronischen Weihnachtskarte des Bankhaus-Lampe geklaut habe (Danke Frau Rapp! :-)) und das wie ich finde besonders schön ist:

Es gibt Leute, die Dir sagen werden, dass Weihnachten nicht mehr das ist, was es einmal war… Aber suche Dir doch für Deine trostlosen Erinnerungen nicht gerade den fröhlichsten aller 365 Tage aus. Rücke lieber Deinen Stuhl näher an das flackernde Feuer, fülle Dein Glas, stimme ein Lied an und danke Gott, dass es nicht schlimmer ist. Denke nach über den Segen, der Dir reichlich zuteil wurde – und er ist bei keinem gering – und nicht über vergangenes Missgeschick, wie es jedem widerfährt. Fülle Dein Glas abermals, mit fröhlichem Gesicht und zufriedenem Herzen. Bei unserem Leben, Dein Weihnachten soll ein fröhliches und Dein Neues Jahr ein glückliches sein.“

Frohe Weihnachten, alles Liebe & einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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