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Gröschls Mittwochskommentar: 09/2021

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 03.03.2021 11:25 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto

Na, das scheint ja kurzfristig nochmal gutgegangen zu sein für alle, die - wohl vornehmlich in der westlichen Welt - viel zu lange Bondportfolios auf den Büchern haben, wobei hier natürlich einmal mehr gilt, dass aufgeschoben nicht zwangsläufig aufgehoben ist. Der Stehsatz, der schon vor Jahren in die diversen Präsentationen Eingang gefunden hat, dass man mit Staatsanleihen wohl Return free Risk erwirbt, könnte nun doch noch zu späten Ehren kommen. Bisher war´s ja gegen alle Logik – der zehnjährige Deutsche hat bereits 2016 zum ersten Mal die Null-Linie durchbrochen – eher a G´schäft, möglichst langlaufende,  möglicherweise zweifelhafte Schuldner im Portefeuille zu haben. Ob wir uns – vor allem in Europa – das leisten können, die Refinanzierungskosten ansteigen zu lassen und was passiert, wenn der Markt sich gegen jede Intervention, insbesondere bei mittelguten Bonitäten im Süden Europas (da war doch mal was in Griechenland, oder?! ;-)), zu wehren beginnt, sei getrost der Fantasie der/des Einzelnen überlassen…. :-) 

Was passiert eigentlich, wenn die EZB den Leitzins dort belässt wo er ist und – weil sie am langen Ende der Zinskurve irgendwann die Kontrolle verliert – es zu einer vermehrten Emissionstätigkeit am kurzen Ende kommt? – Buyers Strike oder aber eine Explosion der Risikoaufschläge? Vielleicht stehen wir ja an der Schwelle zur Rückkehr eines Marktes, der dem Begriff auch wieder gerecht wird, wo die Marktteilnehmer weniger auf Tweets und Pressekonferenzen reagieren, sondern wieder anfangen ihre Hausaufgaben zu machen und sich überlegen, ob Asset X zum Preis Y – das gilt selbstverständlich nicht nur für die Bondies – wert ist gekauft zu werden.

Momentan bzw. die letzten Jahre war und ist es vielmehr so, dass sich die preissensitiven Investoren völlig aus dem Markt verabschiedet haben. (Staats)Anleihen seitig stand die alles manipulierende Zentralbank als Schutzherr über Emittenten und Allokatoren. Auf der Aktienseite war´s nur wichtig dabei zu sein, weil´s übermorgen sowieso wieder höher steht. Das wiederum erinnert (nur mich? :-)) ein wenig an den Run-Up zur Immo Krise, die uns die ganze Misere im Jahr 2008 beschieden hat. War damals Leverage für alle einfachst und schnell (ich sage nur Reverse Option ARMs :-)) für die dritte und vierte Spekulationsimmobilie von der Hausbank zu bekommen, macht das diesmal der Staat/die Zentralbank und bringt bzw. hat damit das gesamte Preisgefüge nachhaltig durcheinander gebracht. Naja und der durchschnittliche Algo-Trader dürfte sich auch eher um den morgigen Preis seines Assets als um den fairen Wert kümmern.

Soweit so bekannt und natürlich auch nicht wirklich neu. Ob wir´s – auf gut ostösterreichisch - nochmal da´rennen, wird sich zeigen. Leider ist, ob der nicht unbedingt konstanten gehorchenden Natur der Wirtschaftswissenschaft (im Gegensatz zu zB der Physik) die Antizipation von Wendepunkten nicht ganz so einfach. ;-) Was sich in der Vergangenheit aber doch als relativ - wenn auch in Amplitude und Zeitspanne völlig unterschiedlich – ehernes Gesetz erwiesen hat, war die Tendenz einer gewissen Gravitation zum Fairvalue bzw. zum langfristigen Mittelwert oder sagen wir´s mit dem Alan Parsons Project What goes up must come down! und weiter: If all things must fall, why build a miracle at all? If all things must pass, even a miracle won't last! - der geht speziell an alle Bitcoin Millionär*innen da draussen! :-)

Eigentlich wär heut ja hier das omnipräsente Thema ESG zur Abarbeitung angestanden, aber das – falls es wirklich nichts gibt, was die Welt sonst noch so dreht, nehmen wir uns vielleicht das nächste Mal vor. Wobei neben den allenthalben diskutierten Aspekten von ESG, SRI, UNPRIS, SFDR, diversen ESG Lables und warum fast jeder Assetmanager, der was auf sich hält, das Thema , wenn nicht erfunden, dann doch zumindest eh schon immer an vorderster Front implementiert hatte, wir uns vor allem damit beschäftigen wollen, wie die Nachhaltigkeitsprogrammierung die Fee-Sensitivität der Investoren beeinflusst hat und damit vielen Familien in der Finanzindustrie für viele weitere Jahre ein standesgemäßes Auskommen gesichert hat. :-)

Glück auf!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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