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Gröschls Mittwochskommentar: 12/2021

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 24.03.2021 10:27 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © interfoto

Guat is gangen, nix is g´schehen!  Würde man wohl hierorts in der ex post Betrachtung zum letztwöchigen FED Meeting sagen. Was bleibt ist, dass der Markt sich weitestgehend weiterhin selbstüberlassen bleibt, was zumindest bis dato zu keinen größeren Verwerfungen geführt hat. Was uns wohl allen recht ist. :-) Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass wir uns hier auf etwas fokussieren, dass in keiner Weise Teil des Problems ist. Allenthalben überschlagen sich die Analysten, CIOs und diverse andere Berufenen zu argumentieren, warum Big-Tech eh viel billiger ist als Anfang der 2000 Jahre und warum, wenn es denn überhaupt eine Aktienbubble gibt, die nur sehr kleine Bereiche des Marktes betrifft.

Nun, ganz ehrlich, es ist vollkommen egal, ob Unternehmen die profitabel und nicht übermäßig geleveraged bei diesem oder jenem Mutiple handeln, mal sind sie teurer, mal sind sie billiger, mal haben sie bessere Jahre, mal schlechtere, mal steigt der Kurs, mal fällt er. Hier sprechen wir von Out- oder Underperformance. Das ist zwar eine Größe, die den Fondsmanager bewegt, weil sein Bonus (hoffentlich! J) daran festgemacht wird, aber nichts was das System ins Wanken bringen könnte. Der Aktienmarkt ist nicht das Problem und wird entgegen früheren Krisen auch nicht der Auslöser für größere Verwerfungen sein. Was natürlich nicht heißt, dass, wenn es zu einer systemischen Krise kommt, es nicht hier auch heftig eine aufs Dach geben wird. :-)

Damit bleiben zwei Fragen, die es zu beantworten gilt: 1. Warum sind die Aktienmärkte (zumindest diesmal) nicht Teil des Problems? Und 2. Wo liegt dann der Hund begraben?

Also ad 1.: Die Aktienmärkte sind zwar generell teuer, aber nur in einzelnen Bereichen im La-La-Land bzw. im Techno-Kingdom. Wir sehen uns insbesondere in den USA mit einem enormen Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig weiterhin ultra-lockerer Geldpolitik und extrem unterstützendender Fiskalpolitik gegenüber. Natürlich wird sich das Wachstum von Zoom zu Carnival verschieben, wenn wieder mehr Leute Kreuzfahrten machen anstatt ihre Tage mit Fernschauen zu verbringen, aber deswegen wird Zoom auch morgen noch Geld verdienen bzw. ganz sicher – und da lehne ich mich jetzt ganz gegen meine übliche Strategie ;-) mal aus dem Fenster – nicht Pleite gehen. Wir sehen worauf ich hinaus will?! :-)

Bleibt also nur mehr Frage Nummer 2. Naja, ich fürchte auch das liegt auf der Hand, wenn wir davon ausgehen, dass Finanzmarktkrisen gewöhnlich damit ihren Anfang nehmen, dass irgendein Marktteilnehmer heillos überschuldet ist und irgendein anderer zu hinterfragen beginnt, ob Kandidat A überhaupt noch in der Lage ist, seine Schulden zu bedienen. LTCM, Tech, Housing, Bankenkrise - die Story ist immer dieselbe: Entweder fällt einer plötzlich aus oder die Angst geht um, dass er ausfallen könnte, die Kreditlinien werden dicht gemacht und der Rest ist Geschichte.

Also? – Richtig, diesmal ist es der öffentliche Sektor, der seuchen-bedingt oder auch nicht, vollkommen die Kontrolle über sein wirtschaftliches Gebaren verloren hat. Hätten wir jetzt nicht die Erfahrung aus der GFC, dann wäre die ganze Geschichte möglicherweise schon den sprichwörtlichen Bach hinuntergegangen. Allerdings haben wir damals gelernt, dass es Unternehmen(Banken ;-)) gibt, die einfach too big to fail sind und wenn schon größere Banken nicht sterben dürfen, weil sie sonst das System mit sich in den Abgrund reißen würden, was geht dann erst ab, wenn ein systemrelevanter Staat – also nicht Argentinien oder Griechenland – über den Jordan geht? Es kommen also durchaus spannende Zeiten auf uns zu!

Die Gemengelage (so ein schönes, viel zu selten verwendetes Wort ;-)) ist deshalb auch höchst unübersichtlich, weil der Vertrauensverlust in die Fähigkeit eines Staates seine Schulden zu bedienen, insbesondere bei den nicht unmittelbar als Schurkenstaaten gebrandeten Delinquenten graduell von Statten gehen dürfte. Die Zinsen steigen zuerst langsam und nehmen auf dem Weg ein paar Ghost-Companies mit, die sich eh nie hätten so billig refinanzieren hätten dürfen, bevor es dann ans Eingemachte geht. Steigende Inflation bzw. die Erwartung der selben hilft da natürlich den Prozess zu beschleunigen.

Das nur um aufzuzeigen, was passieren könnte und da haben wir über Klimawandel und die nächste Seuche noch gar nicht gesprochen. :-) Erfreulicherweise kommt es oft anders und zweitens als man denkt. Fingers Crossed!

Alles Liebe!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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