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Gröschls Mittwochskommentar: 18/2021

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 05.05.2021 10:15 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto

Die Grundlage jeder, nicht preissensitiven Investition (Fundamentaldaten werden ohnehin überbewertet ;-)) ist das Erkennen eines Themas bzw. eines Trends, wobei´s hier nicht nur um Trends im Sinne der CTAs etc geht, weil man da ja schon ex definitione nicht mehr erster ist, sondern darum herauszufinden, was die Märkte bewegt. Nun ist das, was für eine Überraschung, nicht ganz so einfach und oft überfällt einen die Erkenntnis erst dann, wenn es eh schon die Spatzen von den Dächern pfeifen, aber dann ist´s meistens schon zu spät um mitzuspielen. Wobei wir als Zunft, wie es Burkhard W. seinerzeit bezeichnet hat, natürlich professionelle Bullshitter sind bzw. Meister der Hindside-Investments, also zumindest um eine Erklärung (richtig oder nicht :-)) nie verlegen sind. Das wird übrigens mit zunehmender Erfahrung immer besser… Immerhin etwas, das besser wird. *lol*

Aber nun mit vollem Ernst weiter: Aktuell pfeifts rundherum von jedem Dacherl, dass Rohstoffe das sind, was man wohl haben muss. War durchaus richtig, wir erfreulicherweise auch dabei, aber in der Breite (taktisch) schon wieder draußen. Was es jetzt herauszuarbeiten gilt, ist, ob wir uns tatsächlich in einem neuen Super Cycle, einem Mini-Super Cycle (was es alles gibt… ;.-)) oder in einer von Basiseffekten und exogenen Angebots-Shocks geprägten mehr oder weniger kurzen Recovery-Rally befinden. Dass die Beantwortung dieser Frage auch nicht ganz unwesentlich für die Einschätzung der Inflationsentwicklung und mithin für das mittel- bis langfristige Zinsniveau sein wird, ist selbstredend.

Was wissen wir also? Nachholbedarf gibt es (Seuche und so… :-)), der Flow im Weltenhandel ist nicht zuletzt durch gestrandete Schiffe, aber auch durch Nachfrageeinbrüche, Zahlungsprobleme und diverse andere Hemmnisse etwas aus dem Tritt gekommen und es haben sich zuzüglich zu den bekannten Strukturen durch Veränderungen im zukünftig erwünschten Verbraucherverhalten neue Nachfrageschwerpunkte ergeben. So ist zum Beispiel Kobalt (oder wie es Frau Baerbock anscheinend nennt: Kobold :-)) als wesentlicher Teil der Batterieerzeugung 2021 ganz kräftig nach oben marschiert, aber auch (Bau)Holz ralliert. Alles eigentlich furchtbar logisch und nachvollziehbar, aber was täten wir hier, wenn wir nicht doch - eventuell sogar berechtigte - Zweifel anmelden könnten.

Nun ist es schließlich auch soweit, dass wir das Nachhaltigkeitsthema, abseits von irgendwelchen Flow-bedingten Marktverzerrungen und dem, für die Industrie durchaus erfreulichen, Fee-Aspekt behandeln können. :-) Die G´schicht mit der Klimaveränderung können wir, selbst am letzten Stammtisch in Unter-Hinter-Tupfingen, inzwischen als akzeptiert (verstanden steht hier ganz bewusst noch nicht :-)) annehmen, der politische Wille hier etwas zu tun, ist von Washington bis Bejing evident. Dadurch verschieben sich natürlich auch die Nachfragestrukturen, aber was hier immer zugrunde gelegt werden muss, damit man auch nur den Anschein von Sinnhaftigkeit erreichen kann, sind Effizienzgewinne. In einfacher Sprache :-): Es wird hinkünftig weniger eingesetzt werden, um das gleiche oder mehr erreichen zu können und das führt wiederum zu längerfristig flacheren Nachfragekurven und das spricht unter Umständen gegen einen Rohstoffsuperzyklus.

Auf der anderen Seite könnte natürlich die Klimaveränderung vor allem in den jetzt gemäßigten Klimazonen, dazu führen, dass sich Verschiebungen bei der Produktion von Agrarrohstoffen und Holz ergeben, aber da ist eine längerfristige Prognose aufgrund der Substituierbarkeit auch nicht ganz einfach. Die Angst vor der unernährbaren Überbevölkerung scheint bei näherer Betrachtung und auf der Grundlage der Entwicklungen, die wir zum Beispiel in Japan, als Modellregion für eine hochentwickelte, saturierte Gesellschaft sehen, auch nicht übermäßig wahrscheinlich. Natürlich stehen da Länder wie zB Indien auf der ganz anderen Seite der Gleichung, aber da spulen wir jetzt einfach mal 50 Jahre nach vor…

Ganz sicher dürfte das also mit dem Superzyklus dann doch nicht sein. Kommt da jetzt noch dazu, dass, wie durchaus einige Ökonomen annehmen, nach dem Revenge-Shopping der Katzenjammer (oder Kater wie wir im Ö.Reich der Mitte sagen würden) kommt, wird das mit den in den himmelwachsenden Bäumen eventuell doch schwierig. Das beginnt im Übrigen auch der (Aktien)Markt gerade anzufangen zu reflektieren, könnte man den Eindruck bekommen. Mai ist auch, also schau mer mal, wo das noch hinführt.

Um die Kurve zur Inflation zu kratzen, die, wie an dieser Stelle schon das ein oder andere Mal angedacht, vielleicht doch auftreten könnte, mag sie ja auch einfach kommen, weil das Vertrauen in die Währung angekratzt wird. Handelt es sich bei einigen (auch großen) Währungen, ähnlich wie bei der Bawag´schen (sorry Insider :-)) Investition in ein Casino in  Jericho, um Assets, die nach herkömmlichen Maßstäben beurteilt, eventuell doch nicht mehr ganz werthaltig sind. Das wiederum würde dann in letzter Konsequenz wertkonservierende Rohstoffe wie zum Beispiel Gold begünstigen, aber für die, deren Preissteigerungen von konstant steigender Nachfrage abhängig sind, wird es – nicht nur wegen der Fakturierungsproblematik schwierig.

Wie heißt´s beim Lotto: Alles ist möglich! (Aber g´winnen tun nur die wenigsten.. :-))

Alles Liebe!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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