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Gröschls Mittwochskommentar: 22/2021

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 02.06.2021 10:54 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto

Da die Märkte sich in eine vorsommerliche Ruhephase verabschiedet zu haben scheinen, die erfreulicherweise zumindest hierorts auch von durchaus positiven Wetterentwicklungen begleitet wird, können wir uns einmal mehr den wirklich wichtigen Themen des Lebens, des Universums und des ganzen Rests widmen. Wer weiß wie lange der Frieden anhält und Herr Musk wieder anfängt, die ganze Wahrheit über eben diese Themen kundzutun. :-) Gehen wird es heute im Wesentlichen um Liquidität.

Bevor wir aber in medias res abtauchen noch ein kleiner Sidestep zu einem Thema, das momentan offensichtlich viele bewegt und wenn es nur ist, weil es sonst nichts gibt über das man sich verbreitern kann ohne Gefahr laufen zu müssen kurzfristig unrecht zu haben. Die Inflation. Ob und wie die kommen wird oder nicht haben wir in den letzten Monaten schon hinreichend abgehandelt, worum es heut geht, ist eine viel grundsätzlichere Frage: Wie ist das eigentlich mit den Basiseffekten und ist Basiseffekt bedingte Inflation echte Inflation und warum sind alle immer so aufgeregt? :-) Die einen regen sich darüber auf, dass die Inflationsrate steigt, die anderen, darüber, dass sich überhaupt jemand aufregt, weil das (aufgrund des Basiseffekts) eh klar war. Soweit so bekannt, wobei das zweite Camp natürlich schon einen gewissen Punkt hat. Was aber unterm Strich übrigbleibt, ist, dass Basiseffekte durchaus aus tatsächlichen Preissteigerungen resultieren, die Frage ist nur, wie nachhaltig das Ganze ist, oder?

Aber nun genug davon! :-) Liquidität: Natürlich nimmt auch dieses Thema dort seinen Ursprung, wo viele nicht hinschauen und worüber nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert wird, aber diesmal sind ausnahmsweise nicht die bösen HedgeFunds schuld, sondern die Schwedische Riksbank, die laut darüber nachgedacht hat, ob Fonds in denen Unternehmensanleihen drinnen sind, täglich liquide sein sollten. Natürlich muss das einen Sturm der Entrüstung nach sich ziehen, kann man doch nicht Frau und Herrn Retail, die ja seit Jahren Dinge zu kaufen genötigt werden, deren Risiken sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur am Rande begreifen, das Recht wegnehmen, dann ihren Fonds zu verkaufen, wenn sie es für richtig halten, egal ob das jetzt andere schädigt oder nicht. Aber das war ja eigentlich schon immer(?) so, hat nur durch die ETF Industrie eine neue Qualität bekommen.

Durch Mifid und UCITS und wie diese ganzen Regularien alle heißen wurde im Wesentlichen seit der GFC hier eine Scheinsicherheit geschaffen, die zu hinterfragen es höchst an der Zeit ist. Wer 2008 dabei war und dann nicht bis 2012 das Handtuch geworfen hat, wird sich noch gut erinnern können, dass Liquidität, insbesondere am Anleihenmarkt, immer dann in ausreichendem Maß vorhanden ist, wenn man sie gerade nicht braucht. Aber wehe es geht einmal schnell und ein bisserl nachhaltiger als im Frühjahr 2020 in die andere Richtung. Dann kannst ein Hackerl drunter machen, deine Bonds zu 40 Cent am Dollar verkaufen und in den Keller weinen gehen. Oder aber wir sprechen von Gates und Sidepockets (Goosepumps *lol*), also von Preisaussetzungen und Auslagerung von nicht liquidierbaren Positionen in Abwicklungshüllen.

Gerade im Unternehmensanleihenbereich (aber auch bei vielen ABS Strukturen) ist es am Ende des Tages nur bedingt wichtig wo sie mark-to-market (if :-)) gehandelt werden, sondern ob am Ende der Laufzeit die Kohle zurückkommt und dazwischen Coupons (if any ;-)) gezahlt werden. Was also passiert, wenn es zu Marktverwerfungen kommt und die Liquidität versiegt, dass dem allenthalben vorhandenen Grundsatz der Scheintransparenz folgend, Fondspreise aufgrund von Marktquotierungen berechnet werden, die entweder so nicht handelbar sind oder so weit weg vom fairen Wert, dass sie keiner handeln wollen sollte. Das wiederum löst Panikverkäufe aus und am Ende bleiben ein Haufen trauriger Kinderaugen über… Hier wäre es wohl ganz dringend notwendig endlich einmal dem Grundsatz Substance over Form tatsächlich Rechnung zu tragen und sich nicht immer hinter irgendwelchen Feigenblättern zu verstecken. Ertrag gibt es immer nur durch das Eingehen von Risiken und das bedeutet Volatilität und möglichen Verlust, auch wenn die diversen Zentralbanken uns während der letzten dreizehn Jahre das Gegenteil zu suggerieren versucht haben. What is not sustainable eventually will fail!

Sorry, das war jetzt relativ viel Ernsthaftigkeit für einen Mittwoch Morgen, aber die Industrie hat sich in den letzten Jahren in vielen Fällen zu einer bunte Folien produzierenden Marketingmaschine entwickelt, weil´s scheinbar eh nur steigen kann. Am Ende wird dann aber, wie immer, keiner Schuld sein!

Nächste Woche wird es eventuell ein bisserl eng mit dem Mittwochsmail, weil ich die Ehre habe mich im Rahmen des MKP Expertenforums – in Bild und Ton :-) -  über Alternative Investments zu verbreitern. Nähere Infos gäbe es hier: MKP Expertenforum

In diesem Sinn alles Liebe und ein – in Ö.Reich – schönes verlängertes Wochenende!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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