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Gröschls Mittwochskommentar: 34/2021

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 25.08.2021 12:26 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto

Nach der kurzen eher verhaltenen Aufregung von letzter Woche ist der Markt in Erwartung eines Heilsbringenden Jackson Hole Meetings in eine, sieht man von den Touristen getriebenen US Aktienmärkten ab ;-), nahezu kryostatische Starre verfallen. Das ist insofern nicht ganz optimal, weil traditionell die Konferenz in Wyoming bisher eher nicht dazu benutzt wurde wirklich neue Dinge zu kommunizieren, aber genau das jetzt von J. Powell erwartet wird. Es sind sogar einzelnen Stimmen zu vernehmen, die fordern, dass er dort doch möglichst etwas tiefgreifendes, tatsächlich Spiel veränderndes bekannt geben möge, damit wir uns endlich auf die geldpolitische Zukunft einstellen können (Rates-Sacramentum und so … :-)). Die Chancen, dass das passieren wird, scheinen nicht übermäßig hoch zu sein, was wiederum das Enttäuschungspotential durchaus anhebt. 

Grundsätzlich wäre eine Idee darüber zu geben, wie man sich die Erhaltung der Geldwertstabilität in den nächsten Jahren vorstellt eventuell nicht ganz blöd, mehren sich doch die Anzeichen, dass die Inflation eventuell doch nicht so schnell verschwinden könnte, wie das die Zentralbank hoffte. Die herkömmlichen Zugänge dürften schon in ihrer Ankündigung zu einer gewissen Missstimmung Anlass geben, zeigt uns doch die Historie, dass Zinsanhebungszyklen frei nach dem Motto schneller, stärker, höher, insbesondere wenn sie quasi aus der Boxengasse (von hinter der Kurve ;-)) gestartet wurden, nicht eines gewissen Schmerzes für die Märkte entbehrt haben.

Sollte es über die Zinsen nicht gespielt werden (können), bleibt die Währung als residuale Stellschraube. Währungsreform. Ein fürchterliches Wort, oder?! Was aber wenn man zur Abwechslung einmal antizipativ agieren würde? Bretton Woods war zwar in der Umsetzung sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber vielleicht haben wir ja über die ökonomischen Zusammenhänge in den letzten Jahrzehnten doch etwas gelernt. Wichtig wäre wahrscheinlich weniger den Dollar an zb den Goldpreis zu binden, wobei persönlich hätt ich nichts dagegen ;-), sondern ein System zu entwickeln, das die zukünftige Geldwertstabilität insoweit unterstützt, dass die auf den Assetmärkten gesehene Inflation nicht auch in der Realwirtschaft stattfindet. Und bitte hört´s mir auf die Kurssteigerungen mir irgendwelchen Fantasie-Gewinnwachstums-Zahlen zu argumentieren, der Schmäh ist ein für allemal gegessen, es sein denn wir bekommen ein dem letzten vergleichbares Delta (oder irgendein anderer armer Greculus ;-)) Jahr und die Basis reduziert sich wieder anständig…

Würde man allerdings den Bewertungsmaßstab für die diversen Bubblets einfrieren, denn schließlich hat sich durch die seit der GFC stattfindenden Liquiditätsschwemme in vielen Fällen nicht der Wert (siehe hierzu zB griechische Staatsanleihen und deren Renditen) sondern nur der Preis verändert, würde man die auch die bestehenden Vermögensverhältnisse so festschreiben, wie sie jetzt sind und das möglicherweise auf Jahrzehnte. Das wäre insbesondere für das Volksvermögen in Sparbuch Jurisdiktionen ohne Aktienkultur für Pensionen usw. wohl nicht so brüllend, würde aber auch in den USA die Kluft zwischen den Haves und Have-Nots institutionalisieren und der amerikanische Traum, das jede/jeder alles erreichen kann wäre, so er nicht eh immer eine Illusion war ;-), auf Sicht wohl ausgeträumt. Das wiederum könnte den Trumpisten etc wiederum zu pass kommen, wobei die sich dann im klassischen diktatorischen Führungsdilemma befänden, weil sie Wein trinken und Wasser predigen müssten. Viele Probleme, wenig Lösungen. Also alles wie immer… :-)

Vom zerbrochen amerikanischen Traum ist es gedanklich nur ein Steinigungswurf nach Afghanistan und den unfassbaren Dingen die sich dort abspielen bzw abgespielt haben. Klar scheint inzwischen, dass, wenn schon nicht Biden, doch vielen auch in den westlichen Administrationen bekannt war, worauf die Geschichte hinausläuft und man die erwartbaren und jetzt im Fluss befindlichen Ereignisse durchaus aktiv als hoch wahrscheinlichen Ausgang in Kauf genommen hat. Gehört wohl zum Geschäft, auch wenn es kein schönes ist. Wie man allerdings in einem der reichsten Länder der Welt auf die Idee kommen kann, dass man sich vollkommen aus allem raushalten kann, verursacht Kopfschütteln bis ein gewisses Würgen im Hals…. Christlich-Soziale, westliche Werte – und das von einem Agnostiker ;-) – schauen ganz sicher anders aus!

Schöne Restwoche, wünsche ich! Nächsten Mittwoch muss ich leider schwänzen… :-)

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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