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Gröschls Mittwochskommentar: Die Final-Ausgabe 2021

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 22.12.2021 11:35 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto

So, das war´s das Jahr 2021, zumindest aus der Perspektive des Mittwochsmails. Allerdings scheint diese künstliche Zäsur, die hier alle Jahre wieder am 31. Dezember heraufbeschworen wird, ein Phänomen zu sein, das sehr Österreich spezifisch ist. Wir haben´s halt anscheinend gern, wenn Dinge enden und wenn´s dann noch schlecht enden umso lieber, weil wir dann im Brustton der Überzeugung sagen können, dass wir´s eh immer schon g´sagt bzw zumindest gewusst haben. Tatsächlich dreht sich die Welt natürlich über den Jahreswechsel ganz normal weiter. Nur im Jahr 2000 hat es kurz so ausgeschaut, als könnte das einmal anders sein (Millenium Bug und so :-)), aber selbst damals ist sie einfach weiter rotiert die Kugel…

Da wir also hier – obwohl man das natürlich nicht soll bzw. darf – auf die Past-Performance vertrauen wollen, lohnt sich der Blick ins Glaskugerl vielleicht. Die Rückblicksgeschichte ersparen wir uns heuer, weil der Spaß über weite Strecken ein eher eingeschränkter war und eh jede/jeder hier sein eigenes Rucksackerl weiter trägt.

Also das Jahr 2022 wird das Jahr der *Trommelwirbel* Normalisierung :-)! Natürlich wird sich weder alles normalisieren noch werden wir ein einheitliches Bezugssystem auf die Beine stellen, in dem alle alles normal finden bzw. erkennen (nur um das mit dem Bezugssystem klarzustellen ;-)), dass manche Dinge früher normaler waren.

Starten wir also mit der Prognose Nummer 1: Nach fast ein-eineinhalb Jahrzehnten endet das post GFC ausgerufene New-Normal und wir kehren – endlich! – zurück in einen traditionellen Zinszyklus mit einer Reihe von Zinserhöhungen in fast allen Ökonomien rund um den Globus. Nicht gleichzeitig und nicht gleich aggressiv aber aligned. Das wiederum bedingt „normale“ Zyklen, in denen Rezessionen zugelassen werden, allein um die Inflation irgendwo zu ankern.

Was uns nahtlos zu Prognose Nummer 2 führt: Die Inflation wird sich – wohl eher erst gegen Ende – 2022 auf einem mittelhohen Niveau zu stabilisieren beginnen. Regional unterschiedlich und der Weg dorthin wird natürlich kein linearer sein, aber ein normaler Zinszyklus mit eventuell wieder nicht unbegrenzt zur Verfügung stehender Liquidität wird auch wieder das Funktionieren traditioneller geldpolitischer Mechaniken bedingen. Das natürlich unter der Voraussetzung, dass uns die Geschichte nicht vollends um die Ohren fliegt, weil eine paar Spieler das System grundsätzlich in Frage stellen oder irgendeiner von denen, die´s können, auf ein ganz blödes Knopferl drückt.

Ceteris paribus bedeutet in der Prognose Nummer 3, dass sich auch die Kapitalmärkte in ihren Bewertungen normalisieren müssen und das wiederum bedeutet im positivsten Fall hohe Volatilitäten während schrittweise, aber punktuell die Entwicklungen in den jeweiligen Bereichen eingepreist werden. Der eventuell ein bisserl schmerzhaftere Pfad wäre, wenn das Gros der Marktteilnehmer gleichzeitig vom Baum der Erkenntnis naschen würde und diese gewonnene, dann zeitnah und gleichzeitig in der jeweiligen Assetallokation reflektieren würde. Da wird’s dann mittelfristig wohl ein paar recht traurige Kinderaugen geben. 

Das passiert wahrscheinlich dann, wenn Prognose Nummer 4, nämlich, dass sich die Seuche 2022 selbst regelt, nicht eintrifft. Zweckoptimismus auch hier eine Normalisierung zu erwarten? Vielleicht, aber in Anbetracht des Aufwands, den das Virus hier getrieben hat, um sich so massiv zu verändern und dabei seine Transmissionsfähigkeit signifikant zu boostern, stehen wir hier – und diese Einschätzung dürften Daten aus Südafrika untermauern – vor dem letzten großen Gefecht. Wie bei Entscheidungsschlachten unvermeidbar werden die Verluste groß und die Kollateralschäden enorm sein, insbesondere – um bei der Kriegsrhetorik zu bleiben – weil es sich nicht um über verschieden Zeiträume und Orte verteilte Schlachtfelder handelt, sondern auf beiden Seiten innert weniger Wochen alles an die Front geworfen werden wird, was zur Verfügung steht. Am Ende sollte aber auf der Anzeigetafel dann aber doch Menschheit: 1 Seuche: 0 stehen. Bis dahin gelten einmal mehr die geflügelten Worte von Iron Maiden (Aces high) oder war es doch W. Churchill ;-) We shall never surrender

Zum Abschluss Nomalisierungsprognose Nummer 5: Die Ukrainekrise wird diplomatisch gelöst und nicht militärisch. Das vorbehaltlich dessen, dass die USA ihre eigenen geostrategischen Interessen hinter die der regional betroffenen zurückstellt. Tatsächlich kann weder in Europa noch in Russland irgendjemand Interesse an einem eskalierenden Konflikt in der Region haben. Russland nicht, weil es eines genug hat nämlich Fläche, die Ukraine nicht, weil das Land ob der letzten Jahre sowieso am Sand ist und die EU, allen voran Deutschland nicht, weil es auch in diesem und weiteren Wintern wird heizen wollen. Ein gewisses Pokern um Akzeptanz und die Möglichkeit mitzuspielen sowohl auf Seiten der EU als auch auf der russischen Seite ist dabei durchaus nachvollziehbar, haben doch beide Staatenbünde die besten Zeiten hinter sich, stehen auf der Seitenoutlinie und schauen China und den USA beim Spielen zu. Das Interesse der USA, beide dort stehen zu lassen, ist natürlich auch nicht neu. Zu hoffen bleibt, dass sich die einigen, die es betrifft, gestärkt aus der Geschichte hervorgehen und die Ukraine das bleibt was sie ist, ein Puffer zwischen Ost und West, der – richtig angelegt – von beiden Seiten profitieren könnte. 

Klingt ein bisserl, wie fünf Wünsche an das Christkind? – Natürlich. :-) Leider wird, obwohl ich allen eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit unterstellen würde, der Weg dorthin in jedem Fall - mehr oder weniger regional - von Entbehrungen, Leid und schmerzvollen Marktbewegungen begleitet sein, aber wenigstens sollte uns am Ende des Tunnels kein Zug entgegen kommen! 

Bis dahin rettet die Wale, umarmt Eure Kinder (if any :-)), habt ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest und rutscht gut ins neue Jahr!

 

Liebe Grüße
Florian

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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