„Exotisch, aber langweilig – im besten Sinne“: Warum Frontier-Lokalwährungsanleihen ins Portfolio gehören

Im Rahmen des e-fundresearch.com Frühlings Fonds-Dialogs erläuterte Erik Ingman, Client Executive bei Aktia, warum aktiv gemanagte Lokalwährungsanleihen aus Emerging und Frontier Markets eine der wenigen Fixed-Income-Nischen bleiben, die hohen Carry, strukturelles Wachstum und echte Diversifikation gleichzeitig bieten. Markets | 23.06.2026 13:05 Uhr
Oliver Fischer, Direktor, Head of Fund Distribution bei Universal Investment und Erik Ingman, Client Executive bei Aktia / © e-fundresearch.com
Oliver Fischer, Direktor, Head of Fund Distribution bei Universal Investment und Erik Ingman, Client Executive bei Aktia / © e-fundresearch.com

Advertorial

Beim e-fundresearch.com Frühlings Fonds-Dialog präsentierte Erik Ingman, Client Executive bei Aktia, im Rahmen der Kooperation mit Universal Investment einen Marktbereich, der in den meisten Portfolios professioneller Anleger nach wie vor unterrepräsentiert ist: Staatsanleihen in lokalen Währungen aus Emerging und Frontier Markets. Eingeführt wurde Ingman mit dem Hinweis, dass Aktia in diesem Segment seit fast zwei Jahrzehnten aktiv ist und im Bereich Frontier Local Currency als globaler Pionier auftritt.

Eine eigene Anlageklasse mit eigenen Treibern

Ingman ordnete die Strategie zu Beginn entlang der Skala von Developed über Emerging bis hin zu Frontier Markets ein. Mit jeder Stufe nehmen die Liquidität und der Entwicklungsgrad ab, während sich die Renditeprämie erhöht. Der entscheidende Punkt für Investoren liege jedoch nicht im höheren Carry allein, sondern in der Struktur der Renditetreiber: „Die länderspezifischen Fundamentaldaten sind die Haupttreiber der Renditen. Das sorgt für eine starke Diversifikation und eine geringe Korrelation mit der globalen Risikostimmung.“

Anders als in den traditionellen Lokalwährungsmärkten liege der Anteil internationaler Investoren in den meisten Frontier-Märkten unter zehn Prozent. „Hier gibt es dieses spekulativ getriebene ‚Fast Money‘ nicht. Wenn ein globales Risiko auftritt, fließt das Kapital traditionell ab. Bei Frontier Markets ist der Anteil internationaler Investoren jedoch gering, und die meisten Anleiheinhaber sind lokale Marktteilnehmer, die ihre Positionen halten und nicht verkaufen.“

In den Korrelationsanalysen, die Ingman vorstellte, zeigt sich für Frontier Local Currency eine besonders geringe Korrelation zum S&P 500. Daraus ergebe sich, kombiniert mit niedriger Volatilität, ein Risiko-Rendite-Profil, das die Strategie auch in Stressphasen wie der Covid-Pandemie, dem Ukraine-Krieg oder Krisen im Nahen Osten als verlässlichen Diversifikator habe wirken lassen. Ingman fasste es zugespitzt zusammen: „Viele würden sagen, dass diese Anlageklasse zwar exotisch, aber eigentlich langweilig ist. Im positiven Sinne: Man weiß fast immer, was man bekommt.“ In starken Marktphasen partizipiere die Strategie zwar nicht in voller Höhe, in schwachen Phasen federe sie aber spürbar ab.

Pionierstatus mit fast zwei Jahrzehnten Track Record 

Aktia hat ihre erste Hard-Currency-Strategie im Jahr 2007 aufgelegt, die erste traditionelle Local-Currency-Strategie 2008 und 2015 als weltweit erster Manager einen reinen Frontier-Local-Currency-Fonds. „Alle unsere drei Fonds und Strategien haben seit ihrer Auflage eine Outperformance erzielt“, so Ingman. Eine zentrale Besonderheit gegenüber Hard Currency und traditioneller Local Currency liege darin, dass es für Frontier Local Currency keine etablierte Benchmark gebe, sodass das Universum aktiv von Grund auf konstruiert werden müsse.

Im Country-Selection-Prozess durchläuft Aktia über einhundert Länder. Das Team klassifiziert sie in vier Farben: Grün steht für vollständig investierbare Länder, Gelb für vollständig investierbare Länder, die unter erhöhter Überwachung stehen, Rot für Länder, in denen keine direkte Staatsfinanzierung zulässig ist – wohl aber gegebenenfalls Geldmarktinstrumente, Bonds von Finanzinstitutionen oder Entwicklungsbanken (Development Finance Institutions) –, und Schwarz für nicht investierbare Länder wie aktuell Russland. „Es ist keineswegs einfach, verlässliche Informationen aus diesen Regionen zu erhalten. Wir benötigen daher sowohl eine quantitative Analyse über einen 20-Jahres-Zeitraum als auch eine gleichzeitige qualitative Überprüfung vor Ort“, erklärte Ingman. Das Team besucht die Länder selbst und spricht mit Ministerien, Zentralbanken, multilateralen Institutionen wie dem IWF, Politikern und Journalisten. Erst die Kombination beider Perspektiven führe zur endgültigen Einordnung.

Wichtig sei nach der Länderklassifikation die anschließende Bewertung: „Es kann vorkommen, dass ein Land als ‚grün‘ eingestuft ist, aber die aktuelle Bewertung nicht überzeugt. Dann macht ein Investment keinen Sinn.“ Als Beispiel nannte Ingman Vietnam, das aktuell als grün eingestuft sei, auf dem derzeitigen Bewertungsniveau jedoch keine ausreichende Risikoprämie biete

Portfoliokonstruktion und Carry-Profil 

Rund 50 Prozent des Frontier-Portfolios entfallen laut Ingman auf Staatsanleihen aus grünen und gelben Ländern. 30 bis 40 Prozent werden in Implied Money Markets investiert, wobei Devisentermingeschäfte und Non-Deliverable Forwards (NDFs) genutzt werden, um lokale Geldmarktrenditen abzuschöpfen. Dieser Baustein bringt zusätzliche Liquidität in ein ansonsten semi-liquides Universum. Hinzu kommen Anleihen von Development Finance Institutions, die Zugang zu Märkten ermöglichen, in denen lokale Anleihen für internationale Investoren technisch oder regulatorisch nicht erreichbar sind. In einem Fall wie der Mongolei, in dem traditionelle Staatsanleihen einer Quellensteuer unterliegen, lasse sich darüber ein Pickup gegenüber dem direkten Investment darstellen.

Der Frontier-Fonds weist nach Angabe Ingmans aktuell einen Carry von rund zwölf Prozent aus – ein für ein Fixed-Income-Segment außergewöhnlich hohes Niveau. Dieser hohe Carry ist somit in der Lage, das Währungsrisiko und die Währungsabwertung abzudecken. Die Duration habe historisch bei rund zwei bis zweieinhalb Jahren gelegen. Das Portfolio umfasst rund 31 Länder, das verwaltete Volumen der Strategie liegt bei etwa eineinhalb Milliarden Euro. Ingman betonte, dass die Diversifikation nicht nur gegenüber anderen Assetklassen wirke, sondern auch innerhalb des Portfolios selbst: „Wir haben beispielsweise Uganda und Paraguay parallel im Portfolio. Zwischen ihnen besteht nahezu keine Korrelation, was uns ein hervorragendes Diversifikationsprofil innerhalb der Strategie selbst sichert.“

Fazit aus dem Fonds-Dialog

Für Fondsselektoren, die nach unabhängigen Renditetreibern in einem traditionellen Anleiheumfeld suchen, das laut Ingman „überfüllt und renditemäßig begrenzt bleibt“, lautet die Kernbotschaft: Geringe Korrelation, geringe Volatilität und ein hoher Carry sind die drei tragenden Eigenschaften des Aktia-Ansatzes.

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