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Engagement auf staatlicher Ebene zur Förderung der SDGs

Ein Team von Robeco hat eine Systematik veröffentlicht, die Anlegern dabei helfen kann, mit Staaten zwecks Bewältigung von Nachhaltigkeitsproblemen in Dialog zu treten. Robeco | 14.06.2021 08:30 Uhr
© Photo by kazuend on Unsplash
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Die in einem Zeitschriftenartikel am 2. Juni veröffentlichte Systematik beschreibt Methoden für den relativ neuen, komplexen Prozess des Dialogs mit Regierungen zur Förderung der Sustainable Development Goals (SDGs). 

Regierungen haben ebenfalls gute Gründe zur Zusammenarbeit mit Anlegern, die ihre Staatsanleihen kaufen, da sie so besseren Zugang zu Kapital und Nachhaltigkeitsexpertise erhalten. Der Wert von Staatsanleihen wird zum Teil auch vom Nachhaltigkeitsprofil eines Landes bestimmt – beispielsweise im Hinblick auf die Abholzung von Wäldern. Daher liegt es im Interesse eines Landes, seinen entsprechenden Score zu erhöhen. 

Eines der ersten Länder, die das taten, war Brasilien. Dessen Vizepräsident traf sich im Juli 2020 mit einer Gruppe von 34 Investoren, um Probleme im Zusammenhang mit der Abholzung im Amazonas-Regenwald zu erörtern. Eine Folgebesprechung fand im Januar 2021 statt. Mit Indonesien hat mittlerweile ebenfalls ein Dialog begonnen, der sich auf das Thema nicht nachhaltig gewonnenen Palmöls konzentriert. 

Forschungspapier

Grundsätzlich ist das Engagement auf staatlicher Ebene etwas Neues, wofür bislang keine klar umrissenen Verfahrensweisen definiert worden sind. Um diese Lücke zu schließen, haben drei Nachhaltigkeitsexperten von Robeco zusammen ein Sovereign SDG Engagement Framework verfasst. Im Detail wiedergegeben ist es in ihrem Artikel „Sustainability integration for sovereign debt investors: engaging with countries on the SDGs“, der im Journal of Sustainable Finance and Investment publiziert wurde.

Die in dem Papier vorgestellte Systematik soll drei Fragen beantworten: mit wem man in Dialog tritt, über welche Themen man spricht und wie man den Dialog als solchen gestaltet. 

Zunächst werden die relevanten Länder nach ihrer Relevanz im Anlageuniversum und in Portfolios sowie ihrem jeweiligen Fortschritt im Hinblick auf die SDGs priorisiert. Länder mit hohem Anlage-Exposure und ausgeprägten Nachhaltigkeitsproblemen sind relevante Kandidaten für ein Engagement – da ein Investor dort etwas verändern kann. 

Zweitens werden innerhalb der einzelnen Länder diejenigen SDGs für einen Dialog priorisiert, bei denen es nur langsame Fortschritte gibt. Drittens wird ein detaillierter Plan für die systematische Durchführung des Dialogs entwickelt. Dazu gehört die Festlegung von Zielen, das Eingehen von Partnerschaften während des Prozesses, die Berichterstattung und die Überwachung von Fortschritten.

Diese Systematik für den Dialog mit Staaten hinsichtlich der SDGs wurde dazu geschaffen, Investoren bei der Strukturierung des Dialogs mit Regierungen in Bezug auf das Abschneiden der Länder in punkto SDGs zu unterstützen. Wie das in der Praxis funktioniert und was dabei hinsichtlich der Förderung der SDGs bewirkt werden kann, wird in dem Artikel ausführlich erläutert. 

Eine wichtige Rolle spielen

Verfasst wurde das Papier von Jan Anton van Zanten, der bei Robeco auf die SDGs spezialisiert ist, Anlageexpertin Malene Christensen und Produktmanager Bhavya Sharma. Beigetragen haben außerdem Rikkert Scholten, Portfoliomanager im Anleihenteam, Max Schieler, Autor des halbjährlich veröffentlichten Robeco Country Sustainability Rankings, und Peter van der Werf, der Leiter des Engagement-Teams, der an den Gesprächen mit Brasilien und Indonesien beteiligt war.

„Bei der Unterstützung der Fortschritte im Hinblick auf die SDGs können wir als Staatsanleiheninvestoren eine wichtige Rolle spielen“, sagt Rikkert. „Die neue Dialogsystematik stellt einen wichtigen Schritt bei der Strukturierung dieser Aufgabe dar.”

„Das Engagement auf staatlicher Ebene ist die nächste Stufe im Rahmen von Active Ownership. Unsere Gespräche mit den Regierungen von Brasilien und Indonesien im Rahmen des Investor Policy Dialogue on Deforestation (IPDD) beginnen Früchte zu tragen”, ergänzt Peter van der Werf, Senior Manager for Engagement. 

„Aus diesen Gesprächen können strukturelle Beiträge zu politischen Entscheidungen werden, die auf eine Verringerung der Abholzung zwecks Schutzes der Biodiversität abzielen.”

Den vollständigen Artikel finden interessierte LeserInnen hier.

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