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Was wir aus drei Jahren mit SDG Credit-Investments gelernt haben

Es ist möglich, Wohlstand und Wohlbefinden gleichzeitig anzustreben. Die Robeco SDG Credit-Strategien, die jetzt eine dreijährige Erfolgsbilanz aufweisen können, sind deutliche Beispiele dafür. Robeco | 28.07.2021 16:00 Uhr
© Robeco
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Die Fortschritte beim Erreichen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) waren weltweit nicht einheitlich, und seit ihrer Verabschiedung durch die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Jahr 2015 haben wir viel gelernt. 

Eine Schlüssellektion ist, dass Anlegern eine unverzichtbare Rolle beim Erreichen dieser Ziele zukommt.1 Fortschritte lassen sich durch die Bereitstellung von Investitionskapital für Unternehmen, die zu dieser globalen To-Do-Liste beitragen, und dem Entzug der Finanzierung für Akteure, deren Handlungen und Produkte nicht mit ihnen vereinbar sind, absichern.

Wir haben außerdem beobachtet, dass die SDGs durch ihren universellen Charakter, ihre Relevanz und ihre detaillierte Beschreibung der dringendsten Themen für nachhaltige Entwicklung in Form einer Gruppe konkreter Zielsetzungen mit grundlegenden Teilzielen eine nützliche Blaupause für nachhaltigkeitsorientierte Investments liefern. Anhand der SDGs können Anleger deutlich darstellen, wie sie das Kapital ihrer Kunden auf Unternehmen verteilen, die Lösungen für Aufgaben im Bereich der Nachhaltigkeit liefern.

Robeco war einer der ersten Vermögensverwalter, der ein auf die SDGs fokussiertes Investment-Framework entwickelt hat. Die SDG Credit-Strategien haben mit ihrem robusten und messbaren Nachhaltigkeitsprofil und einer dreijährigen Erfolgsbilanz erhebliches Interesse erregt, seitdem wir sie im Mai 2018 aufgelegt haben.

Wertvolle Lektionen für Credit-Anleger

Was haben Anleger also seit der Verabschiedung der SDGs gelernt?

Erkenntnis 1: Es hat gewisse Fortschritte gegeben, aber bei weitem nicht genug

Die SDGs haben zu gewissen Fortschritten geführt, beispielsweise beim höheren Anteil von Frauen in Parlamenten, einem höheren Anteil der erneuerbaren Energiequellen in der Energieversorgung und beim Zuwachs der gesetzlich geschützten Meeresflächen. 

Gleichzeitig sind allerdings die Probleme – bedauerlicherweise – alarmierend. Berichte über die erste Phase der SDG-Agenda (2015-2020) zeigen unstrittig, dass die Entwicklung zum Erreichen der SDGs in allen Regionen der Welt langsam verläuft. Unterdessen stellt die Covid-19-Pandemie eine beispiellose Herausforderung für das Gesundheitssystem mit gravierenden wirtschaftlichen Konsequenzen dar. 

Erkenntnis 2: Covid-19 hat die Relevanz und den Stellenwert der SDGs verdeutlicht

Covid-19 hat sich als anspruchsvoller Stresstest für den Ansatz der SDGs erwiesen. Unserer Ansicht nach hat die Pandemie die Relevanz und den Stellenwert der SDG-Agenda verdeutlicht: Die gemeinschaftlichen SDGs bieten den bestmöglichen Ansatz für den Umgang mit Covid-19 mit dem Ziel dar, das Wohlergehen der Menschheit heute und in Zukunft zu fördern und dabei die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit zu sichern.

Darüber hinaus wird ein Erreichen der SDGs für mehr Stabilität in der Welt sorgen, die Wahrscheinlichkeit künftiger Krisen verringern und Gesellschaften im Umgang mit Gefahren stärken.

Erkenntnis 3: Die SDGs sind gut fürs Geschäft

Die 17 SDGs stellen eine Chance zur Investition in die nachhaltige Zukunft der Menschen und der Erde dar. Die Möglichkeiten erstrecken sich über ein breites Spektrum wie Infrastruktur, Wohnraum, Nahrungsmittel und Medizin, erneuerbaren Energien, dem Angebot von Finanzdienstleistungen und Versicherungen für bislang Unterversorgte und Möglichkeiten zur Abfallverringerung. Laut einer Schätzung 2 könnten mit den SDGs Marktchancen in einem Volumen von bis zu 12 Billionen US-Dollar pro Jahr einhergehen. Sie ermöglichen auch die Identifikation und anschließende Verringerung von Risiken. Beispielsweise sind Unternehmen und Anleger, die nicht verstehen, was mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft einhergeht, mit dem Risiko konfrontiert, dass ein Geschäft aufgrund sich ändernder Verbrauchernachfrage oder Regulierung nicht länger tragbar ist.

Erkenntnis 4: Die SDGs benötigen Investoren

Wir bei Robeco glauben, dass Anleger etwas bewirken. Eine Möglichkeit besteht darin, dass sie Kapital für Unternehmen bereitstellen, die zur Erreichung der Ziele beitragen können. Das kann bedeuten, Anleihen von Firmen zu kaufen, die zu einem oder mehreren der SDGs beitragen, und Unternehmen zu meiden, die nicht im Einklang damit stehen. Mit den SDG Credit-Strategien können Anleger genau das tun. Eine weitere Möglichkeit für Investoren, etwas zu bewirken, stellt Active Ownership dar. Indem wir unsere Positionen als aktive Eigentümer nutzen, können wir mittels Abstimmungsverhalten und Dialog mit den Unternehmen Änderungen bewirken.

Erkenntnis 5: Es ist an der Zeit, von Inputs zu „Impacts“ überzugehen

Bei einer Investition steht die Bereitstellung von Geld für ein Unternehmen im Fokus. Für nachhaltigkeitsorientierte Investments müssen die Auswirkungen des investierten Kapitals beurteilt werden. Während wir den Wert unserer Investments im Hinblick auf deren Folgen bei den SDGs quantifizieren können (und das auch tun), achten wir außerdem darauf, ob unsere Anlagen zur Verbesserung des Lebens beitragen und die ökologische Nachhaltigkeit fördern. Beispielsweise stellen wir fest, dass die Klimabilanz für alle 100 Millionen Euro, die in die Robeco Global SDG Credit-Strategie investiert werden, erheblich kleiner ausfällt als bei einer ähnlich großen Anlage im Bloomberg Barclays Global Aggregate Corporate Bond Index. Tatsächlich entspricht der Unterschied unseren Schätzungen zufolge den jährlichen CO2-Emissionen von 1.513 Automobilen.

Das proprietäre SDG-Framework von Robeco und die SDG Credit-Produktfamilie

Um SDGs in Anlagestrategien integrieren zu können, müssen Investoren wissen, welche Auswirkungen Unternehmen auf die SDGs haben. Das SDG-Framework von Robeco bietet einen objektiven, einheitlichen und wiederholbaren Ansatz für die Bewertung der positiven und negativen SDG-Beiträge eines Anlageportfolios.

Robeco bietet gegenwärtig drei Lösungen an, in denen das Robeco SDG Investment Framework zur Anwendung kommt: RobecoSAM Euro SDG Credits,3 RobecoSAM Global SDG Credits und RobecoSAM SDG Credits Income.4 Nur Anleihen mit einem SDG-Score von 0 (neutral) oder besser sind für die Aufnahme in die Portfolios zulässig. Die Strategien investieren nicht in Unternehmen, die diesen Zielen entgegen wirken. Die Strategien sind also darauf ausgelegt, einen deutlichen Beitrag zu den SDGs zu leisten, und zielen gleichzeitig darauf ab, das Ergebnis eines führenden Index für Unternehmensanleihen (Euro SDG Credits and Global SDG Credits) zu übertreffen oder Rendite und Einkommen zu optimieren (SDG Credits Income).

Die zukünftige Arbeit von Robeco mit den SDGs

Robeco setzt die Entwicklung des Ansatzes für SDG-Investments mit dem Ziel fort, den finanziellen Erfolg und seine Auswirkungen zu optimieren. Nachdem nun eine solide Erfolgsbilanz mit den SDG Credit-Strategien etabliert wurde, besteht die nächste Aufgabe darin, die SDGs bei Anlagen in Staatsanleihen für festverzinslichen Makro-Strategien zu berücksichtigen. Insbesondere entwickeln wir ein Framework, bei dem über 90 Kennzahlen zur Identifizierung der Länder verwendet werden, die im Hinblick auf ihren Fortschritt bei den SDGs die besten Anlageziele sind. 

Darüber hinaus erweitern wir Robecos Prozess der aktiven Einflussnahme von der Unternehmensebene auf die Länderebene. Gemeinsam mit anderen Investoren hat Robeco mit den Regierungen Brasiliens und Indonesiens Gespräche geführt, um die Rodung in diesen Ländern zu stoppen. Weil es sich dabei um einen neuen Ansatz im Bereich nachhaltigkeitsorientierter Investments handelt, haben wir untersucht, wie Käufer von Staatsanleihen mit Regierungen in einen Dialog über SDGs treten können. 

Jan Anton van Zanten, SDG Strategist, Robeco
Erik Keller, Client Portfolio Manager Global Credits, Robeco

1Dieser Artikel ist eine Kurzfassung des ausführlicheren Berichts „Was wir aus drei Jahren mit SDG Credit-Investments gelernt haben“ aus Juni 2021.
2„Valuing the SDG prize“, Januar 2017; Business and Sustainable Development Commission
3Die Strategie hat im Januar 2019 mit der Verwendung des SDG-Frameworks begonnen. Davor hieß die Strategie Robeco Euro Sustainable Credits. Sie wurde im Juni 2019 umbenannt.
4Die Strategie hat im Januar 2019 mit der Verwendung des SDG-Frameworks begonnen. Davor hieß die Strategie Robeco Credits Income. Sie wurde im Juni 2019 umbenannt.

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