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Pictet AM Barometer: Überzogene Inflationsängste

Die konjunkturelle Erholung, die im Laufe des Jahres 2021 an Fahrt aufnehmen wird, sollte nicht zu einer rasch ansteigenden Inflation führen. Pictet Asset Management | 11.03.2021 11:25 Uhr
© Pictet AM
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Asset-Allocation: Zügiger Wiedereinstieg

Der Auftrieb in den Segeln der Weltwirtschaft zeichnet sich immer deutlicher ab. Da die Corona-Beschränkungen dank der Impfprogramme gelockert werden können, scheint das Wachstum an Fahrt zu gewinnen, sodass die Wirtschaft voraussichtlich einen Grossteil der Verluste des letzten Jahres wettmachen wird.

Die Anleiherenditen sind gestiegen, weil einerseits Zweifel bestehen, ob die Zentralbanken in der Lage und bereit sind, angesichts des starken Wachstums und der Auswirkungen des zusätzlichen Konjunkturpakets von Präsident Joe Biden in Höhe von 1,9 Billionen USD weiterhin zurückhaltend zu bleiben, und sich andererseits die Inflationserwartungen anscheinend bereits weitgehend mit den offiziellen Zielen decken.

Diese Bedenken halten wir aber für verfrüht. Angesichts der enormen freien Kapazitäten in der Wirtschaft dürfte die Zentralbank ihre Inflationsziele wohl nur vorübergehend überschreiten. Zumindest für das kommende Jahr erwarten wir keinen Anstieg der zugrunde liegenden Inflation. Vor diesem Hintergrund wollen wir unsere Übergewichtung von Aktien und unsere neutrale Haltung bei den Anleihen beibehalten.

Abb. 1: Monatsübersicht Asset-AllocationMärz

Quelle: Pictet Asset Management

Unsere Konjunkturzyklusindikatoren zeigen eine weiterhin starke Dynamik, was unsere Ökonomen dazu veranlasst, ihre realen BIP-Wachstumsprognosen für 2021 erneut anzuheben. Wir gehen nun davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr bei einem Marktkonsens von 5,1 Prozent real um 6,4 Prozent wachsen wird, wobei die Schwellenländer, allen voran China und Indien (mit einem erwarteten Wachstum von 9,5 Prozent bzw. 13,1 Prozent), vorn liegen.1 Doch auch die USA werden nach unseren Prognosen ein kräftiges Wachstum von 6,5 Prozent erzielen und damit den Rückgang von 3,5 Prozent im vergangenen Jahr mehr als wettmachen. Gestützt wird diese Entwicklung durch steigende Umsätze im Einzelhandel –offensichtlich geben die US-Bürger ihre Schecks aus der Corona-Hilfe aus – sowie den entschlossenen Einsatz der Industrie, diese Nachfrage auch zu befriedigen.

Basiseffekte dürften die Inflation vorübergehend nach oben treiben. Erwähnenswert ist dabei, dass die Ölpreise vor einem Jahr für kurze Zeit negativ waren. Doch mittlerweile liegen sie wieder ungefähr auf dem Niveau wie vor der Corona-Krise. Da sich die Volkswirtschaften öffnen, erwarten wir vonseiten des Dienstleistungssektors eine zügige Reaktion auf die entstehende Nachfrage, voraussichtlich kommt es auch nur zu geringen Engpässen, die in der Regel zu einem zugrunde liegenden Preisdruck führt. In den USA dürfte eine überschreitende Inflation aufgrund übermässiger Anreize erst 2022/23 auftreten, sodass die US-Notenbank in den nächsten 12 Monaten in der Lage sein sollte, eine restriktivere Politik zu vermeiden. 

Wie unsere Liquiditätsindikatoren zeigen, verlangsamt sich das Geldwachstum merklich. Nach wie vor steigt die Geldmenge in überdurchschnittlichem Masse, liegt aber deutlich unter den Spitzenwerten des letzten Jahres. Kurzfristig dürfte die Liquiditätsversorgung risikoreichere Vermögenswerte weiter stützen. In den USA zum Beispiel ist die Geldschöpfung überdurchschnittlich hoch: Die Geldmenge M1 wuchs im Jahresvergleich um 76 Prozent, M2 um 28 Prozent. In Asien lassen sich jedoch Anzeichen einer Mässigung erkennen. So verlangsamt die Bank of Japan ihr quantitatives und qualitatives Lockerungsprogramm und ihre Politik der Zinskurvensteuerung scheint sich etwas entspannt zu haben. In China hat sich das Wachstum des in der Wirtschaft zirkulierenden Kreditvolumens verlangsamt und die Zentralbank hat eine Verknappung angedeutet.

Abb. 2: Ertragsaufschwung- Erreichtes und prognostiziertes EPS-Wachstum im Jahresvergleich, in %

Quelle: Refinitiv Datastream, MSCI, Pictet Asset Management. Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum 01.01.2003–30.12.2020. Die gepunktete Linie stellt die Ergebnisprognose für 2021 dar

Unsere Bewertungsindikatoren zeigen, dass die meisten risikoreicheren Anlageklassen auf oder nahe dem Rekordhoch liegen. Die Bewertungen für Aktien im MSCI World Index sind nach unseren Modellen so hoch wie zuletzt 2008. Der Markt preist eine Rückkehr zu den konjunkturellen Wachstumsraten aus der Zeit vor Covid-19 ein – allerdings mit dauerhaft niedrigeren Zinssätzen.

Wir erwarten einen Rückgang des globalen Kurs-Gewinn-Verhältnisses um rund 20 Prozent, da die realen Renditen allmählich steigen und die Überschussliquidität aufgelöst wird. Wir sehen aber auch grosse Sprünge beim Gewinn je Aktie (siehe Abschnitt Aktien und Abb. 2), da sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnmargen von einer Normalisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den ausgedehnten steuerlichen Unterstützungsmassnahmen profitieren. Der kombinierte Effekt deutet darauf hin, dass US-Aktien von diesem Punkt aus um etwa 10 Prozent nach oben tendieren könnten.

Für die festverzinslichen Wertpapiere bedeutet der jüngste Renditeanstieg, dass die Staatsanleihen in dieser Phase des Konjunkturzyklus recht nahe an ihrem beizulegenden Zeitwert gehandelt werden. Erstmals seit Beginn der Pandemie liegen die realen 30-jährigen US-Renditen im positiven Bereich. Durch diesen Renditeanstieg werden Aktien aber auch etwas teurer.

Technische Indikatoren sprechen weiterhin für risikoreichere Anlagen, liefern aber auch warnende Hinweise auf eine überhitzte Lage. Saisonale Faktoren wirken sich positiv auf Aktien aus. Die Stimmung der Anleger ist jedoch äusserst optimistisch. Die Barbestände der Fondsmanager sind auf dem tiefsten Stand seit 14 Jahren und die Mittelzuflüsse in den Markt steigen sprunghaft an – mit rund 180 Mrd. USD haben sie im bisherigen Jahresverlauf ein Rekordniveau erreicht. 

Lesen Sie weiter in Kapitel 2: "Aktienregionen und -sektoren: Gewinne im Frühjahr" auf Pictet AM.

[1] Bloomberg Konsensprognosen für 2021 vom 12.02.2021.

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