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Negative Anleiherenditen: Neue Normalität?

Es ist eine seltsame Vorstellung, dass Sparer eine Bank dafür bezahlen, dass sie ihr Geld verwahrt – aber genau das könnte in Teilen der Eurozone kommen. AXA Investment Managers | 10.10.2019 12:39 Uhr
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Es ist eine seltsame Vorstellung, dass Sparer eine Bank dafür bezahlen, dass sie ihr Geld verwahrt – aber genau das könnte in Teilen der Eurozone kommen. Anleiheinvestoren sind damit sogar schon konfrontiert: Viele Staatsanleihen aus Ländern wie Deutschland und Japan rentieren unter null. Das Gesamtvolumen dieser negativ verzinslichen Anleihen hat kürzlich 15 Billionen US-Dollar überschritten.[1] Auch Unternehmensanleihen folgen allmählich diesem Beispiel; einige sind bereits heute negativ verzinst. Während diese Szenarien früher undenkbar waren, gewinnen sie heute mehr und mehr an Normalität. „Um mit dem negativen Zinsumfeld besser klarzukommen sind Investoren gut beraten, ihre Portfolios neu zu bewerten“, sagt Nick Hayes, Portfoliomanager bei AXA Investment Managers. Die Kombination aus der sich andauernd wandelnden Weltpolitik, der sich ändernden Demografie und der nachlassenden Weltkonjunktur verlange von Anleiheinvestoren, dass sie flexibler sein müssten als je zuvor. 

„Wir meinen, dass sie sich für Neues öffnen sollten“, ergänzt Hayes. Als Absicherung seien Anleihen für viele Investoren, wie etwa Pensionskassen, nach wie vor unverzichtbar. Der Experte weist auf chinesische Anleihen hin, die im April erstmals in den Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index aufgenommen wurden. Weitere Indizes könnten diesem Beispiel folgen. „Das könnte gewaltige Zuflüsse in den chinesischen Anleihemarkt auslösen und den Renminbi stützen – und damit auch große Auswirkungen auf die internationalen Anleihemärkte haben“, so Hayes weiter. Die Eigentümerstruktur von Staatsanleihen weltweit könne sich in den nächsten zehn Jahren erheblich ändern. „China könnte zu einem höher verzinslichen Markt für Investoren werden, die zu mehr Risiken bereit sind. Vielleicht werden chinesische Anleihen aber auch zu einem sicheren Hafen. Zurzeit halte ich beides für denkbar“, so der Experte.

Handelskonflikt hinterlässt Spuren

Derweil zeige der festgefahrene Handelskonflikt zwischen den USA und China – den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – in dramatischer Weise, wie wichtig China für die Welt mittlerweile geworden ist. Das chinesische Wirtschaftswachstum bekommt schon jetzt die Konsequenzen zu spüren: im zweiten Quartal dieses Jahres war es so niedrig wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.[2] Das hat globale Folgen, denn China ist der weltgrößte Exporteur und der zweitgrößte Importeur nach den USA.[3] Andere Emerging Markets und asiatische Länder dürften unterdessen von den amerikanischen Zöllen auf chinesische Güter profitieren. So könnte zum Beispiel Indonesien einen Teil der Produktion übernehmen, die bislang in China stattfand.

„Die Befürchtungen, dass sich der Handelskrieg zu einem neuen Kalten Krieg entwickelt, scheinen zwar übertrieben. Möglich ist aber, dass die Welt nicht zum früher üblichen Freihandel zurückkehrt“, sagt Hayes. Konflikte wegen geistiger Eigentumsrechte zwischen den USA und China hätten zu neuem Protektionismus geführt, der vermutlich von Dauer sein und nachhaltige Auswirkungen auf die Märkte weltweit haben werde. Bei einer weiteren Eskalation des Handelskrieges seien auch negative US-Staatsanleiherenditen sind nicht auszuschließen. „Wir sehen aber auch Chancen an anderen Märkten, gerade wenn Investoren, die auf der Suche nach Qualitätstiteln sind, international denken“, so der Experte.

Erfahren Sie mehr zum AXA WF Global Strategic Bonds: https://banken.axa-im.de/axa-wf-global-strategic-bonds

[1] Bloomberg, 6. August 2019.

[2] Im zweiten Quartal 2019 ist das chinesische BIP um 6,2% gestiegen (annualisiert), der schwächste Quartalsanstieg seit 1992.

[3] Weltbank, Daten für 2018 in US-Dollar.

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