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Geopolitische Verkrampfung der Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft wirkt verkrampft, das globale Wachstum schleppt sich mit knapp über 3 % mühsam voran. Die geopolitische Entwicklung und die daraus erwachsenden Risiken lassen keine schwungvolle Expansion zu: DekaBank | 14.08.2019 13:29 Uhr
© Pixabay
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Die neuerliche handelspolitische Eskalation zwischen den USA und China, die  mit dem neuen britischen Regierungschef Johnson gestiegene Sorge um  einen ungeordneten Brexit, der zusätzliche Handelsstreit zwischen Japan  und Südkorea sowie die Spannungen im Nahen Osten rund um den Iran. Diese belastenden und ermüdenden negativen Einflüsse lasten auf der Stimmung  der Unternehmen, die vor allem in der exportorientierten Industrie mit  Verunsicherung und Investitionszurückhaltung reagieren. Insbesondere die  deutsche Volkswirtschaft ist hiervon betroffen und zeigt klare  Schwächeanzeichen. 

Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang, dass es sich weniger um ein  zyklisches Phänomen handelt. Der Auslöser für die Wachstumssorgen liegt  eben nicht in starken Zinserhöhungen, auf die eine kurzzeitige  Rezession mit anschließender kraftvoller Erholung folgt. Vielmehr sind  es strukturelle Einflüsse seitens der Geopolitik, die in der Summe die  positiven Effekte der Globalisierung zurückdrehen: Konfrontation und  Protektionismus wird das Wort geredet, und sie hemmen die internationale  Arbeitsteilung. In der Konsequenz erwarten wir vor diesem Hintergrund  nicht nur in diesem und im nächsten Jahr ein äußerst bescheidenes  Expansionstempo der Weltwirtschaft, sondern auch weit darüber hinaus.  Denn eine baldige Renaissance der Globalisierung erscheint wenig  wahrscheinlich. 

Die Notenbanken sehen sich derzeit in der Rolle des Wunderdoktors gegen  diese Verkrampfungen. Leitzinssenkungen und abermalige
 Nettowertpapierkäufe sind kommunizierte Perspektiven für die  amerikanische Fed und auch für die Europäische Zentralbank. Tatsächlich  lindern die Notenbanken den Schmerz, ohne freilich das Übel an der  Wurzel packen zu können. Immerhin wird so ein Einbruch der Wirtschaft  und an den Kapitalmärkten verhindert. Damit verhärtet sich freilich auch  die Nullzinswelt in Deutschland. Sogar dreißigjährige Bundesanleihen  rentieren inzwischen negativ. Die Aktienmärkte durchlaufen die schon  länger erwartete Korrektur. Und Gold erstrahlt in länger nicht gesehenem  Glanz.

An den Symptomen zu kurieren mag nicht die erstbeste Lösung sein, aber es hilft, um das globale Wachstum zu erhalten. In diesem Umfeld sind durchaus moderat steigende Unternehmensgewinne und damit auch höhere Aktiennotierungen zum Jahresende zu erwarten. Das bedeutet zwar keine starken neuen Impulse für große Phantasie an den Märkten. Vielmehr ist es ein leicht positiver Trend, der weiterhin von hoher Marktvolatilität begleitet sein wird.

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