Tech-Aktien, US-Konjunktur und Wahlen: Was das zweite Halbjahr bewegt

UBS | 01.07.2024 10:29 Uhr
Evan Brown, Head of Multi-Asset Strategy bei UBS Asset Management / © e-fundresearch.com / UBS Asset Management
Evan Brown, Head of Multi-Asset Strategy bei UBS Asset Management / © e-fundresearch.com / UBS Asset Management

Im ersten Halbjahr haben globale Aktien zweistellige Renditen erzielt, hochverzinsliche Kredite haben solide Erträge geliefert und ein breiter Korb von Rohstoffen sorgte für Gewinne. Sogar Investment-Grade-Anleihen mit hoher Bonität, die zu Beginn des Jahres aufgrund der wieder anziehenden Inflation deutlich an Wert verloren haben, verdienten wieder genug an Kupons.

Aber das Jahr 2024 ist erst zur Hälfte vorbei, und im dritten Quartal gibt es eine Dynamik, die Aufmerksamkeit verdient. Evan Brown, Head of Multi-Asset Strategies bei UBS Asset Management, erkennt mit der Abkühlung der US-Wirtschaft, dem abnehmenden Performance-Vorsprung von Aktien und der näher rückenden US-Präsidentschaftswahl drei wesentliche Faktoren, die den Markt in der zweiten Jahreshälfte bestimmen werden.

Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums

Die US-Wirtschaft ist unter Druck. Die Arbeitslosenquote steigt allmählich an, von 3,4 auf 4 Prozent in etwas mehr als einem Jahr. Der Arbeitsmarkt hat die Verzerrungen vor der Pandemie abgebaut, was darauf hindeutet, dass eine weitere Abschwächung des Arbeitsmarktes nicht nur weniger Neueinstellungen, sondern auch einen Anstieg der Entlassungen bedeuten könnte. Der Wohnungsmarkt, Verbraucher mit geringem Einkommen und kleine Unternehmen spüren den Druck der höheren Zinsen.

Im Allgemeinen sind wir der Meinung, dass sich US-Aktien besser entwickeln sollten als US-Anleihen, solange die Expansion anhält. Da das Wachstum und die Inflation jedoch an Schwung verlieren, dürften sich Anleihen gegenüber Barmitteln besser entwickeln als in der ersten Jahreshälfte. Die Verschiebung der Risiken wird, so denken wir, die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen ins Negative drücken, sollte sich das Wachstum deutlich verschlechtern.

Klumpenrisiko durch Tech-Aktien

Die spektakuläre Performance von Mega-Cap-Tech-Aktien ist in diesem Jahr bisher einzigartig. Die sechs größten Aktien haben 2024 bisher fast zwei Drittel zur Rendite des S&P 500 beigetragen. Allein NVIDIA hat 300 Basispunkte zur Rendite MSCI World beigetragen, einem Index, der 1.500 der weltweit größten Unternehmen umfasst. Logischerweise besteht die Sorge, dass ein Schluckauf im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), der einen Großteil dieser Zuwächse untermauert hat, zu einer starken Korrektur wichtiger US-amerikanischer und globaler Indizes führen wird.

Natürlich bleibt das Thema Künstliche Intelligenz der Schlüssel-Treiber in den globalen Indizes. Dennoch denken wir nicht, dass diese „Verdichtung“ auf KI zu einer Gefahr werden könnte. Vielmehr rechnen wir damit, dass sich der Zyklus ausweitet, so dass bei einer Verschnaufpause der Mega-Cap-Technologiewerte mit einer Umschichtung in konjunktursensitivere Marktbereiche zu rechnen ist. Dieses Umfeld sollte auch aktiven Aktienmanagern die Möglichkeit bieten, eine Outperformance zu erzielen.

Risikopotenzial der US-Wahlen

Wir denken, dass die Debatte um die US-Wahlen nun zur Jahresmitte immer stärker wird, allerdings vorerst keinen Einfluss auf die Portfolioallokation von Anlegern nimmt. Inwieweit der Aktien- und Anleihemarkt auf das Ergebnis der Wahlen reagieren wird, hängt im Wesentlichen davon ab, ob der neue Präsident auch den Kongress für sich gewinnen und damit seine finanzpolitischen Ziele durchsetzen kann.

Hinzu kommt, dass die Märkte, anders als bei vorherigen Wahlen, unvorhersehbarer reagieren. Während 2016 Trumps Ankündigung von Steuersenkungen und 2020 Bidens geplantes Wachstumsprogramm vom Aktienmarkt durchweg positiv und vom Anleihemarkt negativ aufgenommen wurden, haben Inflation und das neue Zinsumfeld die Situation komplett verändert, so dass die Aussicht, durch risikoreichere Assets höhere Gewinne zu erzielen, nicht mehr ausreicht. Ein Sieg Trumps würde durch Steuersenkungen und Deregulierungen für Rückenwind sorgen, durch seine angedrohte Einführung hoher Handelszölle gleichzeitig aber auch für Gegenwind.“

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