UBS Studie: Reserve Manager sehen geringe US-Rezessionsgefahr, aber äußern Schuldenbedenken

Zum 30. Mal in Folge hat UBS ihren jährlichen „Reserve Manager Survey“ (RMS) veröffentlicht. Reserve Manager und staatliche Vermögensfonds, die gemeinsam Assets im Wert von über 15 Billionen US-Dollar verwalten, nahmen an der Befragung teil und wurden nach ihrer Einschätzung zur aktuellen wirtschaftlichen, finanziellen und geopolitischen Lage befragt. Max Castelli, Head of Strategy and Advice, Global Sovereign Markets bei UBS Asset Management fasst die Ergebnisse zusammen: UBS | 15.07.2024 11:55 Uhr
Max Castelli, Head of Strategy and Advice, Global Sovereign Markets bei UBS Asset Management / © e-fundresearch.com / UBS Asset Management
Max Castelli, Head of Strategy and Advice, Global Sovereign Markets bei UBS Asset Management / © e-fundresearch.com / UBS Asset Management

Makroökonomischer Ausblick

Das Risiko einer Rezession in den USA wird von der Mehrheit der von UBS befragten Zentralbanken als sehr gering eingeschätzt. Da die Weltwirtschaft jedoch widerstandsfähig bleibt und eine weiche Landung bevorsteht, werden die Zentralbanken die Zinsen länger hochhalten, um die Inflation auf ihr Zielniveau zu bringen.

Steigende US-Staatsverschuldung

Die UBS-Umfrage zeigt, dass sich die Zentralbanken zunehmend Sorgen über die steigende und nicht mehr tragbare Staatsverschuldung der USA machen. Diese zunehmende Verschuldung wird die Zentralbanken in Bezug auf die Geldpolitik unter Druck setzen. Bislang ist die Nachfrage der Zentralbanken nach Staatsanleihen, insbesondere nach US-Treasuries, aufgrund der hohen Renditeerwartungen noch groß. Sollten jedoch die langfristigen Zinsen aufgrund steigender Risikoprämien anziehen, könnte die Nachfrage nachlassen und die Liquidität weiter abnehmen.

Inflation: strukturell oder temporär?

Der rasche Rückgang der Inflationsraten ohne signifikanten Nachfragerückgang und ohne Rezession deutet darauf hin, dass der Inflationsschock von 2022-2023 vorübergehender Natur ist. Strukturelle Veränderungen, die die disinflationären Trends der Vergangenheit umkehren könnten, sind jedoch möglicherweise bereits im Gange. Dazu zählen demografische Faktoren, Fragmentierung und Deglobalisierung.

Aufrüstung von Finanzen und Gold

Ein Drittel der Reservemanager ist besorgt über die Aufrüstung der Devisenreserven. Die jüngste politische Entscheidung, die Gewinne der Zentralbanken aus den eingefrorenen Vermögenswerten Russlands zur Finanzierung der Ukraine zu verwenden, erhöht das Risiko, dass Devisenreserven nicht mehr als sicherer Hafen für Zentralbanken angesehen werden. Gold, ein Vermögenswert, der von den Zentralbanken hauptsächlich aus historischen Gründen gehalten wird, als es eine Stütze des globalen Finanzsystems war, könnte durch die aktuellen geopolitischen Trends wiederbelebt werden.

Der jüngste Anstieg der Goldallokation durch Währungsreservenverwalter steht im Zusammenhang mit dem zunehmenden geopolitischen Risiko. Gold verringert jedoch die Renditen, die mit den akkumulierten Reserven erzielt werden können, erhöht die Volatilität des Portfolios und verringert die Liquidität. Die Geopolitik wird auch in Zukunft ein wichtiger Treiber für die Goldallokation der Zentralbanken sein.

US-Präsidentschaftswahlen

Die Mehrheit der befragten Institute geht davon aus, dass ein Wahlsieg Trumps zu mehr geopolitischer Konfrontation führen wird. Es besteht die Gefahr einer Eskalation der Spannungen mit China, einer Schwächung der NATO und einer Zunahme des globalen Protektionismus.

Auf wirtschaftlicher Ebene dürfte ein Wahlsieg Trumps zu höheren Staatsdefiziten und steigenden Aktienkursen führen. Sollte das Wahlergebnis angefochten werden, könnte es zu einer weiteren Polarisierung der US-Politik und zu sozialen Spannungen kommen.

Wahlen in Frankreich

Die jüngsten politischen Entwicklungen in Frankreich zeigen, dass die politische Polarisierung ein weit verbreiteter Trend in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist. Die politische Volatilität in Frankreich hat sich bereits auf den Anleihemarkt ausgewirkt und zu einer Ausweitung der Spreads von Schatzanweisungen gegenüber deutschen Anleihen geführt. Es gibt wachsende Sorgen über die fiskalische Nachhaltigkeit in Frankreich und eine Schwächung der deutsch-französischen Partnerschaft, die ein wichtiger Motor der europäischen Politik ist.

Währung: USD dominiert, RMB fällt und EUR steigt auf

Der USD bleibt die dominierende Währung bei den globalen Währungsreserven, und die Umfrageergebnisse zeigen keine Anzeichen für einen bevorstehenden Rückgang. Die Zuteilung der Zentralbanken an den RMB hat sich in den Jahren 2023-2024 verlangsamt, mit einem leichten Rückgang der angestrebten Zuteilung (5 Prozent im globalen Durchschnitt). Beim EUR scheint sich der Abwärtstrend umzukehren. Die Zentralbanken planen, 2024-2025 mehr EUR zuzuteilen, aber die jüngsten politischen Entwicklungen in Frankreich und die Volatilität am Euro-Anleihemarkt könnten sich auswirken.

Bretton Woods 80. Jahrestag

Die Mehrheit der von UBS befragten Institutionen ist der Meinung, dass die 80 Jahre alten Bretton-Woods-Institutionen reformiert werden müssen, um den aktuellen globalen Herausforderungen (zum Beispiel Einkommensungleichheit, Klimawandel, Demografie) zu begegnen. Das Hauptziel dieser Reformen sollte sich auf die Zukunft des Multilateralismus in einer fragmentierten Welt konzentrieren.

Interessanterweise werden disruptive Technologien wie digitale Währungen als Chance gesehen. Die Zentralbanken scheinen bestrebt zu sein, den digitalen Charakter des globalen Finanzsystems zu verstärken, wie die kontinuierlichen Fortschritte bei der Erprobung und Verwendung von digitalen Zentralbankwährungen zeigen.

Von Max Castelli, Head of Strategy and Advice, Global Sovereign Markets bei UBS Asset Management

Hier finden Sie die ausführliche Version des UBS Annual Reserve Manager Survey.

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