Swisscanto Invest: Japanische Anleihen aus Diversifikationssicht interessant

"Japanischen Renditen sind im Vergleich zu anderen Währungsregionen deutlich weniger gefallen. Sollte die Konjunkturdynamik wieder anziehen, sind japanische Anleihen zudem weniger von einem Renditeanstieg betroffen. Aus Diversifikationssicht sind japanische Anleihen daher interessant", heißt es im aktuellen Swisscanto Kurzbericht September 2019. Swisscanto Invest | 03.09.2019 10:49 Uhr
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Swisscanto Invest – Kurzbericht September 2019 

Japanische Anleihen aus Diversifikationssicht interessant

Konjunktur

Die Konjunkturdaten aus der Eurozone weisen weiterhin auf eine anhaltende Schwäche hin. Insbesondere in Deutschland ist der Konjunkturmotor ins Stottern geraten. Auch in China fiel der Start in die zweite Jahreshälfte aus konjunktureller Sicht schwach aus. Hingegen bleiben die Wirtschaftsdaten in den USA vergleichsweise robust. Während im verarbeitenden Sektor die konjunkturelle Lage teilweise besorgniserregend ist, hält sich der Dienstleistungssektor nach wie vor gut. Wir sind der Überzeugung, dass eine Stabilisierung der globalen Konjunktur gelingen wird. Die Eskalationsschraube im Handelskonflikt zwischen den USA und China dreht weiter. Eine Einigung bleibt in unserer Einschätzung derweil das wahrscheinlichste Szenario.

Finanzmärkte

Notenbanken rund um den Globus reagieren auf die Wachstumsflaute und die anhaltend (zu) niedrige Inflation mit einer neuerlichen Expansion der Geldpolitik. So rechnen wir mit zwei weiteren US-Zinssenkungsschritten in diesem Jahr. Die langfristigen Renditen haben vielerorts neue Tiefststände erreicht. Wir sind der Meinung, dass die Anleihenmärkte die konjunkturelle und geopolitische Lage zu negativ einschätzen und der Renditerückgang daher übertrieben ist.

Japanischer Yen als Zufluchtswährung

Infolge der Zuspitzung des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat der japanische Yen als Zufluchtswährung weiter an Attraktivität gewonnen. Das geringere Zinssenkungspotenzial spricht ebenfalls für die japanische Währung. Die Leitzinsen in Japan befinden sich bereits auf tiefem Niveau und die Bank of Japan dürfte erst bei einer starken Aufwertung des Yen mit geldpolitischen Maßnahmen gegensteuern. Das selbstauferlegte Zielband für die 10-jährigen Renditen von –0,2 bis 0,2 Prozent wird flexibel interpretiert. Eine temporäre Unterschreitung von –0.2 Prozent wird zugelassen, da die Aufwertung des Yen nicht zu schnell vonstattengehen soll. Trotzdem sind die japanischen Renditen im Vergleich zu anderen Währungsregionen deutlich weniger gefallen. Sollte die Konjunkturdynamik wieder anziehen, sind japanische Anleihen zudem weniger von einem Renditeanstieg  betroffen. Aus Diversifikationssicht sind japanische Anleihen daher interessant.

US-Gewinne zentral für globalen Aktientrend

Die meisten Rückschläge an den Aktienmärkten seit Anfang 2018 sind auf neue Eskalationsstufen des Handelsstreits zwischen den USA und China zurückzuführen. Trotzdem hat sich der US-Markt überdurchschnittlich gut entwickelt und zwischenzeitlich sogar immer wieder neue Allzeithochs markiert. Darin spiegelt sich neben dem Rückenwind durch die Steuerreform die Effizienz, Flexibilität und Produktivität der US-Unternehmen. Das Gewinnwachstum ist bislang weit überdurchschnittlich gewesen. Der Vorsprung gegenüber den anderen Regionen schmilzt allerdings, vor allem weil der Einmaleffekt durch die Steuerreform ausläuft. Wir gehen aber weiterhin davon aus, dass das Gewinnwachstum über dem der meisten anderen Regionen bleiben wird. Dafür spricht neben der strukturell guten Positionierung der Unternehmen auch das vergleichsweise hohe Wirtschaftswachstum. Aufgrund der Größe des Aktienmarkts besitzt die Gewinnentwicklung in den USA auch Signalwirkung für die Entwicklung der Anlageklasse «Aktien».

Aufwärtstrend am Aktienmarkt sollte anhalten

Wie bereits vor einem Monat berichtet, nähert sich das Gewinnwachstum der Nulllinie. Wir gehen davon aus, dass es sich über der Nulllinie halten kann oder nur leicht und vorübergehend in den negativen Bereich rutscht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Letzteres passiert, ist allerdings mit den jüngsten Daten aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für die USA gestiegen. Denn die Summe aller Gewinne, also einschließlich jener der nicht börsennotierten Unternehmen, ist im Jahresvergleich gesunken. Solange der US-Konjunkturmotor weiterhin robust läuft, dürften Investoren über eine Gewinnrezession hinwegsehen. Die niedrigen Zinsen sorgen zudem dafür, dass die Unternehmen zu günstigen Konditionen Aktien zurückkaufen und ihre Dividendenversprechen notfalls schuldenfinanziert einlösen können. Der seit 2009 währende Aufwärtstrend am Aktienmarkt sollte demnach noch anhalten. Die Risiken für eine Trendumkehr nehmen aber zu.

Gold: Weiterer Anstieg bedarf zusätzlicher Impulse

Mit den Temperaturen stieg auch der Preis für Gold über die Sommermonate deutlich an. Die Notierung in US-Dollar pro Feinunze legte von 1.300 Ende Mai bis im August 2019 auf über 1.500 zu, erstmals seit Frühling 2013. Das zinslose Gold profitierte insbesondere von noch weiter fallenden (Real-)Zinsen. Für einen weiteren nachhaltigen Goldpreisanstieg braucht es dennoch zusätzliche Impulse. Zwar haben zuletzt die konjunkturellen wie auch geopolitischen Risiken zugenommen. Allerdings rechnen wir beispielsweise mit einer weiteren Brexit-Fristverlängerung Ende Oktober und mittelfristig mit einer Wachstumsstabilisierung, wenn auch auf niedrigem Niveau. Dies begrenzt das weitere Aufwärtspotenzial für Gold. Anhaltend tiefe Zinsen, weitere Goldkäufe durch Zentralbanken und das Abebben der US-Dollar-Stärke dürften den Goldpreis aber stützen.

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