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Swisscanto Invest: Größere Kurschancen an den asiatischen Aktienmärkten

"Die Teileinigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China bietet aufgrund der engen Handelsverflechtungen generell wieder größere Kurschancen an den asiatischen Märkten. Diese haben auch im Schwellenländerindex, den wir als attraktiv erachten, das mit Abstand größte Gewicht", schreibt Swisscanto Invest im Kurzbericht Januar 2020. Swisscanto Invest | 03.01.2020 09:20 Uhr
© Pexels
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Swisscanto Invest – Kurzbericht Januar 2020

Konjunktur

Die Erholung der Weltwirtschaft, insbesondere im Industriesektor, nimmt zunehmend Gestalt an. Erstmals seit sieben Monaten ist der globale Einkaufsmanagerindex wieder in der Wachstumszone. Gleichzeitig gibt es Anhaltspunkte, dass die Verlangsamung im Dienstleistungssektor zu Ende geht. Zudem haben sich die USA und China auf ein Teilabkommen zur Beilegung des Handelsstreits geeinigt. Dies stellt eine weitere Unterstützung zur konjunkturellen Stabilisierung der Weltwirtschaft dar. Indes entsteht mit den US-Präsidentschaftswahlen 2020 eine neue Quelle der Unsicherheit, schließlich wird der Wahlausgang die US-amerikanische Außen-, Handels- und Wirtschaftspolitik spürbar beeinflussen.

Finanzmärkte

Angesichts der nach wie vor (zu) niedrigen Inflation werden die Notenbanken der wichtigsten Industriestaaten ihre expansive Geldpolitik beibehalten. Zwar ist die Luft an den Aktienmärkten durch die kräftigen Kursgewinne dünner geworden, aufgrund der verbesserten Konjunkturaussichten bleiben die Ertragsaussichten aber vergleichsweise attraktiv. Durch die besseren Konjunkturaussichten wird das globale Renditeniveau wieder leicht anziehen.

Leicht höhere Renditen bei Staatsanleihen

Infolge der weiterhin expansiven Notenbanken bleibt das Renditeanstiegspotenzial beschränkt. Die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten weisen allerdings auf eine Verbesserung im Industriesektor hin und die Beruhigung im Handelsstreit unterstützt das Szenario einer Stabilisierung der Weltkonjunktur. Wir rechnen daher 2020 global mit einem leicht anziehenden Renditeniveau und etwas steileren Zinskurven. Die Voraussetzung für einen weiterführenden Renditeanstieg wäre allerdings eine Beschleunigung der Konjunktur, welche sich in naher Zukunft (noch) nicht abzeichnet. Aus Ertragsoptik bleiben deutsche Bundesanleihen (EUR) sowie Eidgenossen (Schweizer Staatsanleihen) unattraktiv. Die höchsten Renditen sind nach wie vor in Nordamerika zu finden. Dabei hat Kanada im Verlauf von 2019 im Renditeranking Australien überholt, was die Attraktivität des kanadischen Dollars als Anlagewährung erhöht hat.

Fundamentaldaten entscheidend

Der Weltaktienmarkt hat ein außergewöhnlich gutes Jahr hinter sich. Aus den kräftigen Kursanstiegen 2019 lässt sich aber keine Prognose für 2020 ableiten. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass zwischen einem Bärenmarkt und einem sogar noch stärkeren Anstieg alles vorgekommen ist in den Folgejahren. Entscheidend für die künftige Kursentwicklung bleiben daher die Fundamentaldaten. Aktuell haben sich die globalen Konjunkturindikatoren wieder leicht verbessert und in unserem Basisszenario gehen wir weiterhin davon aus, dass keine Rezession bevorsteht. Aufgrund der niedrigen Inflation ist auch nicht mit einer restriktiven Geldpolitik der global wichtigen Zentralbanken zu rechnen. Die Bewertung der Aktienmärkte ist im historischen Vergleich nicht hoch, aber 2019 deutlich gestiegen. Mit anderen Worten hoffen die Investoren auf ein wieder höheres Gewinnwachstum in der Zukunft. Wir gehen davon aus, dass sich der Bewertungsanstieg nicht fortsetzen wird. Die Aktienkurse werden daher von den nach wie vor gegenüber den Renditen der Staatsanleihen attraktiven Dividendenzahlungen bestimmt.

Gewinnentwicklung wichtiger Faktor

Es wird aber insbesondere die Gewinnentwicklung wichtig sein. Hier sind die Finanzanalysten zurückhaltend, denn sie schrauben ihre Erwartungen aktuell nach unten. Insofern dürfte die Mitte Januar beginnende Gewinnberichtssaison für das abgelaufene Quartal einen ersten Fingerzeig für 2020 liefern. Das Hauptaugenmerk wird wie immer auf den Unternehmen in den USA liegen. Die Konsensprognosen für den S&P 500 sind mit einem Jahresrückgang von rund einem Prozent niedrig. Die Konjunkturentwicklung in den USA verlief im 4. Quartal besser als ursprünglich befürchtet, weshalb die positiven Gewinnüberraschungen überwiegen sollten. Darüber hinaus besteht die Chance, dass sich infolge der Teileinigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China die Stimmung der Unternehmenslenker aufhellt und ihre Ausblicke positiver ausfallen. Die Kostenseite haben die Unternehmen nach wie vor im Griff. Vor allem die Löhne steigen trotz der niedrigen Arbeitslosenquote nur moderat. In der Summe sprechen die vorgenannten Faktoren dafür, dass auch 2020 ein positives Aktienjahr wird. Die Volatilität dürfte steigen, denn die Risiken sind nicht unerheblich. Erstens ist der Handelsstreit zwischen den USA und China noch nicht endgültig beigelegt. Zweitens stehen die US-Präsidentschaftswahlen an. Drittens steht China mit Hongkong und den Uiguren vor innenpolitischen Herausforderungen. Viertens wird sich Europa weiter mit dem Brexit beschäftigen. Und fünftens lauern vor allem bislang noch unbekannte oder nicht wahrgenommene Risiken. Positiv an den meisten Risiken ist indes, dass sie sich entweder auflösen oder gar nicht eintreten werden.

Entspannung im Handelskonflikt beflügelt Japan

Als sich im Frühjahr 2019 abzeichnete, dass die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank wieder expansiver werden würde, sahen wir die Chance für eine vorübergehend überdurchschnittliche Aktienmarktentwicklung in der Eurozone. Hintergrund war die Beobachtung, dass sich der Markt aufgrund struktureller Probleme der Währungsgemeinschaft seit der Finanzkrise zwar unterdurchschnittlich entwickelt, geldpolitische Lockerungen oder eine Konjunkturbeschleunigung relativ zum Rest der Welt aber immer wieder zu einer vorübergehenden Rally geführt hatten. Diese ist bislang ausgeblieben. Da wir aktuell keine weiteren Lockerungsschritte erwarten und auch die Wirtschaft im Vergleich zum Rest der Welt schwach unterwegs ist, gehen wir vorerst nicht mehr davon aus, dass sich die Aktien der Eurozone überdurchschnittlich entwickeln werden. Etwas aufgehellt hat sich dagegen die Lage in Japan. Wie in der Eurozone sind dort die strukturellen Herausforderungen nach wie vor ungelöst. Das erwartete Gewinnwachstum für die Unternehmen liegt sogar unter dem der Eurozone. Allerdings ist der japanische Markt gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) deutlich günstiger bewertet. Und die Teileinigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China bietet aufgrund der engen Handelsverflechtungen generell wieder größere Kurschancen an den asiatischen Märkten. Diese haben auch im Schwellenländerindex, den wir als attraktiv erachten, das mit Abstand größte Gewicht. 

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