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BB BIOTECH AG: Langfristiger Innovationsfokus resultiert in einem starken 1. Quartal 2019

Dank starker Erholung an den Aktienmärkten verzeichnete der Healthcare-Sektor im 1. Quartal eine positive Performance. Noch besser schnitt die Biotechbranche ab, was die Stärke und Breite des Sektors verdeutlicht. Die BB Biotech-Aktie hat in diesem positiven Umfeld überdurchschnittlich zugelegt. Der Quartalsgewinn stieg auf CHF 890 Mio. gegenüber CHF 28 Mio. im Vorjahreszeitraum. Bellevue Asset Management | 26.04.2019 07:30 Uhr
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Die Aktienmärkte sind gut in das Jahr 2019 gestartet. Im Januar erholten sich die meisten Indizes von ihren Verlusten im 4. Quartal. Amerikanische und europäische Aktienindizes beendeten das 1. Quartal mit positiven zweistelligen Gesamtrenditen. S&P (+13.7% in USD), Dow Jones (+11.8%) und Nasdaq Composite Index (+16.8%) lieferten eine starke Performance. Auch ihre europäischen Pendants, so etwa der EuroStoxx 50 (+12.3% in EUR), der DAX (+9.2% in EUR) und der SMI (+13.8% in CHF), verzeichneten für die ersten drei Monate des Jahres ein Plus.

Zugelegt haben auch die Gesundheitsmärkte, wenn auch etwas weniger als die breiteren Märkte. Der MSCI World Healthcare Index stieg um 8.3%. Pharmawerte und Biotechtitel übertrafen die breiter gefassten Gesundheitsindizes und der Nasdaq Biotech Index schloss das Quartal 15.5% fester (sämtliche Angaben in USD). Der Biotechnologiesektor hat sich dank seiner Stärke und Breite gut geschlagen, ungeachtet des Misserfolgs eines prestigeträchtigen Produktkandidaten von Biogen in der späten klinischen Entwicklungsphase zur Alzheimer-Behandlung.

BB Biotechs Wertentwicklung im 1. Quartal

Die Aktie von BB Biotech legte im 1. Quartal 2019 24.2% in CHF und 25.4% in EUR zu. Ihr Innerer Wert stieg um 31.1% in CHF, 32.3% in EUR und 29.4% in USD. Der Nettogewinn belief sich auf CHF 890 Mio. gegenüber einem Nettogewinn von CHF 28 Mio. im selben Vorjahreszeitraum. Der Währungseffekt von 1.9% wirkte sich positiv auf die Wertentwicklung des Portfolios aus und ist auf die leichte Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken zurückzuführen. Bei den Renditeberechnungen für BB Biotech wird die von den Aktionären an der Generalversammlung vom 21. März 2019 bewilligte Dividendenausschüttung berücksichtigt.

Fortsetzung der Dividendenausschüttung

BB Biotech hat die vorgeschlagene Dividende von CHF 3.05 pro Aktie ausgezahlt. Der Verwaltungsrat hat die Fortsetzung der Ausschüttungspolitik bestätigt und plant, eine reguläre Dividende von 5% des Durchschnittskurses der Aktie im Dezember des vorherigen Geschäftsjahres auszuzahlen.

Im April 2019 endete das im April 2016 lancierte elfte Aktienrückkaufprogramm, das BB Biotech gestattete, über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren bis zu 10% der ausstehenden Aktien des Unternehmens zu erwerben. BB Biotech hat im 1. Quartal 2019 keine Aktien über die zweite Handelslinie zurückgekauft und das Programm damit seit April 2016 nicht in Anspruch genommen. Der Verwaltungsrat hat das zwölfte Aktienrückkaufprogramm bewilligt, das im April 2019 beginnt und es erlaubt, über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren bis zu 10% der eigenen Aktien zu erwerben.

Erhöhung des Investitionsgrades in den ersten drei Monaten 2019

Das Management hat die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöht und den Investitionsgrad im Laufe des Quartals von 106.2% auf 109.8% angehoben. Insgesamt überstieg die Dividendenausschüttung von CHF 169 Mio. zuzüglich der Investitionen in neue und bestehende Portfoliobeteiligungen die Einnahmen aus der Veräusserung der Position in Regeneron und aus den Gewinnmitnahmen bei bestehenden, erfolgreichen, längerfristigen Beteiligungen.

Portfolioanpassungen im 1. Quartal

Wie bereits im Rahmen des Updates zum 3. Quartal 2018 geschildert, verringerte das Managementteam im 1. Quartal 2019 seine Investitionen in grosskapitalisierte Unternehmen weiter und erhöhte die Gewichtung bestehender Positionen in kleinen und mittleren Firmen und von Herstellern neuartiger Gentherapien.

Erlöse aus dem Verkauf der restlichen Regeneron-Aktien und aus anhaltenden Gewinnmitnahmen bei den Beteiligungen an Gilead, Celgene, Incyte, Vertex und Ionis wurden in Agios, Nektar, Kezar, Intercept und Esperion investiert. Ein weiterer Teil der Erlöse floss in den Ausbau des Engagements in den zwei Gentherapieunternehmen Audentes und Sangamo. BB Biotech partizipierte an Myokardias Kapitalerhöhung und unterstützte damit neben der Entwicklung von Mavacamten bei Patienten mit obstruktiver und nicht-obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie auch die weitere Diversifizierung der Produktpipeline des Unternehmens.

Im 1. Quartal wurde das Portfolio um zwei Gentherapiehersteller ergänzt. Crispr Therapeutics ist ein Pionier im Bereich der Cas9-Genom-Editierung. In Zusammenarbeit mit Vertex führt Crispr eine Studie zu CTX001 bei Patienten mit Hämoglobinopathien wie Beta-Thalassämie und Sichelzellenanämie durch. Auch seine allogenen Zelltherapien der nächsten Generation in der frühklinischen Entwicklung, die auf CD19, BCMA und CD70 abzielen und vorwiegend bei Krebserkrankungen zum Einsatz kommen, treibt Crispr voran.

Homology Medicines baut derzeit eine Pipeline für Gentherapie und Geneditierung auf. Im gentherapeutischen Bereich ist HMI-102 bei Erwachsenen mit klassischer Phenylketonurie (PKU) der führende Wirkstoff des Unternehmens. Im Bereich der Geneditierung widmet sich Homology Medicines der Entwicklung von HMI-103 für Kinder mit PKU. Mutationen des PAH-Gens bewirken bei PKU-Patienten einen Mangel des Enzyms Phenylalanin-Hydroxylase, das für die Verstoffwechselung von Phenylalanin verantwortlich ist, einer Aminosäure, die ausschliesslich über die Nahrung aufgenommen wird. Der gentherapeutische Ansatz von Homology Medicines basiert darauf, Erwachsenen über Adeno-assoziierte Viren funktionale Kopien des PAH-Gens zu injizieren. Bei der Geneditierung arbeitet das Unternehmen mit «Homologie-Armen» - Sequenzen, die die genaue Ausrichtung des Transgens auf die gewünschte Zielregion des dysfunktionalen Gens ermöglichen. Es findet eine natürliche homologe Rekombination statt. Dabei wird das dysfunktionale Gen zerstört und durch eine funktionale Kopie ersetzt.

Obwohl diese Spezialisten im Bereich der Gentherapien und Geneditierung zunehmende Fortschritte erzielen, sei dennoch erwähnt, dass sich ihre Wirkstoffkandidaten erst in der frühklinischen Phase befinden. BB Biotech betritt diesen Markt mit Entschlossenheit, aber auch mit Bedacht. Per 31. März 2019 war BB Biotech mit rund 4% seines Portfoliovermögens in diesem wichtigen Subsektor für neue Technologien investiert.

Im Zuge der rasanten Weiterentwicklung von Oligonukleotid-Arzneimitteln entsteht im Gesundheitssektor ein völlig neuer Bereich. Antisense- und RNAi-basierte Produkte haben für die Aktionäre von BB Biotech bereits beachtliche Renditen erzielt und dieser Trend wird sich laut Management fortsetzen. Ionis, das durch die eindrucksvolle Markteinführung von Spinraza und den Erfolg seiner Pipeline und Plattformtechnologie getrieben wurde, ist mittlerweile BB Biotechs grösste Position. Die Portfoliomanager stocken das Engagement in RNA-fokussierte Unternehmen, die inzwischen bereits rund 25% der Portfoliobeteiligungen ausmachen, weiter auf.

Solide Entwicklungen der Portfoliobeteiligungen

Das Jahr begann für eine der grossen Portfoliobeteiligungen von BB Biotech mit einer bedeutenden Transaktion, nämlich der geplanten Übernahme Celgenes durch Bristol-Myers Squibb (BMS) für USD 74 Mrd. BMS zahlt laut der Vereinbarung USD 50 je Celgene-Aktie zuzüglich einer BMS-Aktie und weiterer erfolgsabhängiger Zahlungen (CVR) von bis zu USD 9 pro Aktie im Falle der Zulassung von drei wichtigen Entwicklungskandidaten. Die Übernahme dürfte im 3. Quartal 2019 abgeschlossen werden und für BB Biotech beachtliche Mittelzuflüsse generieren.

Einige Portfoliounternehmen erreichten im 1. Quartal 2019 wichtige Meilensteine. Drei Unternehmen legten Ergebnisse zulassungsrelevanter Phase-III-Versuche vor:

Sage Therapeutics gab bekannt, dass SAGE-217 den primären und sekundären Endpunkt einer klinischen Phase-III-Studie bei Frauen mit postpartaler Depression erreicht hat. Eine 14-tägige ambulante Behandlung mit SAGE-217 im Rahmen der Studie zeigte eine signifikante Verringerung des Schweregrades einer Depression auf der Hamilton-Skala. Bei etwa der Hälfte der behandelten Patientinnen wurde eine Remission beobachtet.

Vertex teilte mit, dass seine Dreifachtherapie aus VX-445, Tezacaftor und Ivacaftor (Symdeko) den primären Endpunkt einer Verbesserung der Lungenfunktion (ppFEV1) bei Patienten mit zystischer Fibrose erreicht hat. Bei homozygoten Patienten mit einer F508del-Mutation stellt sich eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktion ein - mit einer mittleren absoluten Verbesserung des ppFEV1 von 10 Prozentpunkten gegenüber Symdeko. Auch bei Patienten mit einer F508del-Mutation und einer weiteren Minimalfunktionsmutation zeigte sich eine mittlere absolute Verbesserung des ppFEV1 von 13.8 Prozentpunkten. Vertex plant die Einreichung eines Zulassungsantrages (NDA) in den USA und eines Antrages auf Marktzulassung (MAA) in Europa für das 2. Halbjahr 2019.

Macrogenics veröffentlichte positive Ergebnisse der klinischen Studie SOPHIA zu Margetuximab bei Brustkrebs. Demnach verlängerte sich das progressionsfreie Überleben (PFS) der mit einer Kombination aus Margetuximab plus Chemotherapie behandelten Patientinnen gegenüber einer Therapie aus Trastuzumab (Herceptin) plus Chemotherapie. Das Unternehmen möchte in der 2. Jahreshälfte 2019 einen Antrag zur Genehmigung der Herstellung biotechnologischer Produkte (BLA) bei der FDA einreichen. Macrogenics führt darüber hinaus Versuche zu Margetuximab in Kombination mit einer Anti-PD-1-Therapie zur Behandlung von Karzinomen im Bereich des gastroösophagealen Übergangs durch.

Sage erhielt die FDA-Zulassung für Zulresso (Brexanolone) als Injektion. Es handelt sich hierbei um das erste und einzige Medikament, das speziell für die Behandlung postpartaler Depression indiziert ist. Sage erwartet die Lancierung Zulressos für Mitte 2019.

Mehrere Portfoliounternehmen nutzten steigende Marktbewertungen zur Aufstockung ihrer Barmittelreserven. Macrogenics, Myokardia und Sangamo emittierten Aktien über Zweitemissionen, während Unternehmen wie Esperion und Voyager ihre Liquidität durch Auslizensierungen an Daiichi Sankyo bzw. Neurocrine und Abbvie erhöhten.

Ausblick für 2019

BB Biotech geht davon aus, dass ihre Portfoliounternehmen 2019 weitere wichtige Meilensteine erreichen und die positive Dynamik des 1. Quartals anhält. Grosse Biotechunternehmen werden gegenwärtig deutlich unter ihrem fundamentalen Wert gehandelt. Daher könnten Pipelineerfolge und Übernahmen zu höheren Bewertungen führen. Ausserdem mehren sich die positiven Anzeichen für verstärkte M&A-Aktivitäten.

Das US-Gesundheitssystem steht derzeit unter dem starken Einfluss von Gesundheitsminister Alex Azar und FDA-Chef Scott Gottlieb. Beide sind weiterhin um mehr Preistransparenz bemüht, ungeachtet der anhaltenden Querelen zwischen Kostenträgern, Pharmaceutical Benefit Managern (PBMs), Leistungserbringern und der Pharmaindustrie. BB Biotech geht davon aus, dass der neue FDA-Beauftragte und bisherige Direktor des National Cancer Institute Ned Sharpless nicht nur Gottliebs Initiativen ausweitet, sondern gleichzeitig behördliche Zulassungswege verkürzt und Hürden bei Kapitalbeschaffung und Marktzugang für innovative neue Arzneimittel abbaut.

BB Biotech widmet sich seit Langem der Investition in führende Technologien und in die Schliessung medizinischer Bedarfslücken mit nachhaltigem ökonomischem Wert. Das unterstreicht auch weiterhin das starke und optimistische Engagement in diesem Sektor. Das Managementteam wird den Umbau des Portfolios unter Berücksichtigung der im 2. Halbjahr 2018 verkündeten Strategie weiter vorantreiben. Das heisst, BB Biotech wird auch zukünftig vielversprechende kleine und mittlere Unternehmen in ihr Investmentportfolio aufnehmen und dieses aktiv verwalten, um optimale Ergebnisse für die Aktionäre zu erzielen.

Der vollständige Zwischenbericht per 31. März 2019 ist auf www.bbbiotech.com verfügbar.

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