Biotechaktien 2022 - Value über Wachstum

Bellevue Asset Management | 20.01.2023 06:53 Uhr
© Foto von National Cancer Institute auf Unsplash
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Das Jahr 2022 hielt für globale Aktien- und Anleihemärkte ein volatiles Marktumfeld mit erheblichen, schrittweisen Zinserhöhungen seitens der Zentralbanken bereit, angeführt vom US-Fed. Bestimmt wurde es vor allem durch die Flucht aus Wachstumswerten in Value-Aktien und Titel diversifizierter, profitabler Großunternehmen. Im heterogenen Biotechsektor legten Schwergewichte im abgelaufenen Jahr zu und im Gegenzug erlitten Pipeline abhängige Small- und Mid Caps teilweise heftige Korrekturen. Obwohl die USA die Pandemie für weniger bedrohlich eingestuft hatten, wurden Booster-Impfinitiativen fortgesetzt. Außerdem schaut die Welt gespannt auf den Paradigmenwechsel in China, das seine restriktive Isolationspolitik zugunsten einer wirtschaftlichen Wiedereröffnung des Landes beendet. Chronische Krankheiten und saisonale Impfstoffe sind bereits wieder verstärkt im Fokus des Biotechsektors. Im 4. Quartal führten der schwächere USD und der schwierige Markt für kleinere und mittelgroße Biotechunternehmen beim Portfolio von BB Biotech zu einem leichten Minus von 1.2% in CHF und 3.5% in EUR sowie einem leichten Plus von 5.4% in USD, woraus ein Nettoverlust von CHF 35 Mio. resultiert. Gleichzeitig legte der Aktienkurs 4.7% in CHF und 4.4% in EUR zu. BB Biotech hat ihr Portfolio in den letzten drei Monaten des Jahres 2022 sorgfältig angepasst, in dem vor allem neuere Positionen oder bestehende Positionen im Onkologiebereich ausgebaut wurden. Die Gesamtrendite der Aktie von BB Biotech lag 2022 bei -24.3% in CHF und -19.0% in EUR und blieb damit deutlich hinter der Portfolioperformance von -11.0% in CHF, -6.7% in EUR und -12.1% in USD zurück. BB Biotechs Nettoverlust für das Jahr 2022 belief sich auf CHF 358 Mio. Der Verwaltungsrat wird auf der Generalversammlung am 23. März 2023 eine in Einklang mit der 2013 eingeführten Ausschüttungspolitik stehende reguläre Dividende von CHF 2.85 je Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Rendite von 5% auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der Aktie von BB Biotech im Dezember 2022.

Im 4. Quartal 2022 erholten sich die großen globalen Aktienindizes und machten einen Teil der früheren Verluste des Jahres 2022 wieder wett. Die meisten Aktien- und Anleihemärkte beendeten das Jahr im Minus, da die anhaltend hohe Inflation und der sehr solide Arbeitsmarkt Anleger und Zentralbanken überraschten. Nennenswert sind die US-Zinserwartungen, die zu Beginn des Berichtjahres für das Jahresende 2022 unter 1% lagen. Tatsächlich liegt der Leitzins seit der letzten Zinserhöhung der Fed im Dezember 2022 inzwischen bei 4.25%. Darüber hinaus signalisierte die US-Zentralbank für 2023 weitere Zinsschritte.

Der Dow Jones (-6.9% in USD), der Dax (-12.4% in EUR) und der SPI (-16.5% in CHF) verbuchten für das Gesamtjahr kräftige Verluste wie auch der technologieorientierte Nasdaq Composite (-32.5% in USD), der noch stärker nachgab. Der Nasdaq Biotech Index (NBI) entwickelte sich 2022 in Einklang mit den breiteren Märkten (-10.1% in USD).

Die Aktie von BB Biotech erzielte 2022 eine Gesamtrendite von -24.3% in CHF und -19.0% in EUR in Einklang mit den europäischen Aktienmärkten. Sie schnitt damit schlechter als die Biotechindizes ab und wich von der Wertentwicklung des zugrundeliegenden Portfolios ab. Wechselkursschwankungen prägten das Berichtsjahr. Unter dem Strich notierte der USD etwas fester gegenüber dem CHF und dem EUR, was sich geringfügig positiv auf die Performance in EUR auswirkte. Der Innere Wert (NAV) des Portfolios sank 2022 um 11.0% in CHF, 6.7% in EUR und 12.1% in USD. Für das Gesamtjahr 2022 ergibt das konsolidierte, aber noch nicht geprüfte Zahlenwerk einen Nettoverlust von CHF 358 Mio. gegenüber einem Nettoverlust von CHF 405 Mio. im Vorjahr. 

Im 4. Quartal stieg der Aktienkurs von BB Biotech um 4.7% in CHF und 4.4% in EUR. Aufgrund der deutlichen Wechselkursschwankungen und Underperformance des Engagements infolge höherer Allokationen in klein- und mittelgroßkapitalisierte Biotechunternehmen fiel der Innere Wert (NAV) des Portfolios im 4. Quartal um 1.2% in CHF und 3.5% in EUR und stieg um 5.4% in USD, während der NBI im gleichen Zeitraum 12.0% in USD zulegte, woraus ein Nettoverlust von CHF 35 Mio. gegenüber einem Nettoverlust von CHF 546 Mio. im Vorjahr resultiert.

Kontinuität im Verwaltungsrat der BB Biotech AG

Im Jahr 2022 hat BB Biotech den Verwaltungsrat mit Dr. Pearl Huang, CEO von Dunad Therapeutics, und Laura Hamill, ehemalige Executive Vice President Worldwide Commercial Operations bei Gilead, erweitert. Auf der für den 23. März 2023 anberaumten Generalversammlung stellen sich alle sechs Verwaltungsräte der Wiederwahl durch die Aktionäre. 

Dividendenvorschlag von CHF 2.85 je Aktie

Der Verwaltungsrat wird auf der Generalversammlung am 23. März 2023 eine reguläre Dividende von CHF 2.85 je Aktie vorschlagen. Das entspricht einer Dividendenrendite von 5% auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der Aktie von BB Biotech im Dezember 2022 und steht in Einklang mit der 2013 eingeführten Ausschüttungspolitik.

Portfolioanpassungen im 4. Quartal 2022

Im 4. Quartal eröffnete das Investment Managementteam von BB Biotech keine neuen Positionen, baute jedoch bestehende Portfoliobeteiligungen aus. Die Aufstockungen konzentrierten sich aufgrund von Bewertungsabweichungen vor allem auf Onkologieunternehmen wie Revolution Medicines, Fate Therapeutics, Black Diamond Therapeutics und Essa Pharma. Ausgebaut hat BB Biotech ihre Positionen in Macrogenics und Mersana nach wichtigen Pipeline-Deals, die die Bilanz der Unternehmen stärkten, sowie in Relay Therapeutics nach Veröffentlichung positiver klinischer Daten zu seinem führenden Produktkandidaten, einem FGFR2-Inhibitor. BB Biotech baute auch ihre Positionen im etablierteren Unternehmen Incyte und im Gentherapie-Spezialisten Ionis aus. Gewinne nahm sie bei Neurocrine nach seiner Steigerung des Ingrezza-Umsatzes und bei Alnylam sowie Vertex angesichts ihrer Allzeit-Kurshochs mit. Die zusätzlichen Investitionen ließen BB Biotechs Investitionsgrad um rund 2.4% gegenüber dem 3. Quartal auf 113.6% zum Jahresende steigen. 

2023: Spannende fundamentale Sektordaten und zunehmende Lizenzierungs-/M&A-Deals erwartet

Viele Länder und Experten erklärten die Pandemie für beendet, während die SARS-CoV-2-Infektionswellen im Jahr 2022 für die Gesundheitsbehörden weiterhin ein bedeutendes Thema darstellten. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat im Jahresverlauf eine Vielzahl von Präparaten zugelassen, darunter insgesamt 37 Arzneimittel und 7 Biopharmazeutika (Impfstoffe, Blut- und Zellprodukte).

Die BB Biotech AG rechnet im kommenden Jahr mit zahlreichen Impulsgebern für den Sektor und ihre Portfoliounternehmen, darunter Produkteinführungen, Ergebnisse klinischer Studien, Lizenzgeschäfte und M&A-Aktivitäten.

Die Ergebnisse zahlreicher klinischer Studien werden von den Portfoliounternehmen im Jahr 2023 mit Spannung erwartet. Der Fokus bei mRNA-Vakzinen verlagert sich von SARS-CoV-2 hin zu Impfstoffen gegen saisonale Atemwegsviren. Es wird erwartet, dass Moderna Daten zu seinem Grippeimpfstoff mRNA-1010 und seinem RSV-Vakzin mRNA-1345 vorlegt. Neurocrine dürfte Phase-III- Daten für Crinecerfont für kongenitale Nebennierenhyperplasie präsentieren. Argenx wird Phase-III-Daten für die chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) vorstellen und Ionis Ergebnisse eines Late-Stage-Versuchs zu Olezarsen, einem ApoCIII-Antisense-Oligonukleotid für das familiäre Chylomikronämie-Syndrom, vorlegen. Nach der Bekanntgabe positiver Daten der CLEAR-Studie für Bempedoinsäure Ende 2022 plant Esperion auf dem anstehenden ACC-Kongress am 4. März 2023 einen Late-Breaker zu Effektstärke und Versuchsdetails zu veröffentlichen. Das Investment Managementteam von BB Biotech erwartet von kleineren Unternehmen mit eigenen Produkt- und Therapieplattformen, wie etwa Generation Bio, Homology Medicines, Wave Life Sciences und Fate Therapeutics, wichtige Ergebnisse.

Zahlreiche Zulassungsanträge, Produktzulassungen und wichtige Indikationserweiterungen werden erwartet, die künftige Umsatz- und Gewinnchancen begünstigen: 

  • Die Zulassung der zwei Antisense-Nukleotide von Ionis: Eplontersen für TTR-Polyneuropathie und Tofersen für SOD1-amyotrophe Lateralsklerose
  • Die erste Geneditierungstherapie (CTX001) von Crispr Therapeutics und Vertex bei Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie 
  • Eine subkutane Darreichungsform von Efgartigimod bei generalisierter Myasthenia gravis (gMG) von Argenx
  • Eine zweite Indikation für Valbenazin zur Behandlung von Chorea Huntington von Neurocrine
  • Ein sNDA-Antrag für Patisiran bei ATTR-CM von Alnylam
  • Zwei mRNA-basierte Impfstoffe, mRNA-1010 bei saisonaler Influenza und mRNA-1345 gegen saisonale RSV-Infektionen von Moderna
  • Zuranolon für schwere depressive Störungen und post-partale Depression von Sage/Biogen
  • Eine sNDA für Bempedoinsäure mit Daten zu kardiovaskulären Sicherheitsstudien (CVOT) von Esperion

Anleger fokussieren sich in Anbetracht des anspruchsvolleren Kapitalmarktumfeldes noch stärker auf früh verfügbare kommerzielle Erfolgskennzahlen und Geschäftsmodelle, die nachhaltige Renditen ermöglichen. Unter den Portfoliounternehmen werden Firmen wie beispielsweise Neurocrine Biosciences, Intra-Cellular Therapies, Incyte und Argenx im Mittelpunkt stehen. Die Lancierung von Orgovyx und Myfembree durch Myovant rückt angesichts dessen Übernahme durch Sumitomo Pharma in den Hintergrund.

Im Gegensatz zu diesen Late-Stage-Biotechunternehmen gestaltet sich die Finanzierung für Firmen mit Programmen in der früheren klinischen Entwicklung und Technologieplattformen inzwischen schwieriger. Kleinere Unternehmen setzen daher wieder verstärkt auf Lizenzvereinbarungen mit Pharmaunternehmen oder großen Biotechfirmen, um stark verwässernde Kapitalerhöhungen zu vermeiden. Diejenigen, die eine sofortige Finanzierung benötigten, waren gezwungen, Geld zu unattraktiven Bewertungen aufzunehmen. In den Augen des Investment Managementteams bietet der Markt vielversprechende Anlagechancen. Es erwartet zunehmende M&A-Aktivitäten, da große Unternehmen ständig auf der Suche nach möglichen Pipelinekandidaten sind.

Schwerpunkt auf Big Data und künstliche Intelligenz

BB Biotech konzentriert sich zunehmend auf große Datensätze aus dem Gesundheitswesen, die Einblicke in F&E- und kommerzielle Möglichkeiten bieten. BB Biotech hat vor Kurzem ihre Data-Science-Kompetenz erweitert und neue, hochspezialisierte Experten in das Investment Managementteam aufgenommen, um den Investitionsprozess zu stärken. Das Investment Managementteam strebt weiterhin ein ausgewogenes Portfolio aus etablierteren Mid Caps und jungen Technologieführern in Übereinstimmung mit den Anlagerichtlinien an. Dank ihrer Struktur als Investmentgesellschaft kann BB Biotech nicht nur einen langfristigen Anlagehorizont verfolgen, sondern auch Investitionen tätigen, die keinen kurzfristigen Marktmeinungen folgen. BB Biotech sieht die Biotechbranche als vielversprechenden Wachstumsmarkt und räumt ihren Portfoliounternehmen angesichts attraktiver Bewertungen weiteres Kurspotenzial ein.

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