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Aberdeen Standard Ökonomin Kelly: Im Handelskonflikt sind die Bedenken nicht aus der Welt geräumt

Nach dem G20-Gipfel und den darauffolgenden Reaktionen beleuchtet Stephanie Kelly, Senior Political Economist von Aberdeen Standard Investments, wichtige Faktoren für die weitere Entwicklung im Handelskonflikt zwischen den USA und China und legt dar, warum die Beziehungen weiter angespannt bleiben könnten: Aberdeen Standard Investments | 03.07.2019 11:55 Uhr
Stephanie Kelly, Senior Political Economist von Aberdeen Standard Investments / © Aberdeen Standard Investments
Stephanie Kelly, Senior Political Economist von Aberdeen Standard Investments / © Aberdeen Standard Investments

„Die USA und China haben die Frist für ein Handelsabkommen am 1. Juli verpasst, haben sich aber geeinigt, die Verhandlungen fortzuführen und die nächsten Zollerhöhungen zu verschieben. Die Bedenken sind hierdurch allerdings nicht aus der Welt geräumt.

Die 25% Zollerhöhung auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar, die US-Präsident Trump in den letzten Monaten eingeführt hat, bleibt bestehen. Die Regierung bot zwar US-Unternehmen unter bestimmten Umständen einen gewissen Spielraum, an Huawei zu verkaufen, doch die Bedingungen sind etwas vage. Es wurden auch keine Fristen für den Fortschritt der Verhandlungen festgelegt. Dieses Treffen sollte die Spannungen abbauen, aber keinen Fahrplan für eine echte Lösung liefern.

Die US-Regierung hat am Wochenende erklärt, dass sie es nicht eilig hat, einen Deal zu machen, und lieber wartet, den richtigen Deal zu erzielen; dies signalisiert wahrscheinlich eine längere Verhandlungsdauer, als die Märkte vor drei Monaten erwartet hatten.

Bei jedem Deal wird der Teufel im Detail stecken, mit parteiübergreifender Unterstützung für eine härtere Linie gegen China, die es Trump ermöglicht, die Zölle zu erhöhen, wenn die beiden Saaten ihre Differenzen nicht ausräumen können. Dies unterscheidet sich deutlich vom politischen Widerstand gegen Zölle bei anderen Handelspartnern wie die EU und Mexiko.

Es ist wichtig zu bedenken, dass die Zölle auf Waren nur eine der Fronten sind, an denen sich dieser Konflikt zwischen den USA und China abspielt: tiefgreifende Unstimmigkeiten hinsichtlich Technologie, Investitionen und Außenpolitik spiegeln den strukturellen Charakter dieser Rivalität wider.

Da es bisher wenig Details gibt, sehen wir den US-Präsidentschaftswahlkampf als den wichtigsten Faktor, der den Zeitplan für ein Abkommen auf US-Seite im Jahr 2020 bestimmt.

Als Teil der Wiederwahlkampagne kann Trump einen China-Deal als Sieg vor der Wahl nutzen, um zu beweisen, dass die Wahlversprechen eingehalten wurden. In diesem Fall wäre der Sommer nächsten Jahres ein günstiger Zeitpunkt, um einen Deal anzukündigen. Die chinesische Seite wird sich der politischen Optik bewusst sein und könnte von weniger strengen Anforderungen profitieren, wenn Trump einen Erfolg verbuchen will.

Ein Risiko besteht jedoch darin, dass die Trump-Kampagne in der jüngeren Vergangenheit auch die Konfrontation mit China als Erfolg bei den Wählern erkannt hat. Dies ändert sich je nach Wählerstimmung, wirtschaftlichen Auswirkungen und dem Temperament der Regierung.

In der Zwischenzeit gehen wir davon aus, dass das Risiko von Volatilität in dieser Beziehung hoch bleiben wird, und wir bleiben vorsichtig, wenn die Verhandlungen fortgesetzt werden, bei denen ein Deal aber wohl auf die lange Bank geschoben werden wird.“

Stephanie Kelly, Senior Political Economist, Aberdeen Standard Investments

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