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Der „Overview-Effekt“ des Klimawandels

Falls Sie einer jener 565 Menschen sind, denen das Glück zuteilwurde, das Weltall besuchen zu dürfen, so haben Sie möglicherweise den als „Overview-Effekt“ bezeichneten mystischen und überwältigenden emotionalen Zustand erlebt. Astronauten bezeichnen diesen mentalen Zustand oftmals als Weckruf, der ihnen vor Augen geführt hat, welche Schäden wir an der Erde anrichten. Aberdeen Standard Investments | 26.08.2020 15:20 Uhr
© Photo by Louis Maniquet on Unsplash
© Photo by Louis Maniquet on Unsplash

Autor: Eva Cairns, Senior ESG Investment Analyst, Aberdeen Standard Investments

Falls Sie einer jener 565 Menschen sind, denen das Glück zuteilwurde, das Weltall besuchen zu dürfen, so haben Sie möglicherweise den als „Overview-Effekt“ bezeichneten mystischen und überwältigenden emotionalen Zustand erlebt.

Als Investoren sind wir uns der Anfälligkeit der Umwelt, der Gemeinschaften und der Unternehmen, in die wir anlegen, bewusst. Wie sich anhand der jüngsten Pandemie gezeigt hat, kann die Anfälligkeit von Unternehmen gegenüber externen Schocks die Widerstandsfähigkeit langfristiger Geschäftsmodelle auf die Probe stellen. Der Klimawandel vollzieht sich über viele Jahre hinweg und stellt daher möglicherweise für viele von uns (noch) keine unmittelbare Bedrohung dar. Als Folge könnte es einigen angemessen erscheinen, Zusagen und Bestrebungen in Bezug auf den Klimaschutz angesichts dringlicherer Belange beiseitezuschieben. 

Wir sind anderer Meinung. Als langfristige Investoren sind wir in der Lage, Unternehmen bei ihren Ambitionen hinsichtlich des Klimawandels zu unterstützen. Dabei tun wir dies nicht nur, weil es „das Richtige“ ist, sondern auch aus der Überzeugung heraus, dass sich robustere Unternehmen auf lange Sicht behaupten können und nachhaltigere Erträge erwirtschaften werden. Wir legen den Fokus auf zwei wesentliche Fragestellungen: Zum einen, welche wesentlichen Auswirkungen der Klimawandel für das Unternehmen haben könnte, und zum anderen, wie effektiv die Firma diesen entgegenwirkt. Von besonderem Interesse sind für uns Unternehmen, die nachweislich an einer Reduzierung des CO2-Fußabdrucks ihrer Tätigkeit arbeiten. Eine realistische Dekarbonisierungsstrategie würde bei uns als Anleiheninvestor zumindest zum Teil für Zuversicht dahingehend sorgen, dass das Unternehmen über ein solides Geschäftsmodell verfügt sowie in der Lage ist, Cashflows zu erwirtschaften, seine Schulden zu bedienen und die Kapitalmärkte auch künftig zu günstigen Finanzierungskosten anzuzapfen.

Der Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft gestaltet sich vor allem für den Versorgersektor im Raum Asien-Pazifik problematisch, da die Stromerzeugung in der Region in hohem Maße von der Verfügbarkeit kostengünstiger Kohle abhängt. Die Umleitung privaten Kapitals hin zu Unternehmen, die ihrem Versprechen, sich von den umweltschädlichsten Ressourcen abzukehren, tatsächlich nachkommen, ist eine Aufgabe, die wir sehr ernst nehmen.

Worten Taten folgen lassen

Wie bei unseren Beurteilungen zum CO2-Risiko auf Einzeltitelebene fangen wir auch hier ganz oben an. Durch die Beobachtung der Führungsebene erhalten wir Aufschluss darüber, ob ein für Nachhaltigkeitsaspekte verantwortlicher Ausschuss auf Vorstandsebene besteht und ob die Vergütung der Führungskräfte an Key Performance Indicators in Bezug auf die Energiewende geknüpft ist. Überdies beurteilen wir, wie sehr sich das Unternehmen um eine Kommunikation mit den Anlegern bemüht, beispielsweise mittels Nachhaltigkeitsberichten und/oder durch Beitritt zu globalen Offenlegungsinitiativen. Lobbyarbeit kann auch einen Hinweis darauf geben, ob sich das Unternehmen für die „richtige“ Sache einsetzt, die zu dessen CO2-Bestrebungen passt, und ob es seinen Worten tatsächlich Taten folgen lässt.

Darüber hinaus prüfen wir, ob das Unternehmen Zielwerte und Zeitrahmen für die Dekarbonisierung festgelegt hat, und ob es Informationen zu jenen Projekten offenlegt, die es der Erreichung dieser Zielsetzungen näherbringt. Beispielsweise könnte sich ein Unternehmen zu einer vorzeitigen Stilllegung der Hälfte seiner kohlebasierten Aktivitäten bis 2025 verpflichten. Es könnte auch einen radikalen Wechsel im Brennstoffmix von Kohle zu Gas vollziehen, indem es bis Mitte der 2020er-Jahre ein neues Gaskraftwerk errichtet. Es könnte das Maß an Emissionsreduktion, das es durch den Übergang von einer kohle- zu einer gasbasierten Stromerzeugung erreichen würde, transparent offenlegen. Schließlich könnte es sich die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von einem Minimum auf 30% bis 2030 auf die Fahnen schreiben.

Das Ergebnis unserer Beurteilung des CO2-Risikos weist daher zwei Dimensionen auf. Zum einen verschafft es uns einen ganzheitlicheren Blickwinkel in Bezug auf die Risiken und Chancen unserer Anlagen, indem wir deren Exposure gegenüber sich abzeichnenden Klimarisiken berücksichtigen. Zum anderen können wir dadurch klimaresistentere Portfolios zusammenstellen, indem wir in Unternehmen investieren, deren Geschäftsmodelle tatsächlich auf lange Sicht tragbar und nachhaltig sind.

Unerforschte Wege beschreiten

Auf Grundlage unserer Beurteilung des aktuellen CO2-Exposure und der Strategie zur künftigen Dekarbonisierung schätzen wir jene Unternehmen zuversichtlich ein, die wesentlich zur Klimawende beitragen. Der „Overview-Effekt“ veranlasste Raumfahrer dazu, das große Ganze zu sehen und die Welt in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Der Klimawandel sollte dieselbe Wirkung auf Anleger haben, da sich auf dieser Grundlage ein planetarisches, generationenübergreifendes Anlagerahmenwerk entwickeln lässt und dies zur Finanzierung einer nachhaltigen Welt beiträgt, sodass viele weitere Astronauten in künftigen Generationen den „Overview-Effekt“ erleben und dabei unseren Planeten bestaunen können.

Angesichts der Covid-19-Krise wäre es ein Leichtes, die Bestrebungen im Kampf gegen den Klimawandel hintanzustellen. In diesem Beitrag legen wir dar, warum dies ein Fehler wäre und was Unternehmen wie auch Anleger tun können, um sicherzustellen, dass dies nicht passiert.

Eva Cairns, Senior ESG Investment Analyst, Aberdeen Standard Investments

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