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Ergebnisse für das 3. Quartal: von Unsicherheit überschattet

Im Zuge der Berichtssaison für das 3. Quartal haben die Unternehmen eine begrüßenswerte Belebung der Gewinne ausgewiesen. Aufgrund der mit der anhaltenden Covid-Krise verbundenen hohen Unsicherheit fiel die Anlegerreaktion allerdings verhalten aus. Aberdeen Standard Investments | 11.11.2020 16:03 Uhr
© Photo by AbsolutVision on Unsplash
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Bislang signalisieren die Ergebnisse für das 3. Quartal eine deutliche Verbesserung gegenüber dem verlustreichen 2. Quartal. Die Einbußen im Vergleich zum Vorjahr belaufen sich in den USA und Westeuropa mittlerweile auf durchschnittlich rund 13% bzw. 30% – nach 30% bzw. 50% im 2. Quartal.

Die Erwartungen der Analysten wurden ebenfalls übertroffen. Und das sogar, obwohl die Analysten in den Industrieländern ihre Gewinnschätzungen im Vorfeld der Berichtssaison sogar angehoben haben. Dennoch konnten die meisten Unternehmen die revidierten Prognosen deutlich übertreffen.

Derzeit hat es den Anschein, als dürften 85% der Unternehmen mit über den Erwartungen liegenden Ergebnissen aufwarten. Dabei gibt es jedoch einen Haken: Der Ausblick der Unternehmen ist entweder mit Unsicherheit behaftet oder es mangelt gänzlich an Vorgaben.

Anleger sehnen sich nach Klarheit

Dies ist der Hauptgrund dafür, dass der Aktienmarkt nicht positiv auf unerwartet starke Ergebnisse reagiert und Gewinnverfehlungen stark abgestraft hat. Den Anlegern ist nicht an Rückblicken, sondern an Klarheit in Bezug auf die künftige Entwicklung gelegen. Die Unternehmen sind jedoch nicht in der Lage, diese zu bieten. 

Man nehme einmal den Bankensektor. In der ersten Jahreshälfte lag der Fokus auf Rückstellungen für Problemkredite. Doch selbst nach Bildung dieser umfangreichen Rückstellungen sind sich Banken nach wie vor nicht sicher darüber, in welcher Verfassung sie sich eigentlich befinden. So gab Jamie Dimon, CEO von J.P. Morgan, zu verstehen, dass seine Bank um 10 Mrd. USD zu hohe oder aber im schlimmsten Fall um 20 Mrd. USD zu niedrige Rückstellungen aufweisen könnte. Diese kolossale Spanne von 30 Mrd. USD ist ein Beleg dafür, wie unsicher sich die Lage tatsächlich gestaltet.

Auf makroökonomischer Ebene weist die Unsicherheit zwei unterschiedliche Dimensionen auf. Die erste bezieht sich auf die US-Wahlen und deren potenzielle Auswirkungen auf die Fiskalpolitik. Die zweite betrifft den weiteren Verlauf der Pandemie, die neuerlichen Lockdown-Maßnahmen und die Verfügbarkeit eines wirksamen Impfstoffs.

Die Berichtssaison wirft ebenfalls Fragen auf. Vor allem im Technologiesektor scheinen die Erwartungen in Bezug auf das künftige Wachstum zu hoch gesteckt. Netflix verfehlte die Schätzungen beispielsweise bei Weitem. Das Unternehmen hatte zwar zuvor gewarnt, dass das starke Wachstum der Abonnementzahlen während des Lockdowns nur „aus der Zukunft geliehen sei“. Dennoch brach der Aktienkurs nach Veröffentlichung der Ergebnisse ein. Obschon Facebook die Erwartungen übertroffen hatte, wurde das Unternehmen ebenfalls abgestraft, nachdem es einen Rückgang der Nutzerzahlen in den USA bekannt gegeben hatte. Auch Twitter übertraf die Gewinnerwartungen, enttäuschte aber im Hinblick auf das Nutzerwachstum. Daraufhin musste der Aktienkurs von Twitter Abschläge hinnehmen.

Diese Enttäuschungen brachten die Erinnerung daran hoch, dass das Wachstum, welches diese Unternehmen in der ersten Jahreshälfte genossen haben, auf die verstärkte Nutzung ihrer Dienstleistungen zu einer Zeit zurückzuführen war, in der die meisten Menschen gezwungen waren, zu Hause zu bleiben. Somit sollten die Anleger nicht davon ausgehen, dass dieses Wachstum auch in den kommenden Quartalen beibehalten werden kann.

Drei der größten Technologiekonzerne – Apple, Amazon und Alphabet – übertrafen die Prognosen zum Gewinn je Aktie. Doch in allen drei Fällen legten die Anleger den Fokus auf die künftige Entwicklung. Alphabet wurde für sein Umsatzplus belohnt, wohingegen Apple aufgrund des schwachen Absatzes beim iPhone abgestraft wurde. Und das beachtliche Ergebnis von Amazon im 3. Quartal wurde von der verhaltenen Prognose für das 4. Quartal überschattet.

Können die Covid-Nutznießer weiter zulegen?

Die wichtigste Frage betrifft die Nachhaltigkeit der „Gewinner“ der Covid-Krise, d.h. jene wachstumsstarken Unternehmen, die florierten, während ihre Mitbewerber von der Pandemie in Mitleidenschaft gezogen wurden. Was passiert, falls und wenn sich die Aktivität normalisiert? Werden Substanzwerte wie Industrietitel zu einer Aufholjagd ansetzen? Und könnte sich daraus ein Führungswechsel am Markt ergeben?

Sollte ein wirksamer Impfstoff gefunden werden und sich das politische Umfeld in den USA stabiler gestalten, könnten Banken wie auch Industrieunternehmen von einer Rückkehr zu Normalität und höheren fiskalischen Stimuli profitieren. Dies könnte eine Umschichtung von Technologiewerten in zyklische Marktsegmente nach sich ziehen. Zur Klarstellung sei angemerkt, dass wir nicht davon ausgehen, dass Wachstumswerte (jene, die von langfristigen Trends profitieren) ihre Führungsposition dauerhaft abgeben werden. Unter den richtigen Bedingungen können wir uns aber durchaus ein vorübergehendes Comeback von Substanzwerten vorstellen.

Und das Umfeld für derartige Unternehmen scheint sich zu verbessern. Die Ergebnisse im Rahmen der Berichtssaison für das 3. Quartal deuten darauf hin, dass immer mehr zyklische Segmente des Marktes die Erwartungen übertreffen. So fielen beispielsweise die Gewinne von Industrie-, Konsumgüter- und Medienunternehmen unerwartet stark aus, wenngleich sich diese im Vergleich zum Vorjahr weiterhin deutlich negativ entwickeln.

Asien führt die Erholung an

Ein weiterer interessanter Trend betrifft den Gewinnanstieg bei Herstellern von Luxusgütern wie Kering, LVMH und Hermes. Diese Unternehmen mussten während des Lockdowns herbe Verluste hinnehmen. Nun aber erhalten sie Auftrieb von der Konsumerholung in Asien. Asiatische Länder profitieren von ihrem „First in, first out“-Status im Hinblick auf die Pandemie, und die effektive Eindämmung des Covid-19-Virus in China, Südkorea und Taiwan hat es diesen Ländern ermöglicht, zu einer gewissen Normalität zurückzukehren.

Wie aus dem Mangel an Unternehmensvorgaben ersichtlich, könnte es noch eine Weile dauern, bis Klarheit in Bezug auf den weiteren Verlauf der Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen herrscht. In der Zwischenzeit dürften die Volatilität und die Unsicherheit anhalten. Mit Blick auf 2021 bleibt die Aussicht auf eine Erholung der Gewinne aber durchaus bestehen. Dies gilt vor allem für jene Bereiche, in denen die Covid-19-Pandemie den größten Schaden angerichtet hat.

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