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Dem Klimawandel auf den Zahn fühlen – eine Anlageperspektive

Im Dezember 2020 jährte sich das Pariser Klimaübereinkommen zum fünften Mal. Trotz aller Versprechungen während der Verhandlungen hinken die Länder mit ihren Verpflichtungen zur Begrenzung der Erderwärmung aber bereits weit hinterher. Doch könnte sich hier eine Wende abzeichnen? Aberdeen Standard ESG-Expertin Eva Cairns sieht sich das Phänomen näher an. Aberdeen Standard Investments | 26.01.2021 16:06 Uhr
Eva Cairns, Senior ESG Investment Analyst, Aberdeen Standard Investments / © Aberdeen Standard Investments
Eva Cairns, Senior ESG Investment Analyst, Aberdeen Standard Investments / © Aberdeen Standard Investments

Als Vermögensverwalter sind wir verpflichtet, die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wert der Anlagen unserer Kunden zu berücksichtigen. Wir nehmen diese Verantwortung ernst und werden in den nächsten Wochen einige Artikel veröffentlichen, die sich mit diesem wichtigen Sachverhalt befassen. Gegenstand sind unter anderem der Sinneswandel großer Ölkonzerne mit Blick auf den Klimawandel, das sogenannte „Greenwashing“ sowie die Anlagechancen, die sich im Zuge der Bekämpfung des Klimawandels ergeben. Beginnen wir mit einem Rückblick.

Das Übereinkommen von Paris – fünf Jahre später

Im Dezember 2020 jährte sich das Pariser Klimaübereinkommen zum fünften Mal. Ziel des Übereinkommens ist, „den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um diesen Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen“. Doch trotz aller Versprechungen während der Verhandlungen hinken die Länder mit ihren Verpflichtungen zur Begrenzung der Erderwärmung weit hinterher. Um die globale Erwärmung auf 1,5°C begrenzen zu können, müsste die Welt die Emissionen bis 2030 halbieren.

Bleibt die Frage, was die Fortschritte verhindert und was Abhilfe schaffen kann.Und was bedeutet das für Anleger?

Das Problem

Das Übereinkommen von Paris ist bei der Umsetzung seines Versprechens kläglich gescheitert. Laut dem 2020 Emissions Gap Report der Vereinten Nationen könnten die Temperaturen ohne drastische Maßnahmen in diesem Jahrhundert um mehr als 3°C steigen. Ein solcher Anstieg würde große Teile des Planeten unbewohnbar machen, viele Arten aussterben lassen und umfassende Völkerwanderungen auslösen. Nach aktueller Sachlage vertritt unser eigenes Research die Auffassung, wonach wir gegenwärtig auf einen Temperaturanstieg von 2,5°C zusteuern.

Hierfür gibt es viele Ursachen. Insbesondere reichen die finanziellen Mittel nicht aus. So schätzt die Internationale Energieagentur, dass die Welt unverzüglich rund 3,5 Bio. USD jährlich bereitstellen müsste, um die Dekarbonisierung des globalen Energiesystems so schnell und umfangreich umzusetzen wie im Übereinkommen von Paris gefordert. Derzeit steht jedoch weltweit nur halb so viel zur Verfügung. Die Mittelknappheit ist weitestgehend darauf zurückzuführen, dass globale staatliche politische Absichten und Versprechen, die erklärten Ziele des Pariser Übereinkommens einzuhalten, gescheitert sind.

Gründe für Optimismus

Doch trotz dieser trüben Aussichten ist derzeit in puncto Klimaschutz ein Sinneswandel im Gange. So wird der neue US-Präsident Biden nach dem Abgang Trumps wieder dem Übereinkommen von Paris beitreten. Chinas Verpflichtung, das Netto-Null-Emissionsziel bis 2060 zu erreichen, hat viele überrascht und könnte eine positive Wende darstellen. Besonders erfreulich sind die Absichten Europas, insbesondere in Zusammenhang mit dem 1 Bio. EUR schweren Green Deal.

Tatsächlich bestand die „bedeutendste“ Entwicklung 2020 laut dem Gap Report der Vereinten Nationen darin, dass sich mehr und mehr Unternehmen, Städte, Anleger, Hochschulen und andere Akteure verpflichtet haben, bis 2050 kohlenstoffneutral zu werden. Die Tragweite dieser Verpflichtung sollte nicht unterschätzt werden. Alle Akteure, die sich dem Ziel von Netto-Null-Emissionen verschrieben haben, machen zusammen über 50% des globalen BIP und 25% der Emissionen aus.

Wichtiger aber noch ist, dass eine Energiewende eingesetzt hat. Die Innovation in der Privatwirtschaft hat dazu geführt, dass die Preise erneuerbarer Energien wie Solarenergie sinken. Verschiedene Unternehmen, darunter auch einige große Ölkonzerne, beobachten die Entwicklung aufmerksam.

Bewertung der Auswirkungen verschiedener Klimaszenarien

Eine detaillierte Analyse von Klimaszenarien wird von der Öl- und Gasindustrie bis hin zum Bau-, dem Einzelhandels- und dem Versorgersektor immer wichtiger und muss messen und bewerten, wie verschiedene Sektoren die Energiewende angehen. Ebenso ist es wichtig, innerhalb dieser Sektoren die Spreu vom Weizen zu trennen.

Folglich ist die Analyse von Klimaszenarien ein wesentlicher Bestandteil unserer Anlagetätigkeit. Wir können so einschätzen, wie sich verschiedene Klimaszenarien von 1,5°C bis 4°C gegenwärtig finanziell auf Vermögenswerte auswirken. So gelangen wir zu umfassenden zukunftsgerichteten Erkenntnissen, die wir benötigen, um Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel fest in unsere Anlageentscheidungen einzubetten.

Ebenso liefert dies wichtigen Input, um widerstandsfähige und marktführende klimaorientierte Produkte für unsere Kunden zu entwickeln. Überdies hilft uns diese Analyse, die Auswirkungen der mit dem Pariser Übereinkommen konformen Klimaszenarien zu verstehen und Unternehmen zu ermitteln, die von der Energiewende profitieren könnten.

Wir werden unser Whitepaper zur Analyse von Klimaszenarien im Februar 2021 veröffentlichen und die wichtigsten Erkenntnisse bei der zweiten Veranstaltung unserer globalen Klimareihe vorstellen.

Anlagegelegenheiten

Die Nachfrage der Kunden nach Anlagelösungen gemäß dem Übereinkommen von Paris steigt rapide an. So umfasst beispielsweise die UN Net Zero Asset Owner Alliance Anleger mit einem kombinierten Vermögen von über 5 Bio. USD (Tendenz steigend). Jeder Anleger hat sich verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Portfolios und nachprüfbare Zwischenziele umzusetzen, auch wenn dies zum Teil von der Entwicklung der globalen Politik abhängig gemacht wurde.

Wichtig dabei ist, dass die Nachfrage nach Anlagelösungen gemäß dem Übereinkommen von Paris rapide zunimmt.

Analog zur Energiewende dürften auch Verpflichtungen zu Netto-Null-Emissionen Gewinner und Verlierer hervorbringen, da einige Unternehmen ihre Ziele erreichen, andere hingegen hinterherhinken werden. Um auch hier wieder die Spreu vom Weizen zu trennen, muss im Rahmen dieser Zusagen geprüft werden, was Unternehmen mit einem Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 oder der Festlegung anderer ESG-bezogener Ziele genau meinen.

Spiegelt sich die Verpflichtung eines Unternehmens beispielsweise bereits in dessen kurzfristigen Investitionsplänen wider? Geht es hier nur darum, die eigenen Emissionen zu begrenzen oder auch diejenigen der Lieferanten? Nach unserer Einschätzung gibt es viele Szenarien auf dem Weg zu Nachhaltigkeit, wobei die Anleger deren Auswirkungen kennen müssen. Wir behandeln das Thema ausführlich in diesem Artikel: Netto-Null-Emissionen – leere Versprechungen?

Unsere Rolle als Vermögensverwalter

Wir von ASI stehen voll und ganz hinter den Zielen des Übereinkommens von Paris. Wir haben uns verpflichtet, konstruktiv zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft beizutragen und den langfristigen Interessen unserer Kunden zu dienen. Als Anleger spielen wir eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Energiewende und konzentrieren uns auf drei Bereiche.

Zunächst müssen wir Risiken und Chancen in Zusammenhang mit dem Klimawandel in vollem Umfang in alle unsere Anlageentscheidungen einbetten. Zweitens müssen wir unsere Kompetenzen und Produkte kontinuierlich weiterentwickeln, damit unsere Kunden ihre Netto-Null-Ziele erreichen. Drittens müssen wir mit Unternehmen, in die wir investieren, sowie mit Industrieinitiativen und Kunden zusammenarbeiten, um die Energiewende real zu beeinflussen. In diesem Rahmen führen wir mit Unternehmen aus der ganzen Welt einen Dialog, hinterfragen ihre Strategien und stehen ihnen bei ihrem Weg zum Netto-Null-Emissionsziel beratend zur Seite.

Abschließende Erwägungen ...

Zu guter Letzt ein Aufruf zum Handeln! Im November 2021 wird Großbritannien Gastgeber der 26. Klimakonferenz der Vereinten Nationen sein. Das muss für viele – und da schließen wir uns selbst ein – das Jahr sein, in dem Klimaschutzmaßnahmen und nicht nur Zusagen und Versprechungen verabschiedet und umgesetzt werden. Wir meinen, dass die Weichen für umfassende Initiativen gestellt sind. Weitere Verzögerungen werden uns teuer zu stehen kommen.

Eva Cairns, Senior ESG Investment Analyst, Aberdeen Standard Investments 

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

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