50 oder 75 Basispunkte: Wird die EZB nächste Woche „energisch handeln“?

abrdn | 02.09.2022 12:39 Uhr
Pietro Baffico, European Economist bei abrdn / © e-fundresearch.com / abrdn
Pietro Baffico, European Economist bei abrdn / © e-fundresearch.com / abrdn

„Die EZB-Sitzung am 8. September wird interessant: Ein nachlassendes Wachstum und die Sorge um verfestigte Inflationserwartungen lasten auf den Ratsmitgliedern. Die EZB hat bereits im Juli ihre Forward Guidance überraschend geändert und die Leitzinsen um 50 Basispunkte angehoben, da selbst die vorsichtigsten Ratsmitglieder ihre Haltung angesichts des unaufhaltsamen Preisanstiegs revidierten.

Wir glauben, dass die hohe Inflation von 9,1 Prozent im August die EZB weiterhin dazu veranlasst, ihren Straffungszyklus zu beschleunigen. Die bevorstehende Zinserhöhung scheint eine knappe Entscheidung zwischen 50 und 75 Basispunkten zu sein, wobei Letzteres zunehmend wahrscheinlicher wird. Seit den kämpferischen Tönen in Jackson Hole sprachen sich immer mehr Zentralbankpräsidenten dafür aus, „energisch zu handeln“, und setzten damit ein deutliches Zeichen der Entschlossenheit. Das Tempo der Straffung dürfte sich danach abschwächen, wobei kleinere Schritte im Oktober und Dezember wahrscheinlich sind. Die Aussichten für 2023 sind angesichts der Unwägbarkeiten des Energieschocks eher trübe. Wir denken, dass die EZB ihren Zyklus unterbricht, sobald eine Rezession eintritt.

Die EZB wird ihre makroökonomischen Projektionen im September überarbeiten, wobei sie ein niedrigeres Wachstum und eine höhere Inflation bestätigen dürfte. Es bleibt abzuwarten, ob die Inflationsaussichten am Ende des Prognosehorizonts immer noch das 2 Prozent-Ziel erreichen werden.

Das Risiko für die Anleger besteht in erneuten Staatsverschuldungen, insbesondere im Zusammenhang mit den Wahlen in Italien. Die Reinvestitionspolitik des Asset Purchase Programms könnten ebenfalls zur Diskussion stehen, auch wenn eine Entscheidung erst zu einem späteren Zeitpunkt fallen könnte. Ein weiteres Risiko für die Anleger ist eine weitere Destabilisierung des Euro. Eine beschleunigte Straffung der Geldpolitik würde die Währung zwar stützen, doch der stagflationäre Energieschock scheint das zu untergraben."

Pietro Baffico, European Economist bei abrdn

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.
Klimabewusste Website

AXA Investment Managers unterstützt e-fundresearch.com auf dem Weg zur Klimaneutralität. Erfahren Sie mehr.