„Risk-on“ für 2026: Schwellenländer als Top-Empfehlung

Fidelity International erwartet für Anfang 2026 günstige Bedingungen für Risikoanlagen. Unterstützende Politik, solide Gewinne und Chancen in Schwellenländern prägen den Ausblick. Auch Anleihen und Diversifikation spielen eine zentrale Rolle im Marktbild. Fidelity International | 26.11.2025 11:25 Uhr
Salaman Ahmed, Global head of macro and strategic asset allocation bei Fidelity International / © e-fundresearch.com / Fidelity International
Salaman Ahmed, Global head of macro and strategic asset allocation bei Fidelity International / © e-fundresearch.com / Fidelity International

So sieht Fidelity International die Märkte für 2026:

  • Aktien: Unterstützende Fiskal- und Geldpolitik sowie solide Unternehmensgewinne sprechen für eine „Risk-on“-Haltung bei Aktien. Besonders ausgewählte Schwellenländeraktien erscheinen für 2026 attraktiv.
  • Anleihen: Die Abwertung des US-Dollars dürfte weiterhin lokale Schwellenländeranleihen stützen; im Fokus stehen Märkte mit hohen Realrenditen und attraktiven Bewertungen.
  • Diversifikation: Gold, Absolute-Return-Strategien und Privatmarktanlagen sollten Portfolios im kommenden Jahr widerstandsfähiger machen.

Ein unterstützendes Umfeld für Risikoanlagen

Das makroökonomischen Umfeld 2026 sehen wir grundsätzlich positiv. Das Wachstum dürfte robust bleiben, die Wirtschaftspolitik (sowohl monetär als auch fiskalisch) kommt ebenso unterstützend hinzu. Einige der zuletzt bestehenden Fragezeichen sind nicht weg, aber spielen eine kleinere Rolle – die zugrunde liegende Inflation ist zwar noch hoch, aber rückläufig, und das Risiko eines abrupten, zollbedingten Abschwungs ist gesunken. Risiken bleiben bestehen, etwa eine weitere Verschlechterung des Arbeitsmarkts, ein Anstieg der Inflation, die Unabhängigkeit der US-Notenbank und die Stärke der KI-Investitionen und Gewinnzyklen. Diese Risiken erscheinen derzeit jedoch beherrschbar.

Langfristig ist das Umfeld komplexer: Nach Jahren der Globalisierung und Schuldenaufnahme erleben wir eine zunehmende Fragmentierung der Welt in regionale Blöcke. Die gezielte Schwächung des US-Dollars wird weitergehen – der Dollar ist nun ein strategisches Politikinstrument. Wir erwarten, dass sein Wert in den kommenden Jahren sinkt, insbesondere wenn die Debatte um die Unabhängigkeit der Fed an Fahrt gewinnt.

Resiliente Portfolios aufbauen

Diese Veränderungen erfordern ein neues Denken im Umgang mit US-Dollar-Risiken. 2026 wird es mehr geopolitische Volatilität geben; Gold bleibt in diesem Umfeld grundsätzlich ein sicherer Hafen. Der Euro wird attraktiver, vor allem, wenn die Fed gezwungen ist, die Zinsen stärker zu senken. Fiskalische Lockerungen und höhere Verteidigungsausgaben in Deutschland sprechen für den Euro.

Diese Dynamik wird weit über 2026 hinauswirken. Angesichts des hohen US-Aktienanteils in globalen Benchmarks sollten Nicht-US-Investoren prüfen, ob sie in einer Welt mit schwächerem Dollar noch gut genug abgesichert bzw. diversifiziert sind.

Wir erwarten zudem, dass die Inflation strukturell höher bleibt, was zu einer stärkeren Korrelation zwischen Aktien und Anleihen führt. Das spricht für alternative Diversifikationsquellen wie Sachwerte, Währungen und Absolute-Return-Strategien.

Wo Risiken eingehen? – Schwellenländer

Eine Abwertung des Dollars sollte Schwellenländern zugutekommen. Schwellenländeranlagen sind eine unserer zentralen Überzeugungen für 2026. Aktien in Ländern wie Südkorea und Südafrika werden höher bewertet, mit verbesserten Fundamentaldaten und attraktiven Bewertungen. Auch China bietet 2026 Chancen, da die Politik weiterhin unterstützend wirkt. Ebenso bieten lokale Schwellenländeranleihen, insbesondere in Lateinamerika, attraktive Realrenditen und steile Zinskurven.

KI-Boom hält an

Die KI-Revolution ist eindeutig: Die Technologie verspricht Produktivitätssteigerungen und höhere Unternehmensmargen. Deshalb akzeptiert der Markt höhere Bewertungen entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette. Wir investieren weiterhin in Hyperscaler und Chiphersteller, suchen aber auch gezielt nach günstig bewerteten Unternehmen, die vom KI-Trend profitieren.

Ausrichtung für die Zukunft

Das insgesamt konstruktive Umfeld für Risikoanlagen findet vor dem Hintergrund struktureller Umbrüche statt, die die Asset-Allokation weit über die nächsten 12 Monate hinaus beeinflussen werden. Vieles wurde 2025 auf den Kopf gestellt – Anleger müssen 2026 genauer hinschauen, wo sie Risiken eingehen. Das bedeutet jedoch nicht, auf Rendite zu verzichten. Die Landschaft hat sich verändert. Wir gehen sie offensiv an, mit klarem Blick auf Markt-, Makro- und geopolitische Ungleichgewichte und deren Auswirkungen auf die Portfolio-Gestaltung.

Von Salaman Ahmed, Global head of macro and strategic asset allocation bei Fidelity International

Den vollen Bericht können Sie hier nachlesen.

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Die Anleger werden darauf hingewiesen, dass die geäußerten Ansichten unter Umständen nicht mehr aktuell sind.

Anlagen in Schwellenländern können volatiler sein als solche in höher entwickelten Märkten.

Der Kurs von Anleihen wird durch Zinssatzänderungen, Änderungen der Bonität von Anleiheemittenten und andere Faktoren wie Inflation und Marktdynamik beeinflusst. Im Allgemeinen wird der Kurs einer Anleihe fallen, wenn die Zinsen steigen. Das Ausfallrisiko gibt die Fähigkeit des Emittenten wieder, Zinszahlungen zu leisten und das Darlehen bei Fälligkeit zurückzuzahlen. Das Ausfallrisiko kann sich daher bei verschiedenen staatlichen Emittenten sowie verschiedenen Unternehmensemittenten unterscheiden.

Auslandsinvestitionen werden von Wechselkursschwankungen beeinflusst.

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