- Abverkauf bei ETFs auf die USA
- ETF-Anleger weichen auf europäische Aktien aus
- Nachfrage nach Staatsanleihe-ETFs steigt ebenfalls
Nach einem sehr starken Herbst nahm sich der UCITS-ETF-Markt im November eine kleine Verschnaufpause und wuchs „nur” um knapp 25 Milliarden US-Dollar - der drittschwächste Monat des Jahres. Maßgeblich waren hierfür Abflüsse aus US-ETFs* von etwas mehr als 1 Milliarde USD. „Es ist bezeichnend für die Stärke des ETF-Marktes, dass ein vergleichsweise schwacher Monat wie der November immer noch besser als die allermeisten Monate 2024 war. Das unterstreicht die grundsätzliche Wachstumsstärke des ETF-Marktes”, sagt Stefan Kuhn Head of ETF & Index Distribution, Europe, bei Fidelity International.
Auf der anderen Seite bleibt der US-Markt volatil. Der November war der fünfte Monat des Jahres mit negativen Nettozuflüssen. Trotzdem steht auf Jahressicht ein fettes Plus mit über 40 Milliarden USD, die Anleger in US-ETFs investierten. „Die USA bleiben ein Hop- oder Top-Markt, denn sehr viel hängt am Thema KI. Gibt es dort positive Nachrichten, wird massiv investiert. Mehren sich Zweifel, geht es in die andere Richtung. So war es auch im November wieder”, sagt Kuhn. Mit Blick auf 2026 sei das Vertrauen in die KI-Rallye eine der zentralen Fragen für Anleger. „Wir sind konstruktiv, was die Entwicklung des US-Marktes 2026 angeht - zumindest für die erste Jahreshälfte. Insofern spricht viel dafür, dass wir heute in einem Jahr mehr grüne als rote Monatszahlen auf US-ETFs sehen werden“, sagt Kuhn.

Markt-Event des Monats: Hebel-ETFs im Trend
ETFs, die die Wertentwicklung eines Index überproportional nachvollziehen, erfreuen sich bei Privatanlegern zunehmender Beliebtheit. Auf Jahressicht betrugen die Nettomittelzuflüsse in solche Hebel-ETFs rund 400 Millionen US-Dollar. Der Gesamtmarkt im UCITS-Raum liegt bei etwas mehr als 10 Milliarden USD. „Bei Hebel-ETFs handelt es sich um sehr spekulative Instrumente, die, wenn überhaupt, nur für erfahrende Anleger geeingnet sind”, sagt Kuhn. Neben höheren Gebühren seien Hebel-ETFs durch technische Effekte wie dem „Volatility Drag” strukturell im Nachteil gegenüber nicht-gehebelten Produkten. „Wer ein wenig Nervenkitzel sucht, ist bei Hebel-ETFs gut aufgehoben. Wer langfristig anlegen möchte, sollte sich lieber anderweitig umschauen,“ sagt Kuhn abschließend.
* im gesamten Kommentar sind mit „ETFs” immer UCITS-ETFs gemeint.