- Nie floss mehr Geld in ETFs als 2025
- Langfristige Allokationsmodelle lassen ETF-Markt gleichmäßig wachsen
- Aktive ETFs kein Nischenphänomen mehr
Noch nie floss so viel neues Kapital in den ETF-Markt wie 2025: Mit +362 Milliarden US-Dollar waren es noch einmal 28% mehr als 2024, was bereits ein historisches Jahr war. Damit sind heute über 3,1 Billionen US-Dollar in ETFs* investiert. „Wer auf den ETF-Markt blickt, dem gehen die Superlative nicht aus”, sagt Stefan Kuhn Head of ETF & Index Distribution, Europe, bei Fidelity International. „Drei fundamentale Gründe erklären den Siegeszug von ETFs: Kosteneffizienz, einfacher Marktzugang und regulatorische Sicherheit. Solange diese drei Treiber vorhanden sind, bleibt der ETF für viele Privatanleger das Vehikel der Wahl“, sagt Kuhn.
Auffällig ist, wie gleichmäßig über Asset-Klassen und Regionen der ETF-Markt seit Jahren wächst: Das Verhältnis der Zuflüsse von Aktien zu Anleihen ist seit 2023 stabil geblieben bei etwa 70% zu 20%. Die übrigen 10% verteilen sich auf Rohstoff-, Krypto- oder Multi-Asset-ETFs. Gleiches gilt für die regionale Verteilung: Im Aktienbereich fließen etwa 40% der neuen Gelder in die USA, 30% in global anlegende Produkte, 20% nach Europa und etwa 7% in Schwellenländer.
„Das Marktvolumen steigt stetig, aber neue Zuflüsse bleiben proportional. Das ist speziell mit Blick auf die anhaltende Outperformance von US-Aktien erklärungsbedürftig“, sagt Kuhn. „ETF-Zuflüsse sind primär von langfristigen Allokationsmodellen getrieben statt von kurzfristiger Performance. Neues Geld verändert nicht zwangsläufig die Gewichtung im Portfolio, weil einfach proportional nachgekauft wird“, sagt Kuhn. Hier zeige sich der grundsätzliche Charakter des ETF-Markts, wo die Mehrheit der Produkte nach Marktkapitalisierung gewichtet ist. „An diesem Mechanismus wird sich kurz- bis mittelfristig auch nichts ändern. Dafür sind marktgewichtete ETFs, die meist über regelmmäßige Sparpläne bespart werden, zu erfolgreich“, sagt Kuhn.

Aktive ETFs sind kein Nischenphänomen mehr
Im Windschatten des allgemeinen ETF-Markt-Wachstums konnten 2025 auch aktive ETFs auf Rekordniveau zulegen. Mit Nettomittelzuflüssen von über 30 Milliarden USD investierten Anleger noch einmal rund zwei Drittel mehr in aktive ETFs als im vergangenen Jahr. Damit entfielen 8,2% der gesamten Neuzuflüsse auf aktive ETFs. 2024 waren es 6,3%, 2023 waren es 3,9%. „Diese Zahlen verdeutlichen die große Dynamik beim Wachstum aktiver ETFs, denn ihr Anteil am Gesamtwachstum nimmt jedes Jahr zu. Aktive ETFs sind kein Nischenphänomen mehr.“ Zudem deuten erste Studien an, dass sich aktive ETFs in puncto Performance gut schlagen**. „Die große Bewährungsprobe, etwa in einem längeren Bärenmarkt, steht für aktive ETFs noch aus. Aber sollten sich die ersten positiven Anzeichen bestätigen, könnte dies der Produktklasse einen weiteren Schub verleihen“, sagt Kuhn
* im gesamten Kommentar sind mit „ETFs” immer UCITS-ETFs gemeint.