UCITS‑ETF‑Flows erreichen neuen Höchststand

Zum Jahresauftakt erreicht der europäische ETF-Markt Rekordzuflüsse. Anleger agieren im Risk-on-Modus, während die regionale Rotation anhält. Besonders Europa und Schwellenländer profitieren, während US-ETFs erste Stabilisierungstendenzen zeigen. Fidelity International | 03.02.2026 11:26 Uhr
Stefan Kuhn, Head of ETF & Index Distribution, Europe bei Fidelity International / © e-fundresearch.com / Fidelity International
Stefan Kuhn, Head of ETF & Index Distribution, Europe bei Fidelity International / © e-fundresearch.com / Fidelity International

  • Europäischer ETF-Markt verzeichnet Rekordzuflüsse
  • Märkte zu Jahresbeginni m Risk-On-Modus
  • Rotation aus den USA in andere Regionen hält an

Die Kauflaune europäischer ETF-Anleger* bleibt zum Jahresauftakt ungebrochen und beschert dem ETF-Markt ein All-Time-High bei Nettomittelzuflüssen. Bei Aktien wie auch bei Anleihe-ETFs lagen die Zuflüsse 88% bzw. 78% über ihrem 12-Monatsdurchschnitt. „Während wir geopolitisch von einer Krisensituation zur nächsten taumeln, bleibt der ETF-Markt eine Quelle stabilen Wachstums.”, sagt Stefan Kuhn, Head of ETF & Index Distribution, Europe bei Fidelity International. „Finanzmärkte handeln die Zukunft und die Frage, ob Unternehmen in der Lage sein werden, in drei, fünf oder zehn Jahren Geld zu verdienen. Davon scheinen die Märkte weiterhin überzeugt und deswegen steigen die Kurse”, sagt Kuhn. ETFs profitierten von dieser Gesamtstimmung, hinzu kämen ETF-spezifische Treiber wie Transparenz und Verfügbarkeit. „Nehme ich diese Faktoren zusammen, sehe ich keine Anzeichen, dass sich am Positivtrend für ETFs kurzfristig etwas ändern könnte”.

ETFs auf Europa stachen im Januar heraus und legten bei Aktien und Anleihen erneut stärker zu als US-ETFs. „Die Rotation von den USA in andere Weltregionen ist mitnichten beendet. ETFs auf Europa erlebten den zweitstärksten Monat seit Datenaufzeichnung“, sagt Kuhn. Anleger würden weiterhin ihr Portfolio diversifizieren und US-Exposure abbauen. Nichtsdestotrotz konnten ETFs auf die USA ihren Abwärtstrend stoppen. Auf 3-Monatssicht legten sie um 86% zu. „Das Wachstum auf US-ETFs war in den vergangenen Monaten vergleichsweise schwach. Deswegen beobachten wir jetzt kurzfristige Nachholeffekte. Eine generelle Trendumkehr sehe ich aber noch nicht“, sagt Kuhn.

Markt-Event des Monats: Schwellenländer-ETFs auf Allzeithoch

Gegen das Argument der Trendumkehr sprechen zudem Rekordzuflüsse auf Aktien-ETFs auf Schwellenländer. Mit 6,4 Milliarden US-Dollar flossen zum Jahresstart mehr neue Mittel in diese Region als auf US-ETFs. „Neben dem Diversifizierungsargument hilft der schwache US-Dollar den Schwellenländern”, sagt Kuhn. 2025 waren unter den zehn stärksten Aktienmärkten acht Schwellenländer gewesen.** „Das Aufholpotential dieser Region ist groß. Es würde mich nicht überraschen, wenn wir hier in Zukunft weitere Zuflüsse sehen”, sagt Kuhn abschließend.

* im gesamten Kommentar sind mit „ETFs” immer UCITS-ETFs gemeint.

** Quelle: Bloomberg, Deutsche Bank, Januar 2026

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