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Flash-Crash des Pfunds: Wo Rauch ist, da ist auch Feuer

Scott Jamieson, Head of Multi-Asset Investing bei Kames Capital, kommentiert den jüngsten "Flash-Crash" des britischen Pfunds: Aegon Asset Management | 10.10.2016 08:22 Uhr
©  Fotolia.de
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"Das britische Pfund hat den September mit einem Kurs von 1.30 Dollar beendet.  In den ersten Oktobertagen wuchs die Zuversicht, dass die US-Notenbank FED im Dezember an der Zinsschraube dreht. Gleichzeitig gab es starke Hinweise seitens des britischen Schatzkanzlers auf eine Lockerung der britischen Geldpolitik. Das Pfund schwächte sich auf 1.265 Dollar ab. Doch dieser Rückgang war nichts zu dem Einbruch in der letzten Nacht. Im asiatischen Handel gab das Pfund auf bis zu 1.1378 US-Dollar nach.

Grundsätzlich sind solche „Flash-Crahes“ auf Überreaktionen von Computer-Handelssytemen zurück zu führen. Doch wo es Rauch gibt, da gibt es auch Feuer. Ein wichtiger Auslöser für den Einbruch waren vielleicht Kommentare des Französischen Präsidenten Hollande. Großbritannien müsse der Austritt aus der Europäischen Union Schmerzen bereiten.  Aber die Realität ist, dass derzeit nichts und niemand hinter dem Pfund steht. Die Bank of England hat die Geldpolitik substanziell gelockert. Der Schatzkanzler ist auf demselben Kurs. Und dass, obwohl Großbritannien weiterhin an einem Leistungsbilanz-Defizit zu kauen hat.

In der letzten Woche hat sich der Markt auf extrem negativ auf das Pfund positioniert. Die Entwicklungen dieser Woche werden diese Positionierung nur verlängern. Sicher werden die Verkaufe  des schnellen Geldes enden. Doch das wird die Schwäche des Pfunds nur kurzfristig stoppen.

 

BOE-Governeur Mar Carney wird die Pfundschwäche seit dem Brexit-Votum begrüßt haben. Sie hilft den Exporteuren und ist Teil der Strategie die Leistungsbilanz wieder auszubalancieren. Doch auch er ist daran interessiert, dass die Abwertung kontrolliert von Statten geht. Doch die Ereignisse der Nacht auf Freitag waren alles andere als kontrolliert. Wenn sie sich wiederholen, dann besteht die Gefahr, dass Großbritannien die Basiszinsen statt zu senken, sogar erhöhen muss, um  das Pfund zu verteidigen und einen möglichen Anstieg der Inflation zu verhindern.  Ein Beispiel liefert Mexiko. Dort wurden die Zinsen nach internationalem Druck in diesem Jahr dreimal erhöht. Kommt es in Großbritannien soweit, wären die Schmerzen groß. Präsident Hollande wäre zufrieden."

Scott Jamieson, Head of Multi-Asset Investing, Kames Capital

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