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Kames Capital CIO: Warum Anleger die Ölpreis-Entwicklung überschätzen

Die Ölpreise werden sich kaum von ihren aktuell niedrigen Niveaus erhöhen. Denn das grosse Angebot und der zunehmende Fortschritt von Extraktionsmethoden dürften den Preis für das "schwarze Gold" auf längere Sicht dämpfen, so Stephen Jones, Chief Investment bei Kames Capital. Aegon Asset Management | 24.04.2017 12:35 Uhr
©  Pexels.com
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Der Preis für Rohöl der Sorte Brent bewegte sich in den letzten Wochen zwischen 50 und 60 USD*. Vergangenen Monat rutschte der Ölpreis kräftig ab. Anschließend setzte zwar wieder eine Erholung ein, doch sind die Gründe für die Korrektur wohl fundamentaler Natur. 

Für diesen Preisrutsch von mehr als 10% werden der rasante Anstieg der Lagerbestände, verursacht durch die Ankurbelung der Förderung in den USA, und eine Neupositionierung von Hedgefonds verantwortlich gemacht. Einige Beobachter führen zwar an, dass diese kurzfristigen Faktoren verblassen werden, nach Ansicht von Jones hat sich das Umfeld für Öl sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite dramatisch gewandelt. Demzufolge gibt es seines Erachtens für den Ölpreis nur begrenzt Luft nach oben. 

Stephen Jones, Chief Investment Officer, Kames Capital
Stephen Jones, Chief Investment Officer, Kames Capital

„US-Explorations- und Produktionsunternehmen – auch diejenigen, die auf die Förderung von Schieferöl und -gas spezialisiert sind – haben die Rezession in ihrer Branche überwunden und können nun in einem Umfeld niedriger Ölpreise erfolgreich operieren“, so Jones. 

„Die Kosten für die Förderung von neuen, nichtkonventionellen Erdölvorkommen sind folglich hauptsächlich dank erheblicher technischer Fortschritte gesunken. Daher wird der Preis niedriger bleiben als die meisten vermuten.“ 

Das Angebot ist seit der Revolution in der US-Schieferölförderung in die Höhe geschossen. Als Reaktion hat sich der Preis für Öl der Sorte Brent gegenüber dem früheren Niveau von über 100 USD pro Barrel mehr als halbiert. Gleichzeitig hält die Nachfrage nicht mit dem steigenden Angebot Schritt. Sie hat sich zwar von den Tiefstständen Anfang 2016 erholt, die weltweite Nachfrage liegt derzeit jedoch bei 97,89 Millionen Barrel pro Tag und damit unter dem globalen Angebot von 98,29 Millionen Barrel.** 

Der Nachfrage-Höhepunkt wird Prognosen zufolge zwar erst nach mehr als zehn Jahren erreicht, gleichzeitig wird er aber laut Jones durch den weltweit stärkeren Fokus auf Energieeinsparung gebremst. 

„Wir leben in einer Welt, in der die aus Öl gewonnene Energie deutlich bewusster genutzt und nach Möglichkeit durch andere Energiequellen ersetzt wird.“ 

*Quelle: Thomson Reuters, veröffentlcht durch Financial Times am 19. April 2017 

**Dem aktuellen Ölmarktbericht der Internationalen Energieagentur zufolge lag die weltweite Ölnachfrage im 4. Quartal 2016 bei 97,89 Millionen Barrel pro Tag. Dem steht ein weltweites Ölangebot von 98,29 Millionen Barrel pro Tag gegenüber.

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