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Siemens/Alstom: Alles schon auf der Schiene?

Mit der angekündigten Zusammenlegung der Bahn-Sparten von Siemens und Alstom wird ein europäischer Champion für Mobilitätslösungen geschaffen, der besser im Markt positioniert sein dürfte, um mit dem zunehmenden Wettbewerb durch Chinas CRRC zurechtzukommen. Damit sind die Spekulationen über eine Reihe von Auswirkungen beendet und auch darüber, ob die Interessen sowohl von Frankreich als auch von Deutschland gewahrt werden konnten. Aegon Asset Management | 29.09.2017 11:35 Uhr
©  Pexels.com
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Phil Small, Investment Manager, Fixed Income bei Kames Capital kommentiert die Zusammenlegung:  «Der Rahmenvertrag muss noch von den Aufsichtsbehörden und Aktionären genehmigt werden. Unter der Annahme, dass die Genehmigung erfolgt, werden die Skaleneffekte die Wettbewerbsfähigkeit des neuen Unternehmens gegenüber dem Giganten CRRC stärken. Letzterer hat aber immer noch einen Jahresumsatz, der grösser ist als der von Siemens und Alstom zusammen. CRRC hat sich verstärkt um die Märkte ausserhalb Chinas bemüht und bereits Projekte in Grossbritannien und der Tschechischen Republik gewonnen. Es wird erwartet, dass sich das Unternehmen auch um die neue britische Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke HS2 bewerben wird. 

Bombardier – ein kanadischer Hersteller mit einer grossen europäischen Sparte – gilt als grösster Verlierer der Ankündigung, da die Firma damit ein kleiner Wettbewerber in Europa bleibt. Die Anleihen von Bombardier waren aufgrund der Schlagzeilen über die Luft- und Raumfahrt-Sparte bereits schwach und dieses Abkommen wird wahrscheinlich nicht helfen, die Situation zu verbessern. 

Der Zusammenschluss von Siemens und Alstom könnte auch Auswirkungen auf andere Anbieter wie Stadler Rail, CAF aus Spanien und Hitachi aus Japan haben und weitere Konsolidierungsgespräche anregen. Hitachi hat kürzlich mit dem Kauf des italienischen Unternehmens AnsaldoBreda ihr europäisches Geschäft ausgebaut. 

Die Schieneninfrastruktur bietet Anleihegläubigern eine Vielzahl von Möglichkeiten, in die sie investieren können, darunter auch die Hersteller von „Bausätzen“ wie Alstom, Siemens und Bombardier. Diese Möglichkeiten gelten auch für die nationalen Bahngesellschaften wie die Deutsche Bahn, Network Rail Infrastructure und SNCF Réseau, die für die Signaltechnik und andere technische Einrichtungen der Hersteller zahlen. Die Rollmaterialgesellschaften wie Great Rolling Stock, Angel Trains und Porterbrook erwerben Züge und Waggons und vermieten diese an Betreiber. Diese Bahnbetreibergesellschaften (wie First Group und Stagecoach) betreiben die Züge. Sie alle werden von einer Änderung der Wahl oder des Preises des Rollmaterials und der zugehörigen Infrastruktur oder einer weiteren Änderung der Wettbewerbsdynamik betroffen sein. Diese Entwicklungen, die sowohl für den Endpassagier als auch für den Anleiheinvestor in der Bahnindustrie positive aber auch negative Auswirkungen haben können, beobachten wir aufmerksam.»

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