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Coronavirus: Auswirkungen auf Schwellenländer-Anleihen im Fokus

Jeff Grills, Head of Emerging Market Debts bei Aegon Asset Management, mit einem Kommentar zu den Auswirkungen des Coronavirus auf das Emerging Market Debt Segment. Aegon Asset Management | 28.02.2020 16:28 Uhr
Jeff Grills, Head of Emerging Market Debts bei Aegon Asset Management / © Aegon Asset Management
Jeff Grills, Head of Emerging Market Debts bei Aegon Asset Management / © Aegon Asset Management

Die Ausbreitung des Virus außerhalb Chinas wirft angesichts der wahrscheinlichen Konjunkturabschwächung berechtigte Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf das globale Wachstum auf. Mittlerweile weiß man, dass Asien die am stärksten betroffene Region ist, wobei China und die wichtigsten Handelspartner am ehesten von den Folgen beeinträchtigt werden. Die Auswirkungen auf Lateinamerika und Mitteleuropa sind hingegen weniger klar. Sollte sich die Auswirkungen jedoch bis zum 2. Quartal 2020 nicht abschwächen, könnte dies ein sehr attraktiver Einstiegspunkt für die Emerging Market Debt darstellen, wenn auch weniger stark als vorher.

Auswirkungen auf Handel, Rohstoffpreise und Währungsrisiken

Wir haben drei Hauptaspekte, die in nächster Zeit beobachtet werden sollten, analysiert:

Erstens sehen wir derzeit die asiatische Region als diejenige an, die vermutlich am stärksten betroffen ist und die größten Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben dürfte.  Ein Großteil der Region für EMD-Investitionen besteht aus qualitativ hochwertigen Investment-Grade-Krediten. Positionen unter Investment-Grade, insbesondere im Immobiliensektor, werden voraussichtlich ein schwierigeres Ergebnis haben und könnten ein Segment sein, das es in der Region vorerst zu vermeiden gilt. 

Was die Rohstoffpreise und insbesondere die Ölpreise betrifft, wird das Umfeld ein für ölexportierende Staaten beziehungsweise Unternehmen wahrscheinlich weiterhin angespannt bleiben. Für viele war der Preissprung im Januar nach dem Attentat auf den iranischen Generals Soleimani im Irak ein wichtiger Impuls. Allerdings wird erwartet, dass der Aufbau von Lagerbeständen aufgrund der Wachstumsbedenken und des Angebotsungleichgewichts die Preise in diesem Zeitraum auf niedrigem Niveau halten wird.

Schließlich ist zu erwarten, dass sich die Märkte hinsichtlich der Wachstumsaussichten allgemein verhalten zeigen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Warnsignale zunehmen, ist an den Märkten mit Vorsicht zu sehen. Während sich EMD dank der Qualitätsabwanderung in US-Anleihen einigermaßen gut gehalten hat, ist das Risiko einer weiteren Spread-Ausweitung möglich, wenn das Virus zu einer Pandemie hochgestuft wird.

Insgesamt konnten wir feststellen, dass sich die Unternehmen in den Schwellenländern in USD besser als die amerikanischen Unternehmen in USD behaupten, was eine potenzielle Chance darstellt. Darüber hinaus die Währungen der Schwellenländer zusammen mit den Industriestaaten schwach tendiert, während der Dollar gestärkt wurde. Die Devisen der Schwellenländer könnten vermutlich die günstigste Anlage sein. Aber auch hier ist es ratsam vor dem Einstieg zunächst abzuwarten, bis es zu einer weiteren Abschwächung kommt oder mehr Klarheit über die Verbreitung des Virus besteht.

Jeff Grills, Head of Emerging Market Debts bei Aegon Asset Management

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