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COP26: Kurzfristige Umsetzung ehrgeizigerer Pläne

Lesen Sie einen Kommentar von Colin Dryburgh, Investment Manager, Multi-Asset & Solutions bei Aegon Asset Management, der einen Blick auf die wichtigsten Ziele der Klimakonferenz COP26 wirft und konkrete Forderungen an die Politik formuliert: Aegon Asset Management | 21.10.2021 14:54 Uhr
Colin Dryburgh, Investment Manager, Multi-Asset & Solutions bei Aegon Asset Management / © e-fundresearch.com / Aegon Asset Management
Colin Dryburgh, Investment Manager, Multi-Asset & Solutions bei Aegon Asset Management / © e-fundresearch.com / Aegon Asset Management

„Das wichtigste Ziel ist zugleich das schwierigste: Bis Mitte des Jahrhunderts den globalen Netto-Nullpunkt erreichen und 1,5 Grad in Reichweite halten. Um es gleich vorwegzunehmen: 1,5 Grad sind derzeit nicht in Reichweite.

Nach Angaben der UNO werden die weltweiten Emissionen nach den derzeitigen Plänen der Regierungen bis zum Ende dieses Jahrzehnts um 12 % im Vergleich zu 2010 zurückgehen. Dies steht in krassem Gegensatz zu der bis 2030 erforderlichen Emissionssenkung um 45 %, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad begrenzen zu können. Im Mai dieses Jahres schätzte Climate Action Tracker, dass in Anbetracht der Zusagen und Ziele der Regierungen eine Erwärmung von 2,4 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts durchaus realistisch ist, dass aber die bestehenden politischen Maßnahmen in Wirklichkeit eine Erwärmung von 2,9 Grad ansteuert. Diese Zahlen sind, gelinde gesagt, alarmierend. Was kann getan werden?

Hier sind einige Vorschläge, was die politischen Entscheidungsträger auf der COP26 erreichen sollten:

1. Netto-Null ist kein kurzfristiges Ziel

Alle Teilnehmer müssen anerkennen, dass Netto-Null grundsätzlich ein sehr langfristiges Ziel ist. Das Problem von langfristigen Zielen ist dabei, dass sie ein Gefühl der Bequemlichkeit vermitteln können, was wiederum die scheinbare Notwendigkeit oder gar Dringlichkeit für sofortiges Handeln verringert.

2. Einigung auf bessere Bedingungen zur Senkung weltweiter Emissionen

Die politischen Entscheidungsträger müssen sich auf bessere Rahmenbedingungen einigen, um die globalen Emissionen aggressiv zu senken. COP26 wird mehr als 190 Länder umfassen – eine Größe, die den Diskurs erschweren könnte. Die fast unvermeidliche Folge von Verhandlungen mit so vielen Parteien ist oftmals Stillstand, gefolgt von unambitionierten Vereinbarungen in letzter Minute.

Ein Vorschlag, um die Wahrscheinlichkeit besserer Ergebnisse zu erhöhen, ist in kleinen Gruppen zu verhandeln. Auf die fünf größten Emissionsländer der Welt plus die EU entfallen etwa zwei Drittel der weltweiten Emissionen. Verhandlungen in einer kleineren Gruppe wie dieser sollten die Wahrscheinlichkeit eines Stillstands verringern und somit die Wahrscheinlichkeit eines besseren Ergebnisses erhöhen und es den größeren Ländern/Emittenten ermöglichen, mit gutem Beispiel voranzugehen.

3. Kurzfristige Umsetzung ehrgeizigerer Pläne

Die politischen Entscheidungsträger sollten sich auf ehrgeizigere Pläne einigen, die in naher Zukunft umgesetzt werden können. So entfallen beispielsweise fast drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen auf die Energienutzung in Gebäuden, im Verkehr und in der Industrie, und die Maßnahmen, die in jedem dieser Bereiche ergriffen werden müssen, sind bereits gut bekannt. Die Wissenschaft ist sich darüber im Klaren, dass Tempo in diesem Fall von beachtlicher Bedeutung ist. Je schneller die Emissionen gesenkt werden, desto besser.

Unabhängig vom Erfolg oder Misserfolg der COP26, wird es kein Patentrezept geben, um den Klimawandel vollständig zu bekämpfen. Ein festes Bekenntnis zu einem Plan, der leichter umsetzbar und weniger ehrgeizig ist, würde jedoch helfen, den entscheidenden Weg zum Netto-Nullpunkt einzuschlagen.“

Colin Dryburgh, Investment Manager, Multi-Asset & Solutions bei Aegon Asset Management

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